SAC-HÜTTEN: Fäkalien werden den Berg hinuntergekippt

In vielen SAC-Hütten ist die umweltgerechte Entsorgung von Fäkalien schwierig. Die Rotondo-Hütte hat dafür eine ganz einfache Lösung.

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Die Rotondo-Hütte des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) oberhalb von Realp im Gotthardmassiv ist ein beliebtes Ausflugsziel. Jährlich finden rund 4500 Bergfreunde den Weg zu Hüttenwart Christoph Baltisberger.

Manchmal herrscht dort aber dicke Luft. Baltisberger: «Jeder Gast muss seine Notdurft verrichten. Weil die Toiletten nicht mit einem Syphon ausgestattet sind, dringt teilweise unangenehmer Geruch ins Haus.» Das eigentliche Problem Baltisbergers ist aber die Beseitigung der Fäkalien. Diese werden in einem Tank aufgefangen.

In etlichen Hütten besteht Nachholbedarf
«Den Tank entleere ich zweimal pro Jahr», bestätigt der Hüttenwart einen Bericht des Regionaljournals Zentralschweiz von Radio DRS. Er öffnet einen Schieber, und – schwupp – quillt der Inhalt über einen Felsen den Hang hinunter. Baltisberger gibt zu, dass das Entleeren des Tanks in die Natur nicht zeitgemäss sei. Das sieht auch Benno Bühlmann, Vorsteher des Amtes für Umweltschutz des Kantons Uri, so: «Dieses Ablassen der Fäkalien wird noch in verschiedenen Berghütten praktiziert. Das ist zwar aus hygienischer Sicht ein Problem, aber es ist in diesem Fall zulässig.» Weil weder eine Quelle noch ein Oberflächengewässer dadurch gefährdet sei, bestehe für den Kanton kein Grund, einzugreifen.

Dem Schweizer Alpen-Club ist das Problem der Abwasserentsorgung seit Jahren bewusst. «Nach wie vor besteht gerade bei der Abwasserentsorgung in etlichen Hütten Nachholbedarf», sagt Christian Abegglen, Umweltingenieur und Abwasserfachmann in der SAC-Hütten-Kommission. «Das einfache Plumpsklo mit Sicht auf den Gletscher ist zwar manchmal romantisch, oft aber unästhetisch sowie unhygienisch.»

Wegleitung und ein Projekt
Der SAC ist denn auch bereits am Handeln. So hat er 2003 zum UNO-Jahr des Wassers das Projekt «Vom Plumpsklo zur umweltverträglichen Abwasserentsorgung» lanciert, und bereits seit dem Jahr 2000 gibt es die «Wegleitung für die Abwasserentsorgung bei Berghütten». Beides hat zum Ziel, die Abwasserentsorgung ökologisch zu machen. Bei der Rotondo-Hütte sucht man derzeit noch nach einer geeigneten Lösung.

Roger Rüegger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Urner Zeitung.