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Restwassersanierungen: Urner Kraftwerke erhalten gutes Zeugnis

1992 trat ein neues Gewässerschutzgesetz in Kraft, das in vielen Kantonen noch immer nicht umgesetzt ist. Anders im Kanton Uri. Hier entsprechen alle sanierungsbedürftigen Wasserkraftwerke den gesetzlichen Bestimmungen.
Jonas von Flüe
Vor fünf Jahren hat das Elektrizitätswerk Altdorf im Schächen eine Fischtreppe gebaut. (Bild: Angel Sanchez, Unterschächen, 27. Juli 2012)

Vor fünf Jahren hat das Elektrizitätswerk Altdorf im Schächen eine Fischtreppe gebaut. (Bild: Angel Sanchez, Unterschächen, 27. Juli 2012)

Eine aktuelle Umfrage des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) bei den Kantonen zeigt: Nur wenige Kantone haben die Sanierung älterer Kraftwerke – also solcher, die vor dem neuen Gewässerschutzgesetz von 1992 gebaut wurden – vollständig vorgenommen. Die Kantone hätten bereits bis Ende 2007 beziehungsweise bis 2012 (erweiterte Frist) dafür sorgen sollen, dass Flüsse unterhalb von Kraftwerken oder Entnahmestellen wieder genügend Restwasser führen, damit Fische überleben können und die biologische Vielfalt erhalten bleibt. So hat es das Volk beschlossen, und so gilt es beim Bau neuer Kraftwerke.

Der Kanton Uri bildet mit Solothurn, Genf und Basel-Landschaft eine Ausnahme (siehe Box). Alle 57 Wasserkraftwerke entsprechen den gesetzlichen Sanierungsbestimmungen für das Restwasser, 21 davon wurden im Rahmen der erweiterten Frist saniert.

Zusammenarbeit führte zu zügigem Vorgehen

Laut Lorenz Jaun, Abteilungsleiter Gewässerschutz beim Amt für Umweltschutz, waren vor allem zwei Gründe ausschlaggebend, dass Uri zügiger als die meisten anderen Kantone vorgegangen ist. Zum einen habe das Amt für Umweltschutz vom Regierungsrat einen klaren Auftrag erhalten: «Wir sollten für jedes Kraftwerk spezifische Abklärungen vornehmen und eine Lösung finden.» Zum anderen sei die Zusammenarbeit mit den Kraftwerkbetreibern sehr gut verlaufen. Dem pflichtet Guido Scheiber, Vorsteher des Amtes für Energie, bei: «Obwohl die Kraftwerkgesellschaften weniger Strom produzieren können, waren sie unseren Anliegen gegenüber offen.»

Die Sanierungen wirken sich positiv auf die Wasserfauna und die Landschaft aus, sagt Lorenz Jaun: «Vorher gab es Fälle, in denen die Gewässer unterhalb der Wasserfassung zeitweise nur noch Tümpel waren oder teilweise trockenfielen. Im Extremfall mussten die Fische vor dem Austrocknen gerettet werden.»

Kanton Uri verdient weniger

Doch die Sanierungen haben auch negative Auswirkungen – für die Kraftwerkbetreiber einerseits und den Kanton andererseits. Beide verdienen weniger. «Die Kraftwerke können weniger Strom produzieren, und der Kanton erhält weniger Geld durch den Wasserzins», sagt Guido Scheiber. Der Wasserzins ist das Entgelt für den Rohstoff Wasser, das der Kanton erhebt. Stellt der Kanton den Kraftwerken weniger Wasser zur Verfügung, wird weniger Strom produziert und werden weniger Wasserzinsen fällig.

Rund 24 Millionen Franken generiert Uri jährlich durch die Wasserkraft. 281 000 Franken, also etwa 1,2 Prozent, nimmt er nun wegen der Sanierungen pro Jahr weniger ein. Verglichen mit den Schwankungen in der Jahresproduktion zwischen den einzelnen Jahren fällt die Minderproduktion moderat aus.

Basis für den laufenden Ausbau der Wasserkraft

Die Sanierung der bestehenden Restwasserstrecken war unter anderem auch eine wichtige Basis für den laufenden Ausbau der Wasserkraft im Kanton. Die drohenden Einbussen bei der Neuregelung der Wasserzinsen durch den Bund dürften zudem zukünftig viel stärker ins Gewicht fallen.

Für die restlichen Kantone ist das Kapitel noch nicht zu Ende. Der Bund strebt an, dass alle Sanierungen bis Ende 2018 durchgeführt werden. Stephan Müller, Leiter Abteilung Wasser des Bafu, relativiert: «Es werden nicht alle Kraftwerke bis dann saniert sein, jedoch sind wir dann einen grossen Schritt weiter.»

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