Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Russen ehren ihre Kriegshelden

Vor 219 Jahren sind in der Gotthardregion zahlreiche russische und französische Soldaten gefallen. Diese Ereignisse wurden gestern in Erinnerung gerufen.
Urs Hanhart
Auch russisch-orthodoxe Priester nahmen an der gestrigen Gedenkfeier in der Schöllenen teil. (Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 24. September 2018))

Auch russisch-orthodoxe Priester nahmen an der gestrigen Gedenkfeier in der Schöllenen teil. (Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 24. September 2018))

Es war eine eindrückliche und für die anwesenden Russen sichtlich bewegende Zeremonie, die gestern bei sehr garstigen respektive windigen und eisig kalten Bedingungen in der Schöllenenschlucht abgehalten wurde. Nach dem Eröffnungsständchen der Suworow-Kadetten steuerten zwei stramme russische Soldaten zielgerichtet im Gleichschritt auf den Fuss des Suworow-Denkmals zu und legten dort einen Kranz nieder.

Im Schlepptau hatten sie den russischen Botschafter in der Schweiz, Sergei Garmonin, und den Schweizer Divisionär Lucas Caduff. Daraufhin wurde zunächst die Landeshymne des Riesenreiches und anschliessend diejenige der Schweiz intoniert. Abgeschlossen wurde die kurze Zeremonie durch mehrere russisch-orthodoxe Geistliche, die besinnliche Worte sowie Gebete sprachen und dabei ununterbrochen Weihrauch schwenkten. Der schlichten Feier wohnten unter anderen auch der Urner Landratspräsident Peter Tresch und Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti sowie der lokale Russland-Kenner Ferdi Muheim bei.

Ein Stück Russland im Herzen der Alpen

«Wir sind heute an diesem berühmten Denkmal zusammengekommen, um der Soldaten zu gedenken, die am Alpenfeldzug der russischen Armee unter dem Kommando des grossen Feldherrn Alexander Suworow teilnahmen», sagte Garmonin. «Nächstes Jahr begehen wir den 220. Jahrestag dieses Ereignisses, das tiefe Spuren in der Geschichte Russlands und der Schweiz hinterlassen hat», so der russische Botschafter. «Die Zeit vergeht, aber das Andenken an die beispiellose Tapferkeit und Hingabe für den Dienst sowie die Ehre der russischen Soldaten bleibt zeitlos. Das Los eines Soldaten ist nicht einfach. Es ist verbunden mit der ständigen tödlichen Gefahr. Und fern von zu Hause ist dieses Los doppelt schwer zu ertragen.» Die Soldaten hätten die enormen Strapazen damals mit Würde und Ehre überstanden und gemeistert. «Die russischen Soldaten kamen 1799 nicht in die Schweiz, um sie zu erobern oder zu unterwerfen, sondern vielmehr um sie von Eroberern zu befreien», betonte Garmonin. Zum Schluss dankte er der Schweizerischen Eidgenossenschaft «für den sorgfältigen Umgang mit dem Andenken an russische Soldaten und ihren Feldherrn Suworow». Ein Paradebeispiel dafür sei das Denkmal in der Schöllenen, das auf einem Grundstück errichtet wurde, das 1893 unentgeltlich in den Besitz des russischen Reichs übergegangen ist. «Dadurch gibt es heute im Herzen der Schweizer Alpen ein Stück Russland, das an die beispiellose Selbstlosigkeit und Tapferkeit der russischen Soldaten erinnert», so der Diplomat.

Fortdauer zwischen Krieg und Frieden

Divisionär Lucas Caduff überbrachte die Grüsse der Schweizerischen Eidgenossenschaft und insbesondere auch der Schweizer Armee. «Wir ehren heute mit dieser Kranzniederlegung alle Toten dieses Ringens, ohne Unterschied von Geschlecht und Nationalität», betonte Caduff. Nie seien Schweizer härteren Prüfungen ausgesetzt gewesen als im Kriegsjahr 1799. «Beim Blick zurück wird einem dabei einmal mehr klar, dass Krieg meist nur Unheil und Schrecken bringt. Dies gilt es heute wie auch in Zukunft zu vermeiden», hielt der Divisionär fest. «Leider ist aber wohl das Beste, das sich die Welt erhoffen kann, eine Fortdauer des Zustands zwischen Krieg und Frieden. Der umfassende Frieden ist wohl nie ganz zu erreichen. All die terroristischen Ereignisse der letzten Jahre und etliche aktuelle unfriedliche Vorkommnisse auf der Welt zeigen uns das ja auf»

Am 24. September 1799 besiegten die von General Alexander Suworow kommandierten Russen im Rahmen ihres – während des zweiten Koalitionskrieges lancierten – Alpenfeldzugs in einer ebenso blutigen wie denkwürdigen Schlacht die Franzosen und eroberten dadurch den Gotthardpass. Beide Seiten mussten dabei grosse Verluste hinnehmen.

Suworow wird als Nationalheld verehrt

Suworow gilt als einer der grössten Strategen der Neuzeit. In Russland wird er noch immer als Nationalheld verehrt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde ihm und insbesondere den gefallenen Soldaten zu Ehren in der Schöllenen ein riesiges Denkmal errichtet. Dort wird seit 1999 alljährlich am 24. September eine Gedenkfeier abgehalten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.