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REUSSDELTA: Regierung will weniger Höckerschwäne am Urnersee

Die Anzahl Höckerschwäne entlang des Urnersees hat in den letzten Jahren zugenommen. Nun prüft der Regierungsrat Massnahmen, um das Ausmass der Schäden zu eruieren und den Bestand zu regulieren.
Höckerschwäne wie diese richten am Urnersee immer wieder Schäden an. Das soll sich bald ändern. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 13. Juli 2016))

Höckerschwäne wie diese richten am Urnersee immer wieder Schäden an. Das soll sich bald ändern. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 13. Juli 2016))

Höckerschwäne stellen gemäss Landrat Christian Arnold (SVP, Seedorf) ein wachsendes Problem für die Landwirtschaft dar. Dies, weil die Tiere Weiden und Wiesen verkoten und Spaziergänger und Touristen vergrämen. Aus diesem Grund wandte sich Arnold im April mit einer Interpellation an die Urner Regierung.

Diese teilt Arnolds Sorgen, wie der Antwort des Vorstosses zu entnehmen ist. Die Population der Höckerschwäne entlang des Urnersees, insbesondere im Gebiet des Reussdeltas, habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Das Amt für Forst und Jagd schätzt die Population auf 20 erwachsene Tiere.

Mit den Problemen stehe Uri nicht allein da, hält die Regierung fest. In den vergangenen Jahren hätten sich die Höckerschwäne auch in anderen Kantonen am Vierwaldstättersee negativ bemerkbar gemacht. Betroffen sei insbesondere die Landwirtschaft während der Vegetationszeit. Aus diesem Grund habe es der Regierungsrat in der Vernehmlassung zur Jagdgesetzrevision «ausdrücklich begrüsst», den Höckerschwan auf die Liste der Tiere zu nehmen, deren Bestände trotz des Schutzes reguliert werden dürfen, weil sie grossen Schaden anrichten.

Er sei aus Landwirtschaftskreisen schon mehrmals auf die Schäden durch Höckerschwäne angesprochen worden, hält der Regierungsrat in seiner Antwort weiter fest. Wildhüter des Amts für Forst und Jagd hätten mehrmals versucht, die Schwäne aus dem Wiesland zu vertreiben. In den Gebieten näher zum See ­seien diese Bemühungen aber «praktisch erfolglos».

30 Hektaren Wiesland sind verunreinigt

Der Schaden sei bisher nie detailliert erhoben worden. Der Regierungsrat geht aber davon aus, dass rund 30 Hektaren Wiesland von der Verunreinigung durch Höckerschwäne «mehr oder weniger stark betroffen» sind. Die grössten Problemflächen befänden sich in unmittelbarer Seenähe, vorwiegend im Gebiet des Reussdeltas.

Arnolds Frage, ob der Landwirtschaft bei verkoteten Wiesen finanzielle Unterstützung zukomme, verneint der Regierungsrat. Da der Schwan eine nicht jagdbare Art ist, würden auch keine Schäden vergütet. Das soll auch so bleiben. Die Lösung soll nicht in der Vergütung von Schäden liegen, sondern in der Reduzierung der Bestände auf ein «tolerierbares Mass». Mit einer kleineren Population sei ein Nebeneinander von Schwänen und Landwirtschaft bis vor einigen Jahren ohne übermässige Schäden möglich gewesen. «Darum liegt aus Sicht des Regierungsrats der Lösungsansatz für die Problematik des Höckerschwans bei der Regulation und nicht bei der Schadenfinanzierung für überhöhte Bestände.»

Zeitlich beschränkte Fütterungsverbote, wie sie Arnold in der Interpellation vorschlägt, können gemäss Regierungsrat durchaus eine Massnahme sein, um Konzentrationen von Schwänen zu verhindern oder die natürliche Wintersterblichkeit zu erhöhen. Der Kanton Nidwalden habe bereits Erfahrungen mit einem Aufruf zum Fütterungsverzicht gesammelt. Und auch wenn dort aufgrund der letzten milden Winter nur mässige Wirkung erzielt wurde, sei der Regierungsrat bereit, diese Massnahme in Absprache mit der Reussdelta-Kommission zu prüfen.

Bestandsaufnahme ab Frühling 2018 geplant

Hinsichtlich weiterer Massnahmen bis hin zu Einzelabschüssen verweist der Regierungsrat auf die Jagdgesetzrevision, die noch hängig ist. Falls künftig das Verfahren für eine Regulation der Schwanenpopulation einfacher beschritten werden kann – was im Sinne des Urner Regierungsrates wäre – sei ohnehin zuerst eine genauere Schadenerhebung während der ganzen Vegetationsphase zwingend notwendig. Diese soll im Frühling 2018 in Angriff genommen werden.

Unabhängig davon will der Regierungsrat auch die Fütterungsproblematik angehen. Hierbei soll das zuständige Amt die Bevölkerung im kommenden Winter aufklären. Der Regierungsrat werde ausserdem zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt und wo nötig auch in Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen nach weiteren geeigneten Lösungen suchen.

Christian Arnold ist mit der Antwort des Regierungsrats nur teilweise zufrieden, wie er auf Anfrage sagt. Es sei zwar positiv, dass der Regierungsrat das Problem anerkenne und bereit sei, Massnahmen zu ergreifen. Das Ganze müsse aber schneller angegangen werden als erst im Frühling 2018, findet Arnold.

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

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