Regierungsrat spricht sich für Wäscherei-Kredit der Stiftung Behindertenbetriebe Uri aus

Die Stiftung Behindertenbetriebe Uri will ihr Dienstleistungsangebot im Bereich Wäscherei ausbauen. Dafür benötigt sie eine Anschubfinanzierung von 2,1 Millionen Franken.

Nino Gisler
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Im Bereich Wäscherei stellt die Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU) schon seit längerem eine erhöhte Nachfrage von Pflegeheimen, Hotellerie und Industrie fest. Mit diesem Dienstleistungsangebot konnte sie ein solides Standbein mit konstanter Auslastung etablieren. Nicht ganz so rosig sieht es in anderen Arbeitsbereichen der SBU aus, denn seit 2008 musste die SBU eine stetige Abnahme von Aufträgen in Kauf nehmen. Heute werden rund 20 Prozent weniger Arbeitsstunden geleistet als noch vor zehn Jahren.

«Auswirkungen auf die Zukunft der SBU»

Die SBU hat mit dem Kantonsspital Uri (KSU) einen Vorvertrag über einen Wäschereiauftrag von einer Mindestlaufzeit von zehn Jahren abgeschlossen. Mit der geplanten Übernahme der Wäsche des KSU würde sich die heutige Menge in der Wäscherei fast verdreifachen. Die SBU-Wäschemenge beträgt jährlich zirka 110 Tonnen, die des KSU rund 200 Tonnen pro Jahr. «Die Tragweite dieses Projektes und die damit einhergehende Auftragssicherheit hat essenzielle Auswirkungen auf die Zukunft der SBU», sagt Geschäftsführer Thomas Kenel auf Anfrage. Das Marktpotenzial ist gegeben, doch die Stiftung benötigt für die Vergrösserung der Wäscherei eine Anschubfinanzierung vom Kanton. Im Rahmen der Programmvereinbarung 2023 bis 2026 beantragt die SBU deshalb einen Kredit in Höhe von 2,1 Millionen Franken, wie der Regierungsrat in seinem Antrag zuhanden des Landrats festhält.

Soll ausgeweitet werden: Die Wäscherei der Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU).

Soll ausgeweitet werden: Die Wäscherei der Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU).

Bild: PD

Das Gesamtinvestitionsvolumen für das Projekt der neuen Wäscherei beträgt rund 4,5 Millionen Franken. Die SBU finanziere die Investitionen selber, benötige jedoch eine Anschubfinanzierung in der Höhe von 2,1 Millionen Franken, da sie diesen Betrag nicht aus den Reserven und auch nicht aus den langfristigen Erträgen der Wäscherei tragen könne, heisst es im Bericht der Regierung. Der detaillierte Businessplan zeige auf, dass nach einer sechsjährigen Aufbau- eine nachhaltige Betriebsphase erreicht werden soll. Der beantragte Kredit solle die Liquidität der SBU sicherstellen und werde auf sechs Tranchen verteilt, führt der Regierungsrat in seinem Antrag weiter aus.

Der Kanton müsste weniger Restkosten zahlen

Bei einem Ja zum Kreditbegehren profitiert auch der Kanton: Ohne Kredit würden sich die Restkosten, die der Kanton jährlich zu übernehmen hat, kontinuierlich erhöhen. Laut Prognose der SBU könne diese Entwicklung mit der neuen Wäscherei ab dem dritten Jahr gebremst werden, was dann ab dem Jahr 2028 zu einer jährlich rund 200'000 Franken tieferen Restkostenfinanzierung führen würde, heisst es weiter.

Im Rahmen einer Vorstudie wurden drei Infrastrukturvarianten geprüft. Die Wahl sei auf die Variante mit gemieteter Halle bei der Zgraggen Agro GmbH gefallen. Der Entscheid wird damit begründet, dass sich die Halle in Fusswegdistanz zur SBU befinde, die geringsten Investitionen mit sich trage und auch aus ökologischer Sicht die geeignetste Lösung sei.

Das Projekt schaffe durch moderne Technologie mit limitiertem Automatisierungsgrad über 20 neue geeignete Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung. Stand heute arbeiten acht in der bestehenden Wäscherei. Damit werde der aktuellen Entwicklung Rechnung getragen, denn «die SBU hat ihre Arbeiten in den vergangenen Jahren tendenziell in den Bereich Dienstleistung verschoben», so Geschäftsführer Thomas Kenel. Weiter hält er fest, dass vor allem interne Umschulungen stattfinden werden. Zudem werden sechs Mitarbeitende der Wäscherei des Kantonsspitals übernommen. Im Verlauf der nächsten Jahre sollen bis zu vier zusätzliche Stellen für Menschen ohne Beeinträchtigung geschaffen werden.

Bis zu 20 Arbeitsplätze sollen in der Wäscherei der Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU) geschaffen werden.

Bis zu 20 Arbeitsplätze sollen in der Wäscherei der Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU) geschaffen werden.

Bild: PD

Thomas Kenel ist positiv gestimmt: «Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen über alle Parteien hinweg zur Interpellation vom ehemaligen Landrat und heutigen Regierungsrat Daniel Furrer hoffen wir, dass das Kreditbegehren im Landrat und anschliessend beim Volk Anklang finden wird.»

Am 11. November wird der Landrat über den Antrag des Regierungsrats befinden und ihn zuhanden einer Volksabstimmung verabschieden.