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RIEMENSTALDEN: Für Bischof läuten alle Glocken

Am (gestrigen) Sonntag hat Bischof Huonder 14 Jugendliche gefirmt. Der Fall Bucheli war nur am Rande ein Thema.
Bischof Vitus Huonder zusammen mit Pfarrer Matthias Rey bei der Firmung in Riemenstalden. (Bild: PD)

Bischof Vitus Huonder zusammen mit Pfarrer Matthias Rey bei der Firmung in Riemenstalden. (Bild: PD)

MZ. Bischof Huonder ist national in die Schlagzeilen geraten, weil er den Bürgler Pfarrer Wendelin Bucheli zwangsversetzen will. Dieser hat im Oktober 2014 in der Pfarrkirche Bürglen ein lesbisches Paar gesegnet. Die Solidarität mit dem Pfarrer ist gross. Mehr als 39 000 Menschen haben eine Petition im Internet unter dem Titel «Bucheli muss bleiben» unterschrieben.

Pfarrer schaut nicht fern

Von all dem medialen Aufruhr scheint man in Riemenstalden wenig zu spüren. Gestern wurde beim Besuch aus Chur mit allen Glocken geläutet. Bischof Huonder spendete in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche 14 Jugendlichen das Sakrament der Firmung. «In den Zeitungen und im Fernsehen wird einseitig berichtet», sagte Pfarrer Matthias Rey gestern auf Anfrage. «Die Medien sind gegenüber der Kirche meist negativ eingestellt.» Daher gebe er den Ratschlag, möglichst wenig über solche Sachen zu lesen. Er selber habe weder eine Tageszeitung abonniert, noch schaue er fern. «Das bringt nur Unruhe in unsere Herzen», so der Pfarrer. «Das, worüber berichtet wird, betrifft nicht unser Leben.» Viel besser sei es doch, über den Glauben zu Jesus zu sprechen und nicht über einen einzelnen Vorfall, der momentan gerade kontrovers diskutiert werde.

In Riemenstalden findet alle vier bis fünf Jahre eine Firmung statt. 14 Kinder von der dritten bis zur sechsten Primarklasse empfingen gestern das Sakrament der Firmung. «Bei uns im Dorf sind alle Kinder von der zweiten bis zur sechsten Klasse katholisch», sagt der Pfarrer. Die Zweitklässler bildete er vorgängig zu Ministranten aus. «Die Kinder fanden es spannend, den Bischof persönlich kennen zu lernen – vor allem zum jetzigen Zeitpunkt, in dem er in den Medien derart präsent ist.» Dabei sei aber nicht über den Fall Bürglen diskutiert worden. «Vielmehr wollten die Kinder wissen, ob der Bischof direkt von den Exerzitien nach Riemenstalden kommt», sagt der Pfarrer. «Wie sich herausstellte, war er aber schon noch schnell zuvor in Chur.»

Bischof hat Zeit für Kinder

Der Pfarrer von Riemenstalden ist des Lobes voll über den Bischof. «Er fuhr dreieinhalb Stunden Auto und nahm sich extra Zeit, um zu uns zu kommen.» Während der Firmung habe er mit jedem Kind ein paar persönliche Worte gewechselt. Dabei sei er auf den jeweiligen Namenspatron eingegangen und habe den Kindern Ratschläge mit auf den Weg gegeben. Das sei alles andere als selbstverständlich. Der Bischof habe ein enormes Pensum zu bewältigen. Chur sei ein Riesenbistum mit drei verschiedenen Sprachregionen. Mit der Hierarchie in der Kirche hat Pfarrer Rey keine Probleme. Den Aufbau hat er denn auch schnell erklärt: «Der Pfarrer kennt die Leute. Der Bischof kennt seine Pfarrer. Und der Papst kennt die Bischöfe.»

Der Bischof seinerseits habe den Besuch in Riemenstalden ebenfalls als sehr wohltuend erlebt, sagt der Pfarrer. Er sei auch noch mit dabei gewesen beim Essen im Pfarrhaus. Und als er ging, läuteten wieder alle Glocken. Für dieses Mal gab es keine negativen Schlagzeilen.

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