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Regierungsrat gibt freigestellter Urner Pfarrerin Recht

Bei der Kündigung von Pfarrerin Rahel Eggenberger lief nicht alles richtig ab, wie die Regierung nun entschieden hat.
Florian Arnold
Die reformierte Kirche in Erstfeld. (Bild: Urs Hanhart)

Die reformierte Kirche in Erstfeld. (Bild: Urs Hanhart)

Die Wogen in der evangelisch-reformierten Kirche in Uri gehen hoch. Der Kirchenrat hatte im Januar der Pfarrerin Rahel Eggenberger mit einer Frist von sechs Monaten gekündigt und diese am 10. Mai per sofort freigestellt. Die Seelsorgerin akzeptierte dies nicht und reichte beim Regierungsrat Beschwerde ein, dies weil gewählte Pfarrpersonen öffentlich-rechtlich angestellt sind.

Jetzt hat die Pfarrerin in dieser Sache Recht bekommen, wie aus dem Protokollauszug des Regierungsrats hervorgeht, der unserer Zeitung vorliegt. Darin wird eine «Rechtsverweigerungsbeschwerde» gutgeheissen. Nicht eingetreten wurde auf eine Verwaltungsbeschwerde.

Entscheid kann weitergezogen werden

«Ich möchte gerne weiter im Kanton Uri arbeiten», sagt Pfarrerin Rahel Eggenberger auf Anfrage.

«Ich mache die Arbeit gerne und habe Freude an den Menschen hier.»

Ob sich ihre Hoffnungen erfüllen werden, wird sich weisen. Denn wie sie weiss, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Innert 20 Tagen kann betreffs Entscheid des Urner Regierungsrats beim Obergericht beiderseits eine «Verwaltungsgerichtsbeschwerde» erhoben werden. Ob die evangelisch-reformierte Landeskirche davon Gebrauch machen wird, ist vorerst nicht klar. Kirchenratspräsidentin Felicitas Schweizer gab am Freitag auf Anfrage mit Verweis auf die Frist keinen Kommentar ab.

Nach wie vor sind die Hintergründe der Kündigung nicht bekannt. Das Schweigen des Kirchenrats war schon bei der Frühjahrsversammlung der evangelisch-reformierten Landeskirche vom 13. Mai in Erstfeld scharf kritisiert worden. Der Kirchenrat betonte damals, die Kündigung sei rechtens gewesen – man könne aber zurzeit aufgrund des laufenden Verfahrens keine weiteren Angaben machen. Auch ein Rückzug der Kündigung, wie es eine Gruppe unter dem Namen «Zukunft unserer Kirche» gefordert hatte, könne unter diesem Umstand nicht erfolgen. Ausserdem liess es der Kirchenrat nicht zu, dass sich die Pfarrerin selber zu Wort meldete – denn diese sass während der Versammlung als Gast im Publikum.

Seitens der Gläubigen wurde vorgebracht, dass die Urner Oberländer von Erstfeld bis Andermatt, wo die Pfarrerin hauptsächlich tätig war, mit deren Arbeit «sehr zufrieden» gewesen seien. Es herrsche allgemein eine Missstimmung in der reformierten Kirche in Uri.

Kirchenrat ist bis 2020 gewählt

Mit Kritik am Kirchenrat wurde an der Versammlung nicht gespart. Die Rede war von Führungsschwäche und Fehlentscheiden. Dies führe zu einer Spaltung der Einheit und zu Kirchenaustritten. Der aktuelle Kirchenrat Uri ist vorderhand offiziell noch bis im Jahr 2020 gewählt.

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