Urner Mittelschüler sollen Laptops erhalten

Die Regierung beantragt dem Landrat einen Verpflichtungskredit von 372'000 Franken für die IT-Ausstattung. Gekauft werden sollen 200 Laptops für Schüler und 65 für Lehrpersonen.

Markus Zwyssig
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An der kantonalen Mittelschule Uri sollen bald alle Schüler im Unterricht ihren eigenen Laptop nutzen können.

An der kantonalen Mittelschule Uri sollen bald alle Schüler im Unterricht ihren eigenen Laptop nutzen können.

Symbolbild: Nadia Schärli

An der Kantonalen Mittelschule Uri gibt es Nachholbedarf, was die IT-Ausstattung betrifft. Den Schülern stehen aktuell in drei Computerräumen für den Unterricht respektive für Prüfungen je 24 PC zur Verfügung. Vereinzelt gibt es PC in der Bibliothek und in Arbeitsräumen. Zudem stehen 60 Laptops zur Verfügung. Das ist im Schnitt weniger als ein PC für zwei Schüler. Den Lehrpersonen stehen je ein fest installierter PC im Schulzimmer sowie weitere Arbeitsplätze in Vorbereitungszimmern zur Verfügung

Dass diese IT-Mittel nicht mehr genügen, habe nicht zuletzt der Lockdown im Frühling in aller Schärfe gezeigt, so die Regierung. Damals musste die IT-Grundinfrastruktur für den Unterricht in der Regel privat zur Verfügung gestellt werden. Mittelschulrat und Schulleitung wollen denn auch die festgestellten Defizite schnell aufholen und die Digitalisierung der Schule nicht nur infrastrukturell, sondern auch in pädagogischer Hinsicht vorantreiben.

Leihgeräte in 1. bis 3. Klasse, eigene Geräte ab der 4. Klasse

Um die Defizite zu beheben, beabsichtigen Mittelschulrat und Schulleitung, an der Kantonalen Mittelschule Uri durchgehend das sogenannte 1-to-1-Computing einzuführen. Das heisst, jeder hat seinen eigenen Computer. Dies erlaubt es, in allen Fächern digitale Konzepte und Unterrichtsformen zu nutzen. In den Klassenstufen, die zur Volksschule zählen (1. bis 3. Klassen) wird die betreffende Ausrüstung den Schülern leihweise – also kostenlos – zur Verfügung gestellt. In den oberen Klassen (4. bis 6. Klassen) setzt die Schule auf das Modell «Bring your own device» (BYOD). Die Minimalanforderungen orientieren sich dabei an den Geräten, die den Schülern der 1. bis 3. Klassen zur Verfügung gestellt werden. Die Schüler der 4. Klassen werden jeweils die Möglichkeit haben, ihr früheres Leihgerät zu einem vorteilhaften Preis zu übernehmen. In der Einführungsphase können Schüler der 4. bis 6. Klasse zu günstigen Konditionen einen der zurzeit noch 60 im Einsatz stehenden Laptops der Schule beziehen.

Lehrer arbeiten statt am PC bald am Leih-Laptop

Bei den Lehrpersonen ist die Ablösung von fest installierten PC durch Leih-Laptops vorgesehen. «Diese Lösung erlaubt es den Lehrpersonen, auf demselben System vorzubereiten und zu unterrichten», schreibt die Regierung. Die Lehrpersonen können aber auch weiterhin ihre privaten Laptops einsetzen. Die Laptops müssen mit den gängigsten Programmen vorinstalliert sein; Spezial-Software wird via Fachschaft organisiert. Zudem werde für die Lehrpersonen bei der Weiterbildung der Fokus auf die Digitalisierung gelegt, so die Regierung.

In der Aufbauorganisation des Projekts ist die schulinterne Arbeitsgruppe Informatik federführend, und zwar in Zusammenarbeit mit einer Vertretung der Schulleitung, dem IT-Verantwortlichen der Schule und ausgewählten Lehrpersonen. In der Umsetzung werden zudem externe Dienstleister zugezogen. Der sogenannte First-Level-Support, also die erste Anlaufstelle, wird von Lehrpersonen für Lehrpersonen und von Schülern für Schüler geleistet; dazu werden eine Lehrpersonen-Supportgruppe und eine Studierenden-Supportgruppe gegründet.

So richtig losgehen mit dem IT-Ausbau an der Mittelschule soll es auf das neue Schuljahr 2021/2022. Bei den im kommenden Jahr anfallenden Kosten von 372'000 Franken fallen vor allem die 200 Laptops für Schüler der 1. bis 3. Klasse in der Höhe von 190'000 Franken sowie die 65 Laptops für Lehrperson von 88'000 Franken ins Gewicht.

Ab 2022 ist jährlich mit Kosten für den Ersatz der Schüler-Geräte von 66'500 Franken und ab 2024 zusätzlich mit weiteren jährlichen Kosten für den Ersatz der Lehrpersonen-Laptops von 16'200 Franken zu rechnen.

Der Landrat befindet in der Dezembersession über den Verpflichtungskredit von 372'000 Franken.