Reto Indergand startet nach acht Jahren mit einem neuen Team

Sein bisheriges Team ist Ende des letzten Jahres aufgelöst worden. Nun stehen dem Mountainbiker zwei jüngere Sportler zur Seite. 

Drucken
Teilen
Reto Indergand hätte sich eigentlich für die Saison gut vorbereitet gefühlt.

Reto Indergand hätte sich eigentlich für die Saison gut vorbereitet gefühlt. 

Bild: PD/Antonio Obregón Muńoz

(ml) Der Urner Mountainbiker Reto Indergand hat einen Zweijahresvertrag beim Giant Factory Off-Road Team unterschrieben. «Sie wollten das Team verstärken und ausbauen und haben mir von Beginn weg viel Vertrauen geschenkt», sagt der 28-Jährige. Sein bisheriges Team BMC Mountainbike Racing, vom welchem er acht Jahre lang Teil war, war Ende 2019 überraschend aufgelöst worden.

Mit Cameron Wright und Antoine Philipp stehen Reto Indergand im neuen Team zwei jüngere Sportler zur Seite. Trotzdem sieht er sich nicht als Teamleader. «Mir ist es wichtig, dass wir beispielsweise die Strecken zusammen besichtigen können.» Dabei werden die Fahrer von Performance-Coach Oscar Saiz unterstützt. Es sei nicht wichtig, als Leader zu agieren, sondern als Teamplayer, so Indergand.

Schwager ist als Velomechaniker mit dabei

In seinem neuen Team darf Reto Indergand weiterhin auf einen «Rund-um-Support» zählen: Physiotherapeut, Koch, Mechaniker, Techniktrainer, sportlicher Leiter. Einige Personen konnte er im Teamcamp im Februar bereits kennen lernen. «Es macht Spass, mit ihnen zu arbeiten, und jeder ist Profi in seinem Gebiet. Dies gibt mir auch Sicherheit und Rückhalt. In der Schweiz werde ich von der Familie betreut. Meine Frau Jennifer übernimmt einen Teil der administrativen und organisatorischen Aufgaben.» Auch von seinem Schwager wird Reto Indergand unterstützt. Der Velomechaniker Severin Sägesser hat seine eigene Karriere im Februar beendet und steht Indergand vor und während der Rennen zur Verfügung für die Wartung seines Bikes. Auch seine beiden Söhne können ihn begleiten, was ihm viel bedeutet.

Indergand hofft noch auf ein paar nationale Rennen

Seine Saisonvorbereitung schätzt Reto Indergand als sehr gut ein. Im Herbst hat er die Metallplatte aus dem Handgelenk entfernt, welche von einem Bruch im September 2018 stammt. Im Anschluss startete er den Aufbau. Zu den WK-Tagen mit der Nationalmannschaft in Tenero und Gran Canaria kamen einige Tage Finale Ligure, das Teamcamp in Barcelona und der Rennstart in Banyoles. Kurz bevor alle Rennen abgesagt wurden, konnte er in Alanya (Türkei) noch ein C2-Rennen bestreiten. Dies war das letzte relevante Rennen für die Weltrangliste, welche seit dem 15. März als eingefroren gilt. Das Rennen gelang Indergand viel besser als noch in Banyoles. Er wurde hinter Martin Gluth Zweiter.  

Vor der Coronasituation plante Indergand, die gesamte Weltcup-Saison mit dem Team zu bestreiten. Ebenfalls wollte er an den meisten Rennen des Proffix Swiss Bike Cup sowie an weiteren Rennen im nahen Ausland starten. «Zurzeit gibt es für mich und für uns alle aber Wichtigeres, als Rennen zu fahren. Es ist ungewiss, wann und ob wir die Saison fortsetzen können. Ich rechne nicht damit, dass es diese Saison viele internationale Rennen gibt», so Indergand. Er hofft jedoch, dass er ab Sommer noch ein paar nationale Rennen bestreiten kann.

Für das Verschieben der Olympischen Spiele in Tokyo hat Indergand Verständnis:

«Zurzeit sollten wir Respekt zeigen gegenüber unseren Mitmenschen und anderen helfen, nicht gegeneinander antreten. Aber klar, Olympia ist nur alle vier Jahre und welcher junge Sportler träumt nicht von einer Teilnahme? Dies war bei mir schon als Junior nicht anders.»

Indergand ist in einer für ihn neuen Ausgangslage: Als einer von fünf Schweizern hat er die Norm bereits erfüllt. Von diesen fünf Athleten dürfen aber nur drei starten. «Daher wird es nach Bekanntgabe der überarbeiteten Selektionsrennen bestimmt noch einen spannenden Kampf geben.»

Mehr zum Thema