Altdorf: Sackmagazin wechselt den Besitzer

Die Werkmatt Uri wird aufgewertet. Mäzen Christoph Hürlimann will, dass im Silomagazin künftig Kunst zu sehen sein wird. Jetzt hat ihm der Kanton Uri zusätzlich auch das ehemalige Sackmagazin verkauft – zur Freude des Volkswirtschaftsdirektors.

Philipp Zurfluh
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Im Silomagazin in der Werkmatt Uri sollen in Zukunft Kunstausstellungen stattfinden. (Bild: Philipp Zurfluh, Altdorf, 1. Juli 2019)

Im Silomagazin in der Werkmatt Uri sollen in Zukunft Kunstausstellungen stattfinden. (Bild: Philipp Zurfluh, Altdorf, 1. Juli 2019)

Bereits seit über einem Jahr ist Christoph Hürlimann im Besitz des ehemaligen eidgenössischen Getreidesilos des Architekten Eduard Züblin. Nun hat er vom Kanton Uri ebenfalls das ehemalige Sackmagazin des Architekten Robert Maillart erworben. Der Zuger Christoph Hürlimann ist im Kanton Uri unter anderem auch als Initiant der privaten Stiftung Kunstdepot mit Sitz in Göschenen bekannt. Er will die beiden historisch wertvollen Gebäude in der Werkmatt Uri zu einem Treffpunkt für kulturelle, künstlerische und gesellschaftliche Nutzungsformen entwickeln.

Der Kunstsammler Christoph  Hürlimann. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Altdorf, 1. Juli 2019)

Der Kunstsammler Christoph  Hürlimann. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Altdorf, 1. Juli 2019)

An einer Medienorientierung zusammen mit Regierungsrat Urban Camenzind gab Christoph Hürlimann am Montag einen Einblick in seine Pläne: «Meine Vision ist die Errichtung eines Weges der Kunst in Uri. Dieser soll beim Haus für Kunst Uri in Altdorf beginnen, sich fortsetzen zum Kunstsilo und Kunstlager Altdorf in der Werkmatt Uri, über das Kunstdepot Göschenen führen und den Abschluss im Museum Sasso San Gottardo auf dem Gotthardpass finden.»

Klimatische Bedingungen als grosse Herausforderung

Mit dem Kauf des ehemaligen Sackmagazins ist Hürlimanns Vision ein Stück näher gerückt. Die Baudenkmäler in der Werkmatt Uri sollen dafür auch regelmässig für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. «Die Nutzung ist stark eingeschränkt. Die klimatischen Bedingungen sind eine grosse Herausforderung», gibt der Mäzen zu bedenken. Für die ausgestellten Werke dürfen nicht zu feuchte oder trockene Verhältnisse herrschen. Deswegen werden nun in beiden Gebäuden Geräte eingebaut, welche Aufschluss geben sollen, wie sich die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit über das Jahr verändern.

Das ehemalige Sackmagazin in der Werkmatt Uri ist neu in den Händen von Kunstmäzen Christoph Hürlimann. (Bild: Philipp Zurfluh, Altdorf, 1. Juli 2019)

Das ehemalige Sackmagazin in der Werkmatt Uri ist neu in den Händen von Kunstmäzen Christoph Hürlimann. (Bild: Philipp Zurfluh, Altdorf, 1. Juli 2019)

Das von Robert Maillart entworfene ehemalige Sackmagazin mit Baujahr 1912 kann dadurch in seinem historischen Wert erhalten bleiben. Der Schweizer Architekt gehörte zu den weltweit führenden Betoningenieuren seiner Zeit und entwickelte das ohne Unterzüge auskommende Pilzdeckensystem, welches die Konstruktion von grossvolumigen Lagergebäuden revolutionierte. Das Gebäude dürfte zusammen mit dem Belmag-Lagerhaus in Zürich das weltweit älteste noch erhaltene, in diesem System erstellte Gebäude sein. Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind zeigt sich über den Verkauf erfreut: «Für den Kanton Uri ist der Kauf des Gebäudes durch Christoph Hürlimann ein Glücksfall.» Eine intensive wirtschaftliche Nutzung im heutigen Sinne sei im denkmalgeschützten Gebäude nicht realisierbar. «Umso mehr freut es mich, dass das Gebäude in seinem historischen Wert erhalten werden kann und gleichzeitig für eine wertvolle Belebung und Aufwertung des gesamten Areals Werkmatt Uri beiträgt.»

Kässbohrer Schweiz wird im Herbst einziehen

2017 wurde bereits vermeldet, dass der Kanton als Eigentümer der Werkmatt Uri die erste Parzelle an die Kässbohrer Schweiz AG verkaufen konnte. «Das Unternehmen wird voraussichtlich ab Herbst seinen Standort fertigstellen», gab der Volkswirtschaftsdirektor preis. «Zudem haben wir für die Hälfte der Fläche der Flachlagerhallen Interessenten.» Diese stehen für temporäre Nutzungen zur Verfügung.

Christoph Hürlimann lädt die Öffentlichkeit ein, sich an einer Ausstellung mit Werken von indischen Künstlern, zum Beispiel von Riyas Komu, dem Mitbegründer der Kochi-Muziris Biennale in Indien, inspirieren zu lassen. «Ich sammle seit 15 Jahren indische Kunst.» Er sei gespannt darauf, wie stark die Ausstellung bei den Besuchern auf Interesse stossen werde.

Die Ausstellung findet am Freitag, 12. Juli, 17 bis 20 Uhr, und am Sonntag, 14. Juli, von 11 bis 16 Uhr statt und ist öffentlich.

Am 12. und 14. Juni findet im Silomagazin eine Ausstelung mit indischer Kunst statt.(Bild: Keystone/Urs Flüeler, Altdorf, 1. Juli 2019)

Am 12. und 14. Juni findet im Silomagazin eine Ausstelung mit indischer Kunst statt.(Bild: Keystone/Urs Flüeler, Altdorf, 1. Juli 2019)