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ROCKMUSIK: «Einen Hit im Radio zu landen, das wäre schon toll»

30 Jahre gibt es die Urner Rockband Tell’s Valley bereits. Nach Unstimmigkeiten haben sie sich immer wieder gefunden – und hegen noch immer grosse Pläne.
Tell’s Valley mit Sänger Erol «Sax» Arnold üben im Probelokal für den grossen Auftritt. Bild: Markus Zwyssig (Bürglen, 21. Oktober 2016)

Tell’s Valley mit Sänger Erol «Sax» Arnold üben im Probelokal für den grossen Auftritt. Bild: Markus Zwyssig (Bürglen, 21. Oktober 2016)

Der Weg zu ihrem Proberaum ist einfach zu finden. Beim Schulhaus in Bürglen geht es die Treppe hinunter zur Zivilschutzanlage. Die kräftigen Bässe sind schon von weitem zu hören. Hier proben Tell’s Valley. Und das bereits seit 30 Jahren – Woche für Woche. Die Urner Rockband kann heuer Jubiläum feiern.

Von der ursprünglichen Formation sind nur noch Gitarrist Dani Kempf und Schlagzeuger Peter Arnold dabei. Die beiden Urgesteine wollen aber noch lange weiterrocken. So wie ihre vier Bandkollegen: Einer von ihnen nimmt als auswärtiger Musiker einen langen Weg in Kauf: Keyboarder Roli Käch wohnt in Horw LU und greift seit 2009 für Tell’s Valley in die Tasten.

Band hat bereits einige Hochs und Tiefs erlebt

Wenn eine Band seit 30 Jahren Musik macht, geht es nicht immer nur bergauf. Zwei Jahre lang legten die Musiker eine kreative Pause ein. Doch irgendwann hatten die Männer wieder Lust, weiterzumachen. «Wir können nicht ohne Musik sein», sagt Kempf. «Der Reiz, gemeinsam zu spielen, war zu gross.»

In den vergangenen 30 Jahren kam es mehrere Male zu Wechseln bei den Bandmitgliedern. Und zwischen einzelnen Musikern kam es sogar zu Unstimmigkeiten. So wurde Sänger Erol «Sax» Arnold eine Zeit lang durch einen anderen Sänger ersetzt. Doch auf seine kräftige Stimme konnte man in der Band auf längere Sicht doch nicht verzichten. Der damalige Sänger verausgabte sich bei einem Konzert derart, dass er nach dem dritten Song nicht mehr singen konnte. Zufälligerweise war auch Erol Arnold im Publikum. Weil er die Songs kannte, sprang er kurz entschlossen ein, um das Konzert über die Runden zu bringen – und war fortan wieder mit dabei. Inzwischen wurde eine gute Zusammensetzung gefunden, die seit fünf Jahren besteht. Dazu gehören auch Gitarrist Peter «Pit» Schuler und Bassist Heinz Ziegler.

Auch musikalisch hat sich einiges getan. Zu Beginn hatten sich Tell’s Valley dem Hardrock und dem Southern-Rock verschrieben. «Früher spielten wir lauter», sagt Dani Kempf. «Heute legen wir mehr Gewicht auf die Dynamik der Songs.» Einen Gang runterschalten («Put a gear down») heisst denn auch bezeichnenderweise ein Song auf ihrem letzten Album, das vor zwei Jahren erschien. Die Musiker selbst bezeichnen ihren Stil als Bluesrock. Und dass die Band poppiger geworden ist, das haben sie vor allem Keyboarder Roli Käch zu verdanken. Ihm gefallen schöne Harmonien. Er singt selber im Hintergrund und sorgt insbesondere mit seiner Hammond-B3-Orgel für eine Portion Soul.

Auch neue Songs am Jubiläumskonzert zu hören

Zurzeit proben die Musiker für ihr Jubiläumskonzert. Dieses findet am 19. November in der Aula in Bürglen statt. Verstärkt werden die Männer von den Sängerinnen Hedi Weber und Jelly Kerkhof. Dabei werden auch neue Songs zu hören sein. Bereits haben die Musiker wieder neues Material eingeübt. «Es wäre toll, wenn wir die Songs professionell aufnehmen könnten», sagt Roli Käch. Auch die vor zwei Jahren erschienene CD «Brand New Day» hatte Oli Bösch (bekannt als Tontechniker für Züri West) professionell abgemischt. CDs aber lassen sich heute in Zeiten von Downloads und Streaming kaum noch absetzen – doch einen einzelnen Song aufzunehmen koste noch immer mehrere tausend Franken. So könnte es möglicherweise auch bei einem oder zwei professionell gemischten Songs bleiben. «Einen Hit im Radio zu landen, das wäre schon toll», so Roli Käch.

Zu den Highlights zählen die Musiker den Auftritt in Erstfeld vor 1100 Zuhörern im Vorprogramm von Polo Hofer. Bei den Urner Rockfestivals im Altdorfer «Winkel» kamen um die 500 Rockfans. In bester Erinnerung geblieben ist ihnen auch der Auftritt in diesem Jahr im Gaswerk in Seewen.

Musik ist für die sechs Männer ein Hobby. Die Musiker verdienen ihr Geld als Pöstler, Baggerfahrer, Webentwickler, im Bereich Produktmanagement sowie im Schwerverkehrszentrum. Zwei arbeiten sogar in Schicht. «Es ist nicht einfach, einen Termin für eine gemeinsame Probe zu finden», so Roli Käch.

Auf dem Bagger kommen ihm die besten Ideen

Die Musiker von Tell’s Valley verbindet die Liebe zur Musik. Nur noch selten komme es zu Meinungsverschiedenheiten. Das bringt es mit sich, dass ein neuer Song in der Regel nach drei Proben fertig ist. Ab und zu spielen Tell’s Valley einen Song von Gary Moore, Lynyrd Skynyrd, Ufo, Walter Trout oder Rory Gallagher. Das meiste aber sind Eigenkompositionen. Die Songtexte stammen fast alle von Erol Arnold. Er singt auf Englisch und «Ürner Tyytsch» über das, was ihn beschäftigt. «Auf die besten Ideen komme ich, wenn ich auf dem Bagger sitze», sagt er. Manchmal käme ihm auch ein Text mitten in der Nacht in den Sinn. «Dann ist es wichtig, dass ich mir das rasch aufschreibe, noch ehe ich wieder einschlafe. Denn am Morgen hätte ich den Text sicher wieder vergessen.»

Markus Zwyssig

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