Rückkehr zum Normalbetrieb am Gotthard

Am ersten Tag nach der vierwöchigen Sperrung sind nach Angaben der SBB die Züge auf der Gotthardachse pünktlich verkehrt. Die Personen- und Güterzüge konnten das Felssturzgebiet bei Gurtnellen ohne Einschränkungen passieren.

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Ein Personenzug fährt auf der Gotthard-Achse am Felssturzhang vorbei. (Bild: Keystone)

Ein Personenzug fährt auf der Gotthard-Achse am Felssturzhang vorbei. (Bild: Keystone)

Bereits am Montag verkehrten im Rahmen von Zugrückführungen die ersten fünf Personenzüge über den Gotthard. In der Nacht rollte der Güterverkehr an, am Dienstag nahmen die Personenzüge den fahrplanmässigen Betrieb wieder auf. Die Züge seien pünktlich unterwegs, sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig auf Anfrage.

Während der vierwöchigen Sperrung waren die Reisenden zwischen Erstfeld und Göschenen mit Bussen befördert worden. Die Güterzüge waren umgeleitet worden, die meisten über die Simplonachse. Die Sperrung habe den internationalen Gütertransport durcheinandergebracht, sagte Ginsig. Es werde ein paar Tage dauern, bis sich der Güterverkehr wieder normalisiert habe.

Ein Personenzug fährt am 3. Juli wieder über die Gotthard-Strecke. (Bild: Keystone)
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Einer der ersten Züge unterwegs Richtung Süden. (Bild: Keystone)
Zweimal 170 Meter Schienen wurden samt dem Schotterbett komplett ausgetauscht. Zudem mussten vier neue Mastfundamente betoniert und die Fahrleitungen erneuert werden. (Bild: Keystone)
Bis der Güterverkehr wieder normal unterwegs sein wird, dürfte es jedoch noch einige Tage dauern. (Bild: Keystone)
Die Bahnstrecke ist frei. (Bild: Keystone)
Die letzten Arbeiten am 170 Meter langen beschädigten Trassee konnten am Montagmorgen abgeschlossen werden. (Bild: Keystone)
Die Schienen sind repariert. (Bild: Keystone)
Im Bahnhof Erstfeld stehen die Züge bereit zur Fahrt in Richtung Süden. (Bild: Keystone)
Bis die letzten Arbeiten abgeschlossen sind - dazu gehört auch der Einbau von Sensoren -, dürfte es Ende August werden. (Bild: Keystone)
Neben Netzen und Matten wurde der Hang auch mit Sensoren ausgerüstet, welche Bewegungen und Steinschläge melden. (Bild: Keystone)
Der gesamte Streckenunterbruch dürfte mit 10 bis 20 Millionen Franken zu Buche schlagen. Welche Kosten durch Versicherungen gedeckt werden könnten und ob Schadenersatz bezahlt werden muss, ist nach Angaben der SBB noch offen. (Bild: Keystone)
Am 30. Juni laufen die letzten Arbeiten vor der Öffnung der SBB-Gotthardlinie. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)
Am 30. Juni laufen die letzten Arbeiten vor der Öffnung der SBB-Gotthardlinie. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)
Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. (Bild: SBB)
Bild: SBB
Bild: SBB
Bild: SBB
Bild: SBB
Am 21. Juni montieren Felstechniker über dem gesprengten Felsen Steinschlagnetze. (Bild: Keystone)
2000 Kubikmeter donnern ins Tal. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Gewaltige Gesteinsmasen donnerten zu Tal. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Die Sprengung ist erfolgt. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Der Chef der Firma Gasser, Thomas Gasser, betrachtet die gesprengten Felsmassen. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Der Fels donnert ins Tal. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Aufräumen am Fels. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Nur wenig Geröll donnerte bis auf die mit Schutzmatten abgedeckten die SBB-Geleise. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Vor der Sprengung am 16. Juni (links) und nach der Sprengung am 18. Juni. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Nach der Sprengung wird der Fels überprüft. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Thomas Gasser überwacht die Sprengung aus der Ferne. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
2000 Kubikmeter Feld werden weggesprengt. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Letzte Vorbereitungen vor der Sprengung. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Kurz nach der Sprengung begutachten Geologen den Hang. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Das Medieninteresse ist gross. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
60 Personen verfolgen die Sprengung vor Ort. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Das Medieninteresse ist gross. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Medienschaffende positionieren ihre Kameras. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)
Das Schweizer Fernsehen (hier Oliver Bono) überträgt live. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)
Abdeckmatten werden mit einem Helikopter auf die Bahngeleise gelegt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Ein Arbeiter hängt die Abdeckmatten ans Seil des Helikopters. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Am 16. Juni bringt der Helikopter im Minutentakt die Abdeckmatten. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Warnung beim Felssturzgebiet. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Der Helikopter bringt die Abdeckmatten. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Arbeiter bohren eines von 25 Löcher in den Fels, der weggesprengt werden soll. Die Löcher sind rund 10cm dick. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Der Fels oben rechts wird am 18. Juni weggesprengt. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Am Schluss liegen rund 2000 Pneus auf den SBB-Geleisen. (Bild: René Meier / Luzernerzeitung.ch)
Ein Arbeiter trifft Vorbereitungen für die Sprengung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Diese Felspartie muss weggesprengt werden. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
In Flüelen müssen Passagiere in Richtung Süden auf die Extrabusse umsteigen. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)
In Flüelen müssen Passagiere in Richtung Süden auf die Extrabusse umsteigen. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)
Ein ferngesteuerter Bagger im Einsatz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Ein ferngesteuerter Bagger im Einsatz. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
Bild: Keystone
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Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
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Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Laut Angaben der SBB ist die Gotthard-Bahnlinie mindestens drei Tage unterbrochen, weil mehrere Tausend Kubikmeter Geröll die Gleise, mehrere Fahrleitungsmasten sowie eine Stützmauer beschädigten (Bild: Leser Peter Lienert)
Zwei Bauarbeiter wurden verletzt, einer wird noch vermisst. (Bild: Leser Peter Lienert)
Die Feuerwehr Meien bei Ihrem Einsatz. (Bild: Leser Peter Lienert)
Felsturz bei Gurtnellen (Bild: Leser André Niederberger)
Mehrere Tausend Kubimeter Geröll stürzten auf die Bahnlinie. (Bild: Leser Peter Lienert)
Das Gleis der Gotthardstrecke wurde verschüttet. Die Linie bleibt mehrere Tage gesperrt. (Bild: SBB)
Auch die Rega stand im Einsatz. (Bild: Leser Peter Lienert)
Felsmassen stürtzen am Dienstagmorgen um 9 Uhr auf das Bahntrassee bei Gurtnellen (Bild: Kapo Uri)
Bild: Keystone
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Auf der Nord-Süd-Achse fahren bis auf weiteres nur Busse. (Bild: Ronny Nicolussi / NZZ)
12. März 2012: Ein Teil des Felssturzes landet auf den Gleisen. (Bild: SBB)
Der Felssturz weckt Erinnerungen an die tödliche Verschüttung der Autobahn 2006. (Bild: Christian Beutler / NZZ)
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ
Bild: Urs Hanhart / Neue UZ

