Regierungsrat will Ersatzröhre am Gotthard

Der Urner Regierungsrat lehnt die Volksinitiative der Jungen SVP für eine zweite Gotthardröhre ab. Diese widerspreche dem Verlagerungsziel. Deshalb will er dem Landrat einen Gegenvorschlag unterbreiten.

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Das Nordportal des Gotthard-Strasstentunnels bei Göschenen. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Das Nordportal des Gotthard-Strasstentunnels bei Göschenen. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Die Volksinitiative «Für mehr Sicherheit im Gotthardstrassentunnel und eine starke Urner Volkswirtschaft» verlangt den Bau einer zweiten Gotthard-Röhre und die Sanierung der bestehenden. Der Urner Regierungsrat befürchet, dass ein solches Vorgehen die Kapazitäten längerfristig vergrössern könnten, womit der Verlagerungsauftrag deutlich unter Druck geraten würde, wie er in einer Mitteilung schreibt.

Gegenvorschlag für Ersatzröhre
Der Regierungsrat will dem Landrat in der Januar-Session deshalb einen Gegenvorschlag zur Initiative unterbreiten. Dieser verpflichtet den Kanton Uri, beim Bund eine Standesinitiative einzureichen für den Bau einer Ersatzröhre ohne anschliessende Sanierung der heute bestehenden Röhre. So vermeide der rechtzeitige Bau der Ersatzröhre Sperrzeiten der Gotthardachse und verhindere unakzeptable negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaft beidseits des Gotthards, so der Regierungsrat.

Kosten sprechen für Ersatzröhre
Die Kosten für eine Ersatzröhre sind gemäss Erkenntnissen aus der ASTRA-Begleitgruppe und vorsichtigen eigenen Schätzungen des Kantons Uri nur unwesentlich höher als die Kosten für eine komplexe Sanierung mit sporadischen Öffnungszeiten und umfangreichen flankierenden Massnahmen (Autoverlad, Verkehrsmanagement). Für eine Ersatzröhre müssten gemäss dem noch mit einigen Unsicherheiten behafteten Kenntnisstand 1.1 bis 1.3 Milliarden Franken zur Verfügung gestellt werden, während die Umsetzung der Initiative schätzungsweise 1.7 bis 1.9 Milliarden Franken benötigen würde.

pd/bep

Die Alpen-Initiative begrüsst den Entscheid der Urner Regierung, die Volksinitiative der JSVP abzulehnen, die eine zweite Röhre am Gotthard fordert. Doch auch der Vorschlag des Regierungsrates mit einer Ersatzröhre gefährdet die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Nach Eröffnung des Basistunnels ist die Eisenbahn laut Mitteilung in der Lage, den gesamten erlaubten Strassenverkehr zu übernehmen.

pd/rem