RESORT: Jetzt redet Samih Sawiris Tacheles

Andermatt erhält mit dem geplanten Tourismusresort bald ein komplett anderes Gesicht. Das Grossprojekt hat den Mann dahinter viel Nerven gekostet, wie er nun in einem Interview preisgibt.

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Auch er hat mit Problemen zu kämpfen: Milliardär Samih Sawiris. (Bild Maria Schmid/Neue LZ)

Auch er hat mit Problemen zu kämpfen: Milliardär Samih Sawiris. (Bild Maria Schmid/Neue LZ)

«Wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommen und wie viel Nerven mich das kosten würde, hätte ich es wohl nicht gewagt», sagt der ägyptische Grossinvestor in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger».  Gerade in den letzten vier Monaten bis zur Genehmigung der Quartiergestaltungspläne sei er in die Ecke gedrängt worden und musste «eigenartige Kompromisse eingehen, weil sonst das ganze Projekt gescheitert wäre».

«Entgleisen der Demokratie»
Für Sawiris ist klar: Er werde möglicherweise keine weiteren ähnlichen Projekte in der Schweiz zu realisieren versuchen, «weil ich weiss, dass es nicht reicht, wenn 60 oder 70 Prozent der Leute dahinterstehen» – es müssten 90 Prozent sein, um Aussichten auf Erfolg zu haben. Das Problem bestehe in einer «überdemokratisierten» Schweiz: «Früher wurden die Mehrheitsentscheide des Volkes akzeptiert und respektiert.» Heute wüssten die Verlierer, wie sie ihre Anliegen trotz verlorerener Abstimmungen durchbrächten. «Die Schweiz muss aufpassen, dass die Demokratie nicht entgleist», spricht Sawiris seine diesbezügliche Befürchtung gegenüber dem «Tages-Anzeiger» aus.

Ein Lichtblick bleibt: Der Bau des Tourismusprojekts scheint durch die schwelende Finanzkrise nicht gefährdet: Es habe sich im Fall von Andermatt ausbezahlt, eine Kapitalerhöhung vorzunehmen, anstatt Geld bei der Bank aufzunehmen.

scd