Ein Personenzug fährt am 3. Juli wieder über die Gotthard-Strecke. (Bild: Keystone)

Keine wartenden Güterzüge mehr

Am Dienstag waren sehr viele Güterzüge unterwegs. Die Spediteure hätten auf den Eröffnungstag hin geplant, sagte Ginsig. Abgestellte Güterzüge, die in der Schweiz auf ein freies Trassee warteten, gab es nach Angaben des SBB-Sprechers am Dienstagnachmittag keine mehr.

Die Gotthardnordrampe war ab dem 5. Juni gesperrt gewesen, weil ein Felssturz bei Gurtnellen das Trassee verschüttet hatte. Mit den Räumungs- und Instandstellungsarbeiten konnte erst nach der Bergung eines verschütteten Arbeiters, einer Sprengung und weiteren Sicherungsmassnahmen begonnen werden.

In der Nacht auf Montag wurden die Reparaturarbeiten auf dem auf einer Länge von 170 Metern beschädigten Bahntrassee abgeschlossen. Danach wurde die vier Wochen lang nicht benutzte Strecke zwischen Erstfeld und Göschenen mit Testzügen wieder eingefahren.

Am Felssturzhang sind in den nächsten Wochen weiterhin Arbeiten nötig. Diese tangieren den Bahnverkehr aber nicht. Die Stelle sei für den Betrieb jetzt eine ganz normale Baustelle, sagte Ginsig. Die Züge könnten mit gewohnter Geschwindigkeit fahren.

ASTAG: «Weitgehend reibungslos»

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG fand am Dienstag in einer Mitteilung anerkennende Worte dafür, wie die Behörden mit der Sperrung der wichtigen Eisenbahntransitachse umgegangen sind. Nach dem Felssturz hatte der Verband vor gravierenden Problemen und einer Beeinträchtigung der Versorgung gewarnt.

Die Behörden hätten rasch reagiert und diverse Erleichterungen für den Strassenverkehr gewährt, teilte der ASTAG mit. Bewährt habe sich vor allem die zeitliche Verschiebung der nächtlichen Unterhaltsarbeiten im Gotthardstrassentunnel.

Im Endeffekt seien die Transporte dank der Flexibilität der Unternehmen weitgehend reibungslos verlaufen, stellte der ASTAG fest. Schwierigkeiten mit Umwegfahrten habe es vor allem beim Transport von Postsachen ins Tessin gegeben. Hierfür müsse für einen nächsten Notfall noch eine Lösung gefunden werden.

sda