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Rover der Pfadi Schattdorf setzen Helene Fischer in Szene

Die Rover der Pfadi Schattdorf bauen ein «Schlager-Wagerl». Vom Kleinkind bis zum Rentner sind alle tatkräftig mit dabei, um der deutschen Schlagerkönigin eine Bühne zu bereiten.
Markus Zwyssig
Für den Umzugswagen der Rover der Pfadi Schattdorf wird gemeinsam Hand angelegt. (Bild: Markus Zwyssig, Schattdorf, 22. Februar 2019)

Für den Umzugswagen der Rover der Pfadi Schattdorf wird gemeinsam Hand angelegt. (Bild: Markus Zwyssig, Schattdorf, 22. Februar 2019)

Beim Bau des Umzugswagens der Rover der Pfadi Schattdorf können alle mitmachen. Die jüngste Helferin ist die eineinhalbjährige Nina Regli. Sie ist die Tochter des Wagenbauchefs Michael Regli. Toni Imhof ist mit 68 Jahren der älteste Wagenbauer. Er ist mit Leib und Seele dabei und fehlt bei keinem Bautermin. Das Fasnachtsgen liegt wohl im Blut. Seine Frau Pia führt nämlich bei der Katzenmusik jeweils den Taktstock. Was das Handwerk betrifft, können die Rover für den Wagenbau auf das Wissen vieler Fachleute zurückgreifen: Zimmermann, Schlosser, Sanitär und Maurer.

Mit ihrem «Schlager-Wagerl» nehmen die Rover am Schattdorfer Fasnachtsumzug unter dem Motto «Schattdorf on Fire» die Schlagerszene auf die Schippe. Auf dem Wagen gibt es auch eine Schaukel. Darauf wird während dem Umzug die deutsche Schlagerkönigin sitzen. Die Trennung zwischen Helene Fischer und Florian Silbereisen hinterlässt auf dem Wagen der Schattdorfer Rover seine Spuren. «Noch wissen wir nicht, wer von uns als Helene Fischer auf der Schaukel sitzen darf», sagt Wagenbauchef Michael Regli und schmunzelt.

Der Umzug führt zu Verkehrsbehinderungen

Der Schattdorfer Fasnachtsumzug führt zu Einschränkungen vor allem auch im Busverkehr. Ab 13.30 Uhr werden die Haltestellen Adlergarten, Drogerie und Grund nicht bedient. Während dieser Zeit müssen die Haltestellen Rynächt und Kollegi benutzt werden. Die Haltestelle Adlergarten wird zur Garage Brand und vis-à-vis, die Haltestelle Grund zum Gasthaus Grüner Wald und vis-à-vis verlegt. Die Gotthardstrasse bleibt ab zirka 12.30 Uhr bis 16 Uhr von der Schächenbrücke bis zum Rynächt für den Verkehr gesperrt. Der Dorfkern bleibt bis Sonntag, 3 Uhr, gesperrt. (pd/MZ)

Eines ist aber jetzt schon gewiss: Die Rover rühren mit der grossen Kelle an. Für die richtige Platzierung der Lautsprecher werden silberne Metallstangen aufgebaut. Und auch für viel Rauch ist gesorgt. Zudem wird auch die Konfettikanone wieder im Einsatz stehen. «Die haben wir vor zwei Jahren aus zwei alten Feuerlöschern gebaut, welche durch einen Kompressor mit Druckluft befüllt werden», erklärt Regli, der als Werkstattleiter einer Urner Metallbaufirma tätig ist. 200 Kilo Konfetti stehen für den Umzug bereit.

Auch die Jüngsten helfen mit. (Bild: Markus Zwyssig, Schattdorf, 22. Februar 2019)

Auch die Jüngsten helfen mit. (Bild: Markus Zwyssig, Schattdorf, 22. Februar 2019)

Maximal erlaubte Wagenbreite ausgenutzt

Beim Wagenbau in den Räumlichkeiten der Metallbaufirma, in der Regli arbeitet, versuchen die Rover jeweils bis an die Grenzen zu gehen. Möglichst gross und möglichst breit heisst die Devise. «Unsere Nummer besteht aus einer Dreierkomposition, welche auf die maximal am Umzug erlaubte Wagenbreite von 2,5 Metern ausgelegt ist.» Statt mit einem grossen Lastwagen durchs Dorf zu fahren, setzt man heute mehr auf die Marke Eigenbau. So hat Regli für den grossen Umzugswagen der Rover extra ein Stahl-Chassis gefertigt. Dieses kann jedoch in zwei Jahren an der Fasnacht wieder verwendet werden.

Regli ist das sechste mal als Wagenbauchef tätig. Der Einsatz des 34-Jährigen für den Schattdorfer Umzug geht aber noch viel weiter zurück. Mitgeholfen hat er schon früher beim Bau eines Wagens der Rover. Regli sagt stolz:

«Von der Planung bis zum Finish machen wir alles selber.»

Die Teilnahme am Umzug lassen sich die Rover viel kosten. Regli erklärt denn auch, wie die Ausgaben quersubventioniert werden: «Wir betreiben eine Bar in einem Wohnwagen im Dorf. Mit dem, was wir damit am Fasnachtssamstag einnehmen, können wir die Kosten für den Umzug decken.»

Helfer werden beim Wagenbau zu einer grossen Familie

Die Arbeit für den Fasnachtsumzug ist gross. «400 bis 500 Mannstunden wenden wir jeweils für den Wagenbau auf», sagt Michael Regli. «Das ist eigentlich wahnsinnig. Nach knapp zwei Stunden ist alles wieder vorbei.» Doch all der Aufwand lohne sich trotzdem. Beim Wagenbau sei das Kollegiale von grosser Bedeutung. «Da treffe ich jeweils Kollegen, die ich sonst unter dem Jahr nur selten sehe.» Man habe es gut miteinander und werde dadurch wie zu einer grossen Familie.

Die Anstrengungen sind morgen Samstag, 2. März, kurz nach dem Mittag vergessen. Und so meint Regli: «Wenn der Fasnachtsumzug startet, ist das ein magischer Moment.» Die Rover werden alles daransetzen, die Besucher am Strassenrand wieder in das närrische Spiel mit einzubeziehen. Aber es gibt auch Belohnungen: Die Rover verteilen rund 40 Liter Kaffee mit Schnaps und einige Kilogramm Süssigkeiten.

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