Religionen treffen sich im Kulturkloster Altdorf

Die Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft der Schweiz hat im Rahmen ihrer GV das Kulturkloster besucht. Die Teilnehmer tauschten sich über ihre eigenen Leitlinien aus.

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Die Vertreter von Iras Cotis beim Rundgang durch das Kulturkloster oberhalb von Altdorf anlässlich der Generalversammlung von Iras Cotis.

Die Vertreter von Iras Cotis beim Rundgang durch das Kulturkloster oberhalb von Altdorf anlässlich der Generalversammlung von Iras Cotis.

(pd/ml) Rund 40 Vertreter der Mitgliederorganisationen haben sich am 16. Juni in die Innerschweiz aufgemacht und die Generalversammlung von Iras Cotis besucht. Iras Cotis ist die Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft der Schweiz.

Der Gastgeber, das Kulturkloster Altdorf, ist Partner im Jugendprojekt «Dialogue en Route» und bietet für Klassen und Gruppen Rundgänge an, die dem Leben im ehemaligen Kapuzinerkloster nachgehen und seine Umnutzung thematisieren. Vor der GV nahmen vier «Guides» aus dem Jugendnetzwerk von «Dialogue en Route» die Gäste mit auf einen Rundgang.

Man darf sich auch auf kritische Distanz begeben

Vorstandsmitglieder und Jugendliche von «Dialogue en Route» äusserten sich dazu, welche Leitlinien für sie persönlich unverhandelbar sind. Das Thema passte zum lokalen Wilhelm Tell, der sich um der Freiheit Willen weigerte, den Forderungen des Landvogts Gessler Folge zu leisten. Genauso gibt es für die Menschen auch heute Grundwerte, die zentral und darum nicht verhandelbar sind.

Die Organisation

(pd/ml) Als nationale Dachorganisation vernetzt die Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft der Schweiz Iras Cotis Religionsgemeinschaften und Organisationen, die sich im interreligiösen und interkulturellen Dialog engagieren. Vor 27 Jahren als Verein gegründet, wird Iras Cotis heute von rund 80 institutionellen Mitgliedern getragen, darunter Religionsgemeinschaften, kantonale und regionale interreligiöse Foren und Arbeitskreise. Iras Cotis arbeitet mit diversen Partnern wie Integrationsfachstellen, Universitäten und Hochschulen zusammen.

Iras Cotis will den Austausch zwischen Menschen mit unterschiedlichem religiösem und kulturellem Hintergrund fördern und so Vorurteile und Ängste abbauen und zum sozialen Zusammenhalt in der Schweiz beitragen. Dies möchte sie durch interreligiöse Projekte in den Bereichen Bildung, Begegnung und Vernetzung erreichen.

Einen hohen Wert hat laut Iras Cotis die Freiheit, die Religion in einer Weise auszuüben, wie sie den persönlichen Haltungen entspricht. Das bedeute, weder zum Verbleiben in einer Religion noch zum Wechseln gezwungen zu werden und sich auch auf kritische Distanz begeben zu dürfen.

Am Schluss des Tages stand die Generalversammlung von Iras Cotis auf dem Programm. «Dialogue en Route» stand im Jahr 2018 wieder im Zentrum der Aktivitäten des Vereins. Zur Eröffnung waren Klassen an diversen Orten zum Kennenlernen der Angebote eingeladen. Im November fand die «Woche der Religionen» statt. Das Angebot mobilisierte engagierte Freiwillige und das Publikum gleichermassen und hatte laut den Organisatoren eine Ausstrahlung in der ganzen Schweiz.

Jugendnetzwerk wird im Verband aufgenommen

Auch finanziell schloss Iras Cotis das Jahr 2018 erfreulich ab: Die solide Finanzsituation stellt eine gute Basis für die Weiterentwicklung des Projekts «Dialogue en Route» dar.

Die Versammlung wählte drei neue Vorstandsmitglieder: Eva Ebel, Professorin für Religionspädagogik am Institut Unterstrass und Mitglied der Synode der Reformierten Kirche Kanton Zürich, Christoph Knoch, Pfarrer der Kirchgemeinde Muri-Gümligen und Mitglied der Synode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, und Christiane Schubert, Theologin im Pastoralamt des Bistums St. Gallen.

Als neues Mitglied wurde das Young Swiss Muslim Network (YSMN) in den Verein aufgenommen. Dass sich das Jugendnetzwerk im Dachverband engagiert, ist für Iras Cotis wegweisend. Es sei die Bestätigung dafür, dass die jungen Religionsvertreter im Dialog und in der Zusammenarbeit der verschiedenen Religionen eine aktive Rolle einnehmen wollen.

Weitere Informationen zum Verband: www.iras-cotis.ch