RINGEN: Schlechter Lohn für guten Auftritt

Im Duell mit Spitzenreiter Willisau entscheidet Schattdorf fünf der zehn Kämpfe für sich. Trotzdem resultiert in der Endabrechnung eine relativ deutliche 15:22-Heimniederlage.

Urs Hanhart
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Der Schattdorfer Kim Besse (rechts) besiegte seinen Gegner Mirco Studer deutlich nach Punkten. (Bild: Urs Hanhart (Schattdorf, 30. September 2017))

Der Schattdorfer Kim Besse (rechts) besiegte seinen Gegner Mirco Studer deutlich nach Punkten. (Bild: Urs Hanhart (Schattdorf, 30. September 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Normalerweise enden Mannschaftsmeisterschaftskämpfe immer sehr knapp, wenn beide Teams je fünf Gewichtsklassen gewinnen. Im Heimkampf gegen den Tabellenführer Willisau hatten die Schattdorfer am Schluss jedoch deutliche sieben Punkte Rückstand, was angesichts der Tatsache, dass sie gut mitgehalten hatten, doch ziemlich frus­trierend war. Dazu sagte Schattdorfs Spielertrainer Michael Jauch: «Wir haben gleich vier 0:4-Niederlagen hinnehmen müssen. Das konnten wir einfach nicht mehr kompensieren, weil unsere fünf Siege fast allesamt ziemlich knapp ausfielen und deshalb punktemässig nicht so viel einbrachten. Wir haben uns mehr ausgerechnet. Das Schlussresultat ist wirklich enttäuschend für uns.»

Die Platzherren starteten gut ins Kräftemessen mit den bisher noch ungeschlagenen Luzernern. Stephan Imholz entschied den Auftaktkampf (57 kg Freistil) gegen Mavlaev Mansur hauchdünn mit 7:6 Punkten für sich. Für zwei weitere Siege in der ersten Halbzeit sorgten Simon Gerig (65 kg Freistil), der sich gegen Lukas Bossert durchsetzte, und Michael Jauch, der im Greco-Schwergewicht gegen Samuel Scherrer die Oberhand behielt. Trotzdem lagen die Platzherren zur Pause mit 8:9 im Hintertreffen. Negativ zu Buche schlug die Niederlage von Elias Kempf (97 kg Freistil) gegen Stefan Reichmuth durch technische Unterlegenheit. Zudem zog auch Sven Gamma in der 61-kg-Grecoklasse gegen Timon Zeder den Kürzeren, allerdings denkbar knapp. Nach dem langen Break verflogen die Hoffnungen der Urner, endlich den ersehnten Exploit gegen einen der grossen Vier zu landen und damit den Grundstein für den Halbfinaleinzug zu legen, sehr schnell. Aus dem 8:9- wurde innert kurzer Zeit ein uneinholbarer 8:21-Rückstand. Lucas Epp, Mateo Dodos und Renato Kempf unterlagen allesamt vor Ablauf der Zeit durch technische Überlegenheit des Gegners. Besonders ärgerlich war die Niederlage von Dodos. Er kämpfte zunächst auf Augenhöhe mit Roger Heiniger, lief in der zweiten Runde jedoch in einen Konter hinein und kassierte eine Schulterniederlage. Immerhin schossen die Schattdorfer zum Schluss noch zwei «Ehrentore». Neuverpflichtung Kim Besse landete in der 74-kg-Freistilklasse gegen Mirco Studer einen überlegenen Punktesieg. Im Abschlussfight gab sich auch Schattdorfs Aushängeschild und Publikumsliebling Nicolas Christen keine Blösse. Er machte in der 74-kg-Grecoklasse mit seinem Gegner Roger Junker kurzen Prozess und triumphierte durch technische Überlegenheit. Allerdings konnten Besse und Christen nur noch Resultatkosmetik betreiben. Der zuvor eingehandelte Rückstand war viel zu gross, um für das Team noch etwas zu reissen.

Schattdorf will Hergiswil packen

Jauch trauert nicht lange der verpassten Chance nach. Sein Fokus liegt bereits auf dem Auswärtsfight vom kommenden Samstag gegen Hergiswil. Er betonte: «Wir werden alles daransetzen, unseren Tabellennachbarn zu besiegen. Falls uns dies gelingt, könnten wir einen grossen Schritt Richtung Halbfinaleinzug machen. Ich bin überzeugt, dass wir Hergiswil schlagen können. Allerdings muss alles optimal laufen.» Hergiswil scheint in dieser Saison um einiges schwächer zu sein als in den Vorjahren. In den ersten vier Runden haben die Luzerner nur gerade einen Sieg gefeiert, und zwar gegen Aufsteiger Einsiedeln. Zuletzt gingen sie beim Gastauftritt in Kriessern sang- und klanglos mit 9:29 unter.