RITALIN: Ritalin-Zahlen massiv gestiegen

Immer mehr Schweizer nehmen Ritalin und ähnliche Stoffe ein – so auch in Uri. Experten erklären dies damit, dass man heute näher hinschaue.

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Die Zahl abgegebener Psychostimulantien, zu denen auch Ritalin zählt, ist massiv gestiegen. Getty

Die Zahl abgegebener Psychostimulantien, zu denen auch Ritalin zählt, ist massiv gestiegen. Getty

Die Zahlen des Schweizerischen Apothekerverbands Pharmasuisse sprechen Bände: Das Absatzvolumen des Wirkstoffs Methylphenidat, der im Medikament Ritalin vorkommt, hat sich von 2000 bis 2012 beinahe vervierfacht: von 79 000 auf 297 000 Einheiten (Abgabe von Apothekern und Ärzten). Zwar existieren keine Zahlen für die einzelnen Kantone, doch auch in Uri wird immer mehr Ritalin abgegeben, wie Experten wissen.

Mit Ritalin werden Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) behandelt. Heute gehen Fachleute davon aus, dass es Betroffenen an gewissen Botenstoffen im Hirn mangelt. Dadurch sind sie unaufmerksam, können nicht bei der Sache bleiben, fangen tausend Dinge gleichzeitig an, beenden davon aber nichts. Ihr Gehirn kann Reize nicht richtig filtern. Dadurch wird es überlastet und kann nicht unterscheiden, ob etwas wichtig oder belanglos ist.

Elpos, ein schweizweit organisierter Verein für Eltern und Bezugspersonen von ADHS-betroffenen Kindern, geht davon aus, dass 3 bis 7 Prozent der Bevölkerung von ADHS betroffen sind. Den Anstieg der Ritalinzahlen erklärt Lisbeth Furrer von Elpos Zentralschweiz mit den vermehrten Abklärungen. «Man ist heute sensibler für das Thema. Man schaut näher hin und klärt deshalb eher ab.»

Florian Arnold

Mehr zu ADHS, Informationen zur Abklärung sowie zur Wirkung von Ritalin finden Sie hier.