René Röthlisberger: «Uri muss wachsen»

Beim dritten Parlamentarierforum in Altdorf kamen Vertreter von Wirtschaft und Politik zum gemeinsamen Dialog zusammen.

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René Röthlisberger, Präsident von Wirtschaft Uri, richtete beim Parlamentarierforum klare Worte an die Vertreter des Urner Landrats.

René Röthlisberger, Präsident von Wirtschaft Uri, richtete beim Parlamentarierforum klare Worte an die Vertreter des Urner Landrats.

Bild: PD

(RIN) Über 40 Vertreterinnen und Vertreter des Urner Landrates haben sich zusammen mit interessierten Landratskandidaten zu einem Dialog mit Wirtschaft Uri – dem Dachverband der Urner Wirtschaftsverbände – getroffen. Im Fokus stand dabei zum einen das Urner Wirtschaftsbarometer mit leicht getrübten Wirtschaftsaussichten. Zum anderen wurden die Erwartungen an die Politik und Verwaltung mit Blick auf die Wahlen diskutiert. Dabei fand René Röthlisberger, Präsident von Wirtschaft Uri, klare Worte.

Dank einer hohen Beteiligung an der Umfrage zum Urner Wirtschaftsbarometer von fast 25 Prozent, konnte Michael Buess von Demoscope im ersten Teil aussagekräftige Prognose der Wirtschaftsaussichten für den Kanton Uri machen (siehe Ausgabe vom 29. Januar 2020).

Im zweiten Teil lag der Schwerpunkt im Austausch der gegenseitigen Erwartungen zu politischen und wirtschaftlichen Themen. Dabei richtete sich René Röthlisberger, Präsident von Wirtschaft Uri, direkt an die Politiker und Politikerinnen: «Nur im Verbund mit der Bevölkerung, der Politik und zusammen mit den Unternehmern kann eine erfolgreiche Balance der Anforderungen und Erwartungen für einen attraktiven Standort Uri geschmiedet werden», so Röthlisberger. Mit diesen Worten wurden das Forum und der Dialog eröffnet. «Die Forderungen der Wirtschaft an alle Anspruchsgruppen sind eigentlich simpel und auch klar zu verstehen, man muss die Herausforderungen aber mit Leidenschaft und Hartnäckigkeit anpacken», sagt Röthlisberger in seinem Referat.

Weniger Zögerlichkeit bei Entscheidungen gefordert

René Röthlisberger wies auf die seit Jahren stagnierenden Bevölkerungsentwicklung hin und meinte, dass Massnahmen ergriffen und gehandelt werden müssen. «Bei jeder Aktion, sei es im Landrat, beim Regierungsrat oder in der Verwaltung, müssen die Massnahmen beschleunigt werden», so Röthlisberger weiter.

«Noch sind zu viele Akteure im Spiel, die Bremsen oder Moratorien verlangen, das ist kein guter Ratschlag. Entscheidungen müssen rasch und unkompliziert, aber auch mit Leidenschaft und nicht mit zögerlicher Abwägung gefällt werden.»

Der Handlungsspielraum der Gesetze und Vorschriften sei auf allen Stufen zu nutzen. «Insbesondere vom Regierungsrat wird mehr in dieser Führungsrolle erwartet, hier gibt es noch Luft nach oben», so die Botschaft auch an die anwesenden Regierungsratskandidaten. So müsse sich die Verwaltung und auch Politik auf das Wesentliche konzentrieren und schlank und effizient Handeln. «Das ist eine Chance in unserem Kleinkanton Uri. Nur wenn sich alle schlank aufstellen, unbürokratisch und effizient handeln, haben wir eine Chance, dass wir attraktiv für alle Urner, aber auch Interessierte ausserhalb des Kantons werden», meinte Röthlisberger.

Die Feststellung, dass in Uri noch immer nicht mit einer Marke Uri die Region verkauft und vermarktet wird, war ein weiteres Anliegen von Wirtschaft Uri an die verantwortlichen Instanzen.

Im Tourismus und Mobilität mehr Wirkung erziehen

So könne zum Beispiel im Tourismus, in der Standortförderung und in der Mobilitätsdarstellung mit einem über den Kanton übergreifenden Konzept deutlich mehr Wirkung erzielt werden, so die Sichtweise von Wirtschaft Uri.

Die Fragerunde und der anschliessende Apéro wurden rege genutzt, um sich auszutauschen und die vielfältigen Herausforderungen zu diskutieren. René Röthlisberger zeigte sich dementsprechend zuversichtlich: «Wir sind überzeugt, dass wir an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik mehr Verständnis für beide Seiten schaffen konnten. Der gegenseitige Gedankenaustausch zwischen Politik und Wirtschaft ist enorm wichtig. Nur gemeinsam können wir die Marke Uri stärken und eine wirtschaftsfreundliche Politik ermöglichen.»

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