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Amt für Landwirtschaft Uri gibt Tipps zum Umgang mit Herdenschutzhunden

In der Schweiz arbeiten derzeit rund 250 Herdenschutzhunde. Kommt es zu einem Aufeinandertreffen zwischen Mensch und Tier gilt es laut dem Amt für Landwirtschaft Uri einige Punkte zu beachten.
Im Gegensatz zu Hütehunden arbeiten Herdenschutzhunde selbstständig. (Bild: PD/AGRIDEA)

Im Gegensatz zu Hütehunden arbeiten Herdenschutzhunde selbstständig. (Bild: PD/AGRIDEA)

(pd/ml) Das Amt für Landwirtschaft des Kantons Uri informiert darüber, wie man sich bei der Begegnung mit einem Herdenschutzhund verhalten soll. Begegnet man den Tieren mit Respekt für ihre Arbeit und befolgt einige Empfehlungen, so würden sich die Hunde in der Regel schnell beruhigen und Begegnungen für beide Seiten problemlos verlaufen. Die Empfehlungen lauten:

  • Ruhe bewahren (anhalten, eventuell vom Velo steigen, nicht schreien und fuchteln …);
  • Warten, bis sich die Herdenschutzhunde beruhigt haben;
  • Herde und Hunde beim Weitergehen möglichst wenig stören (wo möglich umgehen);
  • Keine Hunde in Regionen mit durch Herdenschutzhunde geschützten Herden mitnehmen;
  • Im Zweifelsfall umkehren;

Speziell auf unwegsamen Alpen können nur die Hunde effizienten Schutz vor Raubtierübergriffen bieten. Im Rahmen des nationalen Herdenschutzprogramms des Bundes arbeiten aktuell rund 250 Herdenschutzhunde auf etwa 100 Schweizer Alpen respektive davor und danach auch auf Frühlings-, Herbst- und Heimweiden. Tendenz steigend.

Hunde arbeiten vor allem ohne Menschen

Im Unterschied zu Hüte- und andern Nutzhunden arbeiten die Herdenschutzhunde weitestgehend eigenständig – ohne Menschen, dafür im Verbund mit anderen Hunden. Gerade diese für den Schutz zwingend benötigte Eigenständigkeit der Herdenschutzhunde führt in der Gesellschaft teilweise zu (Akzeptanz-)Problemen und kann Ärger und Ängste auslösen, da die Menschen es gewohnt sind, dass jeder Hund jederzeit unter Aufsicht seines Halters zu sein hat.

Schnell kommt es zu Vorwürfen, wenn Herdenschutzhunde ab und zu abseits ihrer Herden zu finden sind, heisst es in einer Mitteilung des Amts für Landwirtschaft. Bis zu einer Distanz von einigen hundert Metern von der Herde weg ist dies in der Regel als die normale Arbeitsweise solcher Hunde zu akzeptieren, längere oder allzu häufige Ausflüge der Hunde sind aber durch deren Halter zu unterbinden. Dies kann nicht über hundedichte Zäune geschehen – solche sind in der Landwirtschaft vielfach gar nicht möglich und für Herdenschutzhunde, die meist ohne solche Zäune funktionieren müssen, auch nicht wünschenswert. Der Schlüssel liegt viel mehr bei einer starken Bindung der Hunde an die zu beschützenden Nutztiere. Hierfür bringen Herdenschutzhunde dank ihrer Bindungsfähigkeit beste Voraussetzungen mit.

Unbekanntes wird misstrauisch begutachtet

Ebenso wichtig wie die Sozialisierung dieser Hunde mit den Nutztieren ist jene mit dem Menschen, heisst es in der Mitteilung weiter. Dies ist eine Voraussetzung, damit Herdenschutzhunde mittelfristig auch für Passanten wie Wanderer akzeptabel eingesetzt werden können. Denn das (erwünschte) Schutzverhalten, das bei Herdenschutzhunden weitgehend genetisch fixiert ist, führt dazu, dass sie Unbekanntes im Umfeld der Herde, und dazu gehören beispielsweise auch Wanderer, misstrauisch begutachten und bis zur Einschätzung «keine Gefahr» möglichst von der Herde fernhalten.

Erst das Fundament einer vertrauensvollen Beziehung zu seinem Halter sowie vielfältige (positive) Erfahrungen als (Jung-)Hund mit Spaziergängern, Bikern, Kindern et cetera lässt einen Herdenschutzhund solche Situationen «gesellschaftstauglich» meistern.

Es braucht Wissen, Verständnis und Toleranz

Seit der Rückkehr des Wolfes ab Mitte der 1990er-Jahre werden in der Schweiz wieder Hunde für den Herdenschutz eingesetzt. Herdenschutzhunde schützen seit Jahrtausenden vor allem in Europa und Asien Nutztiere.

Die Herausforderung hierzulande liegt in erster Linie darin, diese Hunde und ihre Arbeit mit den landwirtschaftlichen, gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen – dafür braucht es von verschiedenen Seiten guten Willen und Anpassungen, schreibt das Amt für Landwirtschaft. Zum Beispiel müssen Wissen zum Umgang mit diesen Hunden sowie Verständnis und Toleranz für deren Arbeitsweise von verschiedensten Kreisen wie Landwirtschaft, Erholungssuchenden, Jägern, Behörden und so weiter erst wiedergewonnen werden.

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