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Sämtliche Urner Richter-Kandidaten gewählt

Auf der Liste der neuen Kandidaten für das Obergericht und die beiden Landgerichte standen sieben neue Namen. Das Landgericht Ursern wird nach dieser Amtsperiode aufgelöst.
Florian Arnold

Die Stimmbeteiligung bei den Urner Richterwahlen lag zwischen 19,2 Prozent (Landgericht Uri) und 29,3 Prozent (Landgerichtspräsidium Ursern). Sämtliche Kandidaten wurden gewählt. Die Urner Gerichte sind somit voll besetzt.

Vom Amt im Obergericht zurückgetreten sind vier Personen: Margret Planzer (CVP, Altdorf), Hansruedi Burgener (SP, Erstfeld), Beatrice Iseli (SVP, Schattdorf) und Robert Stampfli (SVP, Schattdorf). Als Präsident wurde Rolf Dittli bestätigt, als Vize-Präsident Thomas Dillier (beide CVP). Neu gewählt wurden Stefan Flury (CVP, Altdorf), die beiden SVP-Vertreter Renata Graf (Hospental) und Roman Osusky (Bürglen) und Angelica Züst (SP, Altdorf). Letztere wird 2019 30-jährig und ist somit das jüngste Mitglied des Gremiums. Sämtliche bisherigen Richter waren bereits bei ihrer Wahl älter als Züst.

Das Obergericht des Kantons Uri 2019 bis 2023

Präsident, Rolf Dittli, CVP, Altdorf
Vizepräsident, Thomas Dillier, CVP, Altdorf
Max Gisler, CVP, Altdorf
Martin Blaser, CVP, Schattdorf
Urs Dittli, CVP, Schattdorf
Stefan Flury, CVP, Altdorf
Angelica Züst, SP, Altdorf
Daniela Bär, SP, Schattdorf
Renata Graf, SVP, Hospental
Roman Osusky, SVP, Bürglen
Werner Baumann, FDP, Altdorf
Tony Z'graggen, FDP, Altdorf
Christoph Wipfli, FDP, Flüelen
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Kandidaten fürs Obergericht des Kantons Uri

Das Landgericht Uri verlassen Elsbeth Marty (CVP, Altdorf), Regula Waldmeier (CVP, Flüelen) sowie Vizepräsident Heinz Gisler (FDP, Bürglen). Neu als Vizepräsident gewählt ist Philipp Arnold (FDP, Flüelen), er ist heute als Gerichtsschreiber tätig. Wieder gewählt wurde Landgerichtspräsidentin Agnes Planzer (CVP, Flüelen). Die beiden CVP-Sitze werden neu Leo Brücker (Altdorf) und Nathalie Danioth (Bürglen) inne haben.

Das Landgericht Uri 2019 bis 2023

Präsidentin Agnes Planzer, CVP, Flüelen
Vizepräsident Philipp Arnold, FDP, Flüelen
Martina Deplazes, CVP, Altdorf
Nathalie Danioth, CVP, Bürglen
Leo Brücker, CVP, Altdorf
Pia Schuler, SP, Erstfeld
Heinz Keller, SP, Schattdorf
Michael Kunkel, FDP, Flüelen
Rita Gisler, SVP, Schattdorf
Hansuedi Küttel, SVP, Altdorf
10 Bilder

Kandidaten fürs Landgericht Uri

Gewählte sind «letzte Richter»

Überhaupt keine Änderungen gibt es im Landgericht Ursern. Trotzdem war die Wahl historisch: Denn die Gewählten werden als die letzten Richter des Landgerichts Ursern in die Geschichte eingehen. Am 26. November 2018 haben die Urner dem neuen Gerichtsorganisationsgesetz mit 78,9 Prozent sehr deutlich zugestimmt, die einhergehende Verfassungsänderung wurde sogar mit 80,0 Prozent gutgeheissen. Mit der Gesetzesänderung verbunden ist die Abschaffung des Landgerichts Ursern im Jahr 2023. Realp sagte damals mit 58,1 Prozent am stärksten Nein zu der Vorlage, gefolgt von Hospental mit 55,2. In der grössten Urschner Gemeinde Andermatt kam allerdings ein klares Ja von 61,5 Prozent zu Stande.

Das Landgericht Ursern 2019 bis 2023

Präsidentin Silvia Russi, parteilos
Vizepräsident Walter Regli, parteilos
Alfred Walker, parteilos
Roland Simmen, parteilos
Ange Furrer, parteilos
Yvonne Jörg, parteilos
Anton Simmen, parteilos
7 Bilder

Kandidaten fürs Landgericht Ursern

Zwei bis zehn Verhandlungen

Das Einzugsgebiet des Gerichtsbezirks Ursern umfasst rund 1800 Einwohner, dasjenige des Gerichtsbezirks Uri über 34000, also fast zwanzigmal mehr. Jährlich finden in Andermatt jeweils nur zwischen zwei und zehn Verhandlungen statt. Das Gesamtgericht trifft sich zudem nur zu zwei bis drei Verhandlungen im Jahr. Einen Grossteil der Fälle kann Gerichtspräsidentin Silvia Russi alleine entscheiden. Die häufigsten Fälle drehen sich um Konkurse und familienrechtliche Angelegenheiten. Das Gesamtgremium wird öfters bei strafrechtlichen Prozessen einberufen. Auch für Gerichtsschreiberin Karin Müller ist der Arbeitsaufwand für das Landgericht Ursern mit 10 bis 15 Prozent relativ gering.

Auch wenn die Richterwahlen eher Formsache sind, möchte das Urner Volk offenbar nicht darauf verzichten. 2004 stimmte es über die Einführung von «stillen Wahlen» für Gericht, Ständerat, Regierungsrat, Landammann und Landesstatthalter ab. Damit hätten reine Pro-forma-Wahlen mit gleich vielen Kandidaten wie Sitzen verhindert werden können. Das Volk sagte damals mit 52,9 Prozent Nein.

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