«RÜTLI-BOMBER»: Er soll auch die Briefkästen gesprengt haben

Der mutmassliche Sprengstoff­attentäter auf dem Rütli wird auch im Zusammenhang mit Anschlägen an Wohnorten von Innerschweizer Politikern verdächtigt. Die Bundesanwaltschaft hat beantragt, eine Voruntersuchung einzuleiten.

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Der demolierte Briefkasten von Edi Engelberger Anfangs September 2007. (Bild Kapo Nidwalden)

Der demolierte Briefkasten von Edi Engelberger Anfangs September 2007. (Bild Kapo Nidwalden)

Nach Angaben von Jeannette Balmer, Sprecherin der Bundesanwaltschaft, liess sich der Tatverdacht bezüglich der Sprengstoffanschläge auf dem Rütli und auf Einrichtungen von Innerschweizer Politikern sowie auf weitere Delikte erhärten. Das gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren sei abgeschlossen und dem eidgenössischen Untersuchungsrichteramt am (vergangenen) Mittwoch beantragt worden, eine Voruntersuchung zu eröffnen. Der Beschuldigte befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft.

Auf dem Rütli war am 1. August 2007 kurz nach Abschluss der Bundesfeier mit Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ein kleiner Sprengsatz detoniert. Verletzt wurde bei der Explosion, die mittels Zeitzünder ausgelöst worden war, niemand. Einen Monat später, am 4. September, explodierten an den Wohnorten der damaligen Präsidentin der Rütlikommission, Judith Stamm, des Nidwaldner FDP-Nationalrats Edi Engelberger sowie beim Urner Sicherheitsdirektor Josef Dittli weitere Sprengsätze. Zerstört wurden dabei die Briefkästen von Engelberger und Dittli. Bei der ehemaligen CVP-Politikerin wurden Brandspuren beim Hauseingang gefunden. Zudem werden dem Inhaftierten auch zwei versuchte Sprengstoffanschläge vom 5. März und vom 18./19. Juli 2007 im Kanton Zürich vorgeworfen. Laut Medienberichten sollen sich die Anschläge gegen einen Zürcher Bezirksstatthalter gerichtet haben.

ap