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Rettungskräfte meistern in Unterschächen spektakuläre Übung

Eine Explosion im Forstmagazin und festhängende Luftseilbahnpassagiere: Mit diesem glücklicherweise gestellten Unglücksszenario sah sich der Gemeindeführungsstab Unterschächen an der Ernstfallübung konfrontiert.
Paul Gwerder
Die Passagiere der blockierten Seilbahn wurden von Rettungsspezialisten des SAC abgeseilt. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 29. April 2019)Die Passagiere der blockierten Seilbahn wurden von Rettungsspezialisten des SAC abgeseilt. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 29. April 2019)
An einer aufgebauten Drahtseilbahn wurden die verletzten Passagiere auf einem Schleppschlitten über den Schächen transportiert. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 29. April 2019)An einer aufgebauten Drahtseilbahn wurden die verletzten Passagiere auf einem Schleppschlitten über den Schächen transportiert. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 29. April 2019)
Dieser Mann erlitt eine schwere Gesichtsvereltzung beim abruptem Stopp der Luftseilbahn. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 29. April 2019)Dieser Mann erlitt eine schwere Gesichtsvereltzung beim abruptem Stopp der Luftseilbahn. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 29. April 2019)
Die Samariter behandelten die Brandverletzungen des verwundeten Mannes. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 29. April 2019)Die Samariter behandelten die Brandverletzungen des verwundeten Mannes. (Bild: Paul Gwerder, Unterschächen, 29. April 2019)
4 Bilder

Bilder der spektakulären Ernstfallübung in Unterschächen

Ausnahmezustand in Unterschächen: Eine Explosion im Forstmagazin in der Ribi hat einen Stromausfall ausgelöst, wodurch die Luftseilbahn Ribi-Wannelen mit drei Passagieren während der Fahrt blockiert wurde. Über diese Übungsannahme orientierte Feuerwehrkommandant und Mitglied des Gemeindeführungsstabs (Gefur), Kobi Imholz, am Montagabend, 29. April 2019, in Unterschächen.

An der gross angelegten Übung unter der Leitung von Martin Arnold nahmen 53 Feuerwehrleute und etwa ein Dutzend Samariter und alpine Retter des SAC teil. Als Beobachter waren Mitglieder des Kantonalen Führungsstabes mit dem Leiter Ignaz Zopp und Urs Mock, Polizeikommandant Reto Pfister, Feuerwehrinspektor Stefan Dahinden und interessierte Gäste dabei.

Rauch erschwert die Arbeit der Atemschutztruppe

An der Unfallstelle, die zuerst abgesichert werden musste, wird von den Feuerwehrmännern sofort der Dreifachbrandschutz aufgebaut: Die Löschmittel Wasser, Pulver und Schaum sind bereitgestellt, um ein Ausbreiten des Brandes zu verhindern. Danach dringt eine erste Atemschutztruppe in das Forstmagazin ein, in dem die Retter wegen des dichten Rauches kaum die Hand vor den Augen sehen.

Trotzdem finden sie im Raum einen schwer verletzten Mann, der sofort mit frischem Sauerstoff versorgt und dann auf einer Bahre zu den Samaritern getragen wird, die sich in einer trockenen Garage eingerichtet haben und die Erstversorgung übernehmen. Weil der Mann grosse Brandwunden hat, wird sofort ein Krankenwagen aufgeboten worden. Ein zweiter Mann, der ebenfalls nahe des Unglückortes arbeitete, erlitt einen Schock und irrt ziellos in der Gegend herum. Fachmännisch wird er von den Samariterfrauen bis zum Eintreffen eines Arztes betreut und beruhigt.

Seilbahnrettung wird zur Mutprobe für die Statisten

Da es stark regnet, die Nebelschwaden fast bis auf den Talboden hängen, die Dunkelheit allmählich einsetzt, macht eine Rettung aus der Luft fast keinen Sinn mehr. Deshalb entschliesst sich der SAC-Rettungschef Markus Schuler, die Passagiere aus der Luftseilbahn, die etwa 150 Meter vor der Talstation entfernt hängt, auf den sicheren Talboden abzuseilen.

Für die Menschen in der Luftseilbahnkabine wird es gewiss eine kleinere Mutprobe, sich die rund 30 Meter abseilen zu lassen. Da die Rettungsspezialisten geübte und erfahrene Männer sind, geht die Aktion nach einer gewissen Vorbereitung ziemlich schnell. Auf dem Waldboden werden die Seilbahnpassagiere auf einen Rettungsschlitten gebunden und auf diesem an einer schnell aufgebauten Drahtseilbahn über den Schächenbach gezogen. Auf der anderen Flussseite kümmern sich die Samariter um die nur leicht verletzten Seilbahnpassagiere.

Alle drei Rettungsorganisationen profitierten

Es habe sich gelohnt, die Übung gestaffelt an drei Posten – Forstmagazin, Samariterposten und Luftseilbahn – durchzuführen, sagt Einsatzleiter Martin Arnold an der Übungsbesprechung. «So konnten alle im Einsatz stehenden Hilfskräfte und die Gäste jeden Teil genau beobachten und auch etwas lernen.» Er zeige sich zufrieden mit der Arbeit der im Einsatz stehenden Leute und stellt befriedigt fest, dass der verletzte Mann im Forstmagazin schon nach rund 20 Minuten gerettet werden konnte. «Einzig die Kommunikation unter den verschiedenen Organisationen und der Einsatz der Funkgeräte mit den verschiedenen Frequenzen hat noch Potenzial nach oben», sagt Arnold. «Aber genau aus diesem Grund wird immer wieder geübt. Erst dann entdeckt man Fehler, aus denen Lehren gezogen werden können.»

Feuerwehrkommandant Kobi Imholz ergänzt, dass er keinen Wettlauf wollte. «Mein Ziel war es, dass jede Organisation mitbekam, was die anderen während dieses Einsatzes machten, denn nur so können sie voneinander profitieren».

Auch der Leiter des kantonalen Führungsstabs, Ignaz Zopp, zeigt sich zufrieden und spricht allen im Einsatz stehenden Personen, die bei der Übung zum Zuge kamen, seinen grossen Dank aus. «Dazu gehört auch ein riesiges Kompliment. Denn trotz des schlechten Wetters wurde hervorragende Arbeit von allen Rettungskräften geleistet. Ich bin immer wieder positiv überrascht, wie ruhig und doch konsequent die Schächentaler solche Schwierigkeiten meistern.»

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