RÜTLIFEIER: Huber-Hotz heisst Rechtsextreme willkommen

Die Präsidentin der Schweizerischen Gemein- nützigen Gesellschaft hat eine Idee und stösst damit Politiker vor den Kopf.

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Annemarie Huber-Hotz will, dass auch Rechtsextreme einen Platz auf dem Rütli haben. (Archivbild Keystone)

Annemarie Huber-Hotz will, dass auch Rechtsextreme einen Platz auf dem Rütli haben. (Archivbild Keystone)

Ihre Aussagen sorgen für Aufsehen: Die ehemalige Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz (FDP) will Rechtsextreme auf dem Rütli dabeihaben. «Ich hoffe, dass die Rechtsextremen zu uns kommen, aber auch friedlich sind», sagte Annemarie Huber-Hotz am Freitag in einem Interview mit Radio DRS.

Eine Bedingung sei allerdings, dass sich die Besucher an die Rechtsordnung und die demokratischen Spielregeln unseres Staates hielten. Unter demokratischen Spielregeln versteht Huber-Hotz unter anderem: «Sie müssen die Redner auf dem Rütli respektieren.» Für die FDP-Frau ist ihre Position «eine liberale Haltung». Annemarie Huber-Hotz ist heute als Präsidentin der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft für die Rütli-Feier zuständig.

«Rechtsextreme einzuladen ist daneben»
Bei Politikern sorgen die Aussagen für Kopfschütteln: «Ich habe Mühe damit, Rechtsextreme aktiv aufs Rütli einzuladen», wird die Urner FDP-Nationalrätin Gabi Huber im «Sonntag» zitiert. Und der Zuger Alternative-Nationalrat Joseph Lang sagt in der gleichen Zeitung: «Rechtsextreme stellen die Gleichheit der Menschen in Frage. Sie aufs Rütli einzuladen, ist daneben.»

Selbst wenn sie sich friedlich verhielten, dürfe man nicht vergessen, dass der Rechtsextremismus immer mindestens zwei Gesichter habe, sagt Georg Kreis, Präsident der Eidgenössischen Komission gegen Rassismus: «Nach aussen ist da diese Ordentlichkeit. In unbeobachteten Momenten aber gibt es gegen einzelne Wehrlose immer auch Zügellosigkeit und Grobheit bis hin zur Gewaltanwendung.»

Gleiche Rechte für alle
Der Urner Sicherheitsdirektor Josef Dittli (FDP) sieht die Sache ähnlich wie Huber-Hotz: «Jeder Bürger soll sich aufs Rütli begeben dürfen auch die Rechtsextremen.» Allerdings nur, solange sie sich friedlich verhalten. Dittli gibt aber zu bedenken: «Wenn 600 Rechtsextreme auf dem Rütli sind und lediglich 400 andere Festbesucher, dann ist das ein unschönes Bild.»

Andreas Bättig

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.