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Rüstige Urnerin feiert 105. Geburtstag

Martha Furrer-Omlin lebt noch immer zu Hause an der Gotthardstrasse in Erstfeld – und den Doktor sucht sie nur der Routine wegen auf. Mit ihren beiden Söhnen und ein paar Gästen feierte sie am Samstag einen ausserordentlichen Geburtstag.
Paul Gwerder
Gemeindepräsidentin Pia Tresch gratuliert Martha Furrer zum 105. Geburtstag. (Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 23. Juni 2018))

Gemeindepräsidentin Pia Tresch gratuliert Martha Furrer zum 105. Geburtstag. (Bild: Paul Gwerder (Erstfeld, 23. Juni 2018))

Es ist Samstagmorgen. Mit sicheren Schritten geht die rüstige Frau auf ihren Gast zu. In ihrer Stube an der Gotthardstrasse in Erstfeld empfängt sie Gemeindepräsidentin Pia Tresch. Grund des hohen Besuchs: Martha Furrer (von ihrem Umfeld «Anni» genannt) darf ihren 105. Geburtstag feiern. Voller Freude nimmt sie die Gratulationen und den Blumenstrauss entgegen.

Sie erhalte nicht so viel Besuch, erzählt die Rentnerin und sagt mit einem Lachen: «Ich verstehe nicht ganz, dass es so ein ‹Gstürm› gibt wegen einem Geburtstag.» Martha Furrer-Omlin ist nicht nur die älteste Bewohnerin von Erstfeld, sondern wohl auch die älteste Urnerin. Und wenn die Jubilarin mit lauter und deutlicher Stimme das Gratulationsschreiben der Einwohnergemeinde vorliest, und dies erst noch ohne Brille, kommen die Gäste nicht mehr aus dem Staunen heraus.

Arzt: «Ihnen fehlt ja nichts»

Martha Furrer kommt auch heute noch immer ohne Medikamente aus. Als sie kürzlich zur Routinekontrolle beim Arzt war, habe dieser folgendes zu ihr gesagt: «Mich nimmt es Wunder, was sie hier wollen, denn es fehlt ihnen ja nichts.»

Dass Martha Furrer keine waschechte Urnerin ist, hört man spätestens an ihrem Obwaldner Dialekt, denn sie ist in einer grossen Bauernfamilie in Sachseln zusammen mit sieben Geschwistern gross geworden. Nach der Schulzeit musste die junge Frau auf dem Landwirtschaftsbetrieb mitarbeiten. Dazwischen verdiente sie ein paar Franken als Serviertochter in verschiedenen Restaurants. Ihren zukünftigen Mann Ambros Furrer lernte sie an einem Trachtenfest kennen. «Wir haben später in Sachseln geheiratet und zu diesem Festtag ist fast das halbe Dorf erschienen», erinnert sich Martha Furrer. Nach der Heirat bewohnte das junge Paar eine Mietwohnung im Taubachquartier in Erstfeld, bevor sie das Haus an der Gotthardstrasse kaufen konnten.

Mutter kocht, Söhne besorgen Reinigung

Ihr Mann arbeitete bei der Bahn und deshalb konnten sie günstig mit dem Zug reisen. «Am liebsten fuhr ich ins Tessin oder sogar bis nach Italien, denn dort hat es mir immer speziell gut gefallen», erinnert sie sich. Heute wohnt sie immer noch zu Hause zusammen mit ihren beiden Söhnen und meistens kocht sie noch selber, während die Männer die Reinigungsarbeiten übernehmen.

«Ich verbringe viel Zeit vor dem Fernseher, wenn dann einmal etwas Rechtes kommt», sagt Martha Furrer zu den Gästen. «Heute bin ich wunschlos glücklich und zufrieden, dies ist vermutlich auch ein Grund, weshalb ich so alt geworden bin.»

Gute Erinnerungen hat sie an den 13er-Klub, mit dem sie immer viel unternommen hat und wo sie es oft sehr lustig gehabt habe. Nun freut sich Martha Furer auf die Pizza, die sie sich zum Mittagessen gewünscht hat – und am Abend wird selber gekocht: ihr Lieblingsmenü, Rahmschnitzel.

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