REUSSTAL/URSERENTAL: Projekt zur Wohnraumförderung gescheitert

Im Kanton Uri wird es keine vom Kanton finanzierte Studie zur Förderung des Wohnraums im Urserental geben. Der Landrat hat am Mittwoch einen Antrag der Regierung für einen Kredit von 204'000 Franken knapp abgelehnt. Es gabhitzige Diskussionen.

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Ein Blick aufs Urserental. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Ein Blick aufs Urserental. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Nach einer hitzigen Diskussion scheiterte der Nachtragskredit für das Projekt «Wohnraumförderung oberes Reusstal/Urserntal» mit 30 Nein- gegen 27 Ja-Stimmen. Ein Landrat enthielt sich der Stimme.

Der regierungsrätliche Antrag war bereits in der Finanzkommission umstritten. Mehrere Landräte bezeichneten das Projekt als «Papiertiger» ohne wirklichen Nutzen.

SVP-Landrat Christian Arnold bemängelte zudem die «zu hohen» Kosten der Studie. Der Kanton solle sich zuerst bestehenden Instrumenten wie dem kantonalen Richtplan bedienen, um den Wohnraum zu fördern. Thomas Sicher (FDP) verlangte, dass das Geld nicht in Studien, sondern in konkrete Projekte investiert werden soll.

Pro-Argumente fanden kein Gehör

Unterstützung fand das Vorhaben mehrheitlich bei der CVP und bei der SP/Grüne-Fraktion. CVP-Landrat Bernhard Walker bezeichnete das Projekt als Chance für Uri. Er erhoffe sich Ideen und Modelle zur Förderung des Wohnraums, die nicht nur im Urner Oberland sondern im ganzen Kanton zur Anwendung gebracht werden könnten.

Die Urner Justizdirektorin Heidi Z’graggen betonte, dass die Studie nicht für das Urner Oberland, sondern dem ganzen Kanton dienen sollte. Trotzdem fand sie mit ihrer Argumentation am Ende keine Mehrheit.

Im Urner Oberland und im Urserntal werden laut Studien bis ins Jahr 2030 zwischen 1500 und 2500 zusätzliche Wohnungen benötigt. Der steigende Wohnungsbedarf hängt unter anderem mit dem Bau des Tourismusresorts in Andermatt zusammen.

Unter der Leitung der Urner Justizdirektion wollte der Kanton in Zusammenarbeit mit dem Gemeindeverband Uri und der Hochschule Luzern ein Projekt realisieren, um den Wohnraum im Urner Oberland langfristig zu fördern. (sda)