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RUOSALP: Felssturz: Schweres Gerät hilft beim Einsatz

Damit die zwei von einem Felssturz verschütteten Männer so schnell wie möglich gefunden werden, wurden gestern Spezialgeräte ins Gebiet geflogen. Eine Entwicklung einer Schweizer Firma stand dabei im Mittelpunkt.
Matthias Stadler
Ein Schwerlasthelikopter flog den Bagger und das Raupenfahrzeug mit dem Sitz (links) gestern zur Ruosalp. (Bild: Matthias Stadler (Bisisthal, 18. Oktober 2017))

Ein Schwerlasthelikopter flog den Bagger und das Raupenfahrzeug mit dem Sitz (links) gestern zur Ruosalp. (Bild: Matthias Stadler (Bisisthal, 18. Oktober 2017))

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch

Der Baggerroboter der Zürcher Firma Eberhard kommt nur selten zum Einsatz. Und meistens auch nur dann, wenn etwas Schlimmes passiert ist. Das ist beim Felssturz bei der Ruosalp auf dem Gemeindegebiet von Unterschächen zweifellos der Fall. Am Dienstag vor einer Woche lösten sich oberhalb eines Wanderwegs bekanntlich Felsen, welche drei Arbeiter verschütteten. Einer konnte sich selber befreien, die beiden anderen Männer gelten nach wie vor als vermisst (wir haben berichtet).

Seither wird die Absturzstelle von Spezialisten gesichert. Erst wenn dies abgeschlossen ist, können die Retter die Suche nach den Verschütteten aufnehmen. Nun hilft ein Baggerroboter bei den Sicherungsarbeiten. Gestern Vormittag wurde das Gerät mit einem Schwerlasthelikopter von der Talstation der Glattalpbahn im Bisistal zur Unfallstelle hinaufgeflogen.

Für Sondermülldeponie Kölliken entwickelt

Marcel Wyss von den Eberhard Unternehmungen leitete den Einsatz. Dabei erklärte er auch die Eigenheiten des Baggers. Die Methode sei eigens für die Abbrucharbeiten an der Sondermülldeponie Kölliken entwickelt worden und ist seines Wissens schweizweit einzigartig. Die Arbeiten wurden zwischen 2005 und 2016 durchgeführt. Dabei kam ein 30-Tonnen-Bagger zum Einsatz, der von einem externen Raupenfahrzeug aus bedient werden konnte. Dies zum Schutz der Arbeiter, da sich in der Deponie zum Teil hochgiftige Materialien befanden. Auch in Bondo wurde ein solcher Bagger diesen Sommer verwendet, um in der Gefahrenstelle des Felssturzes aufräumen zu können. Pro Jahr werden die Geräte etwa zwei bis drei Mal gebraucht.

Im Sortiment der Firma stehen drei dieser Maschinen: ein 5-, ein 7- und ein 30-Tönner. Für die Ruosalp wird der kleinste Bagger benötigt. Dies, weil der Platz vor Ort klein ist. Ein grosser Bagger hätte dort keinen Platz. Mit dem abmontierten Führerstand, welcher auf einem Raupenfahrzeug steht, wiegt der Bagger 5 Tonnen. Von diesem externen Fahrzeug aus kann ein Maschinist den Bagger per Funk bedienen. Die Instrumente sind dabei die gleichen wie in einer normalen Führerkabine. Auf dem Bagger werden vier Videokameras angebracht, am Raupenfahrzeug sind die Bewegungen auf einem Bildschirm ­ersichtlich. Auch eine Drohne kommt unterstützend zum Einsatz.

«Es ist aber wichtig, dass der Baggerführer auch Sichtkontakt zum Bagger hat. Damit kann man noch genauer beobachten, wie sich die Maschine bewegt», betonte Marcel Wyss gestern. Darum könne man den Einsatz auch nicht von zu weit weg machen. Für die Ruosalp vorgesehen ist, dass der Baggerführer und ein Mechaniker etwa zweihundert Meter von der Abbruchstelle und dem Bagger entfernt die Maschine steuern. Der Mechaniker ist vor Ort, falls es technische Schwierigkeiten geben sollte.

Einsatzdauer ist noch unklar

Wie lange der Bagger und die beiden Männer nun im Einsatz sind, bleibt unklar: «Wir haben keinen Zeitrahmen. Zudem müssen wir schauen, wie sich das Wetter entwickelt und wie sich die Fortschritte während der Arbeiten entwickeln.» Die Kantonspolizei Uri rechnete vorgestern mit rund 14 zusätzlichen Arbeitstagen, um den Felsen zu sichern, bevor man die Vermissten suchen kann.

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