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Rosen und Pauken

Theo «Guck-in-die-Luft» Ziegler, Altdorf (Bild: pd)

Theo «Guck-in-die-Luft» Ziegler, Altdorf (Bild: pd)

Ich erstarre nicht gerade vor Ehrfurcht, das nicht. Aber das heutige Datum bietet mir eine Chance, die man nicht alle Tage kriegt. Die Erwartungen an mich selber sind gross, die zu tragende Last schwer. Valentinstag und Fasnachtssamstag gleichzeitig. Rosen und Pauken. Fast alles, was das Leben zu bieten hat. Ein Steilpass, eine Vorlage, die man ohne zu zögern verwerten muss, sonst wird man gnadenlos ausgebuht und verlässt den Rasen mit hängendem Kopf, froh darüber, von einem Securitas mit einem aufgespannten und vor Spucke schützenden Regenschirm begleitet zu werden.

Bleistift und Papier liegen bereit. Eine Fasnachtskolumne in Versform, das wär mein Traum bissig und pointiert formuliert. Der naheliegendste Gedanke ist oft der fruchtbarste, in diesem Fall jedoch der furchtbarste. Leider öffnet sich ein unüberwindbarer Abgrund zwischen Wunsch und Realität, der sich mir in Form von mit dem Bleistift ins Papier gestochenen Löchern offenbart – immerhin im Takt der Katzenmusik. Glauben Sie mir, meine wackligen Gehversuche als «Schnitzelbank-Värslibrinzler» wollen Sie gar nicht lesen. «Blamieren» ist nur der Vorname.

Nicht zum ersten Mal ziehe ich vor jedem «Vereins-Chlaushock-Versli­schmied» den Hut. Wie die ihre Zeilen zusammenschustern, bleibt mir nach wie vor ein Rätsel. Bei mir macht es lediglich «holper-di-polper», und spätestens nach zwei Zeilen ist aus die Maus mit Reimen. Vielleicht ist die Verschmelzung von «Hychlerbääsa und Petschggä» an sich poetisch genug, auch ohne Reim am Ende der Zeile. So manche Allianz wird gebildet. Klosterfrau mit Teufel, Sumoringer mit Piratenbraut, Polizist mit Ork, Squaw mit Cheerleaderin mitsamt Huonder’schem Segen.

Nüchtern oder im Rausch wird Treue geschworen (manchmal dem Partner, manchmal der Fasnacht oder beidem), es wird geliebt (manchmal den Partner, manchmal die Fasnacht oder beides), es wird gefeiert (manchmal mit dem Partner, manchmal mit der Fasnacht oder mit beiden). Und wem die paar Fasnachtstage viel zu kurz erscheinen, den kann ich beruhigen. Es soll sogar vorkommen, dass eine junge Dame einige Monate später die Pauke immer noch mit sich trägt.

Allen Übernächtigten und Kopfwehgeplagten zuliebe reize ich diesmal die maximale Zeichenzahl nicht aus und mache den Liebenden (der Fasnacht) folgendes Angebot, da mich der dichtende Gedanke nicht mehr loslässt: Heute Abend an der «Fliälersträässler» bin ich als paukender Hans Guck-in-die-Luft unterwegs.

Wer diese Zeilen ohne Alka-Seltzer zu Ende gelesen hat und mich darauf anspricht, bekommt von mir anstatt einer Rose ein selber verfasstes Liebesgedicht geschenkt. Wer nun für Liebesgedichte nichts übrig hat und sich trotzdem mit Haut und Haar dem Rhythmus der Fasnacht widmet, bedenke folgende Weisheit: Morgen ist erst morgen, wenn man geschlafen hat. Und das ischt kein Witz.

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