Schattdorf

Samichlaus meldet sich Live aus dem Wald

Ein Schattdorfer Wohnquartier verdankt den Brüdern Matthias und Peter Furrer ein aussergewöhnliches Chlaus-Event.

Claudia Naujoks
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Kinder tragen dem virtuellen Samichlaus ein Gedicht oder Lied vor.

Kinder tragen dem virtuellen Samichlaus ein Gedicht oder Lied vor.

Bild: Annika Naujoks (Schattdorf, 6. Dezember 2020)

«Enorm. Grossartig. Wunderbar!»: So beschreiben Menschen aller Generationen im Wohnquartier Gotthardmatte in Schattdorf das, was die Furrers für die Gemeinschaft machen. So ist die Spannung fast zum Greifen, als am Spätnachmittag die 25 angemeldeten Kinder zusammen mit ihren Familien sich jeweils auf die ihnen zugewiesenen, in Abständen gekennzeichneten Bereiche auf dem Hof begaben, um den Samichlaus zu sehen – bei nasskaltem Winterwetter.

Nach dem Motto «Geht nicht, gibt’s nicht» trotzten die zwei Brüder Matthias und Peter Furrer aus Schattdorf zusammen mit ihren Frauen Erika und Lydia der Corona-Situation. Sich der Tatsache bewusst, dass es eine enorme Enttäuschung für die zahlreichen Kinder in einem