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RUOSALP: Felssturz fordert zwei Tote

4000 Kubikmeter Felsen begraben im Oktober zwei Arbeiter unter sich. Erst Nach 15 Tagen werden sie geborgen.
Der ferngesteuerte Bagger (rechts) ist bei der Bergung nicht die gewünschte Hilfe. (Bild: Matthias Stadler (Ruosalp, 19. Oktober 2017))

Der ferngesteuerte Bagger (rechts) ist bei der Bergung nicht die gewünschte Hilfe. (Bild: Matthias Stadler (Ruosalp, 19. Oktober 2017))

Drei Männer werden am 10. Oktober bei einem Felsabbruch auf der Ruosalp im Urner Bisistal verschüttet. Die Bauarbeiter sind am dortigen Felsenweg beschäftigt. Dabei sterben ein 62-jähriger Spirgner und ein 26-jähriger ­Unterschächner. Der dritte Verschüttete kann sich aus eigener Kraft retten. Die beiden anderen bleiben unter den 4000 Kubikmetern Felsen begraben.

Die Suche nach den Vermissten erweist sich als äusserst schwierig, denn das Gebiet bleibt für sämtliche Retter gesperrt, ehe der Fels gesichert ist. Das Spezialunternehmen Gasser Felstechnik AG aus Lungern nimmt einen Tag nach dem Felsabbruch diese Sicherungsarbeiten auf. Die Einsatzleiter gehen davon aus, dass dafür mindestens eine Woche nötig ist. Doch die Schätzungen erweisen sich als zu optimistisch. «Die Felsproblematik stellt sich nach Aussagen der Experten deutlich gravierender dar als angenommen», gibt der Urner Polizeikommandant Reto Pfister zu Protokoll. Die Spezialfirma wird deshalb beauftragt, Gitternetze zu befestigen und ein Alarmsystem zu installieren. Die Sensoren reagieren auf Bewegungen im Felsgebiet und senden sofort akustische und optische Signale aus, mit denen die Arbeiter gewarnt werden.

Spezialroboter nach wenigen Tagen abgezogen

Um die Suche aber doch zu beschleunigen, wird neun Tage nach dem Felsabbruch ein fünf Tonnen schwerer Baggerroboter eingesetzt, der von rund 80 Metern Entfernung gesteuert wird. Entwickelt worden war der Roboter für Abbrucharbeiten einer Sondermülldeponie. Pro Jahr kommt er nur zu wenigen Einsätzen.

Der Bagger wird mit einem Schwerlasthelikopter ins Gebiet geflogen. Für die Bedienung und Überwachung wird zudem eine Drohne eingesetzt. Mit Hilfe des Baggers soll der Zugang zum Unfallort freigelegt werden. Dies gelingt nur teilweise: Ein eingeklemmtes Bohrgerät, welches die verschütteten Arbeiter benutzt hatten, versperrt den Weg, sodass der Baggereinsatz nach wenigen Tagen abgebrochen wird.

Erst nach 15 Tagen können die beiden Opfer tot geborgen werden. Die Einsatzkräfte finden sie in der Nähe der teilweise verschütteten Bohrmaschine. Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Uri laufen nach wie vor Ermittlungen, um die Ursache des Felssturzes zu klären. Der Felsenweg bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Die Korporation Uri weiss nicht, ob der Weg je wieder geöffnet wird.

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

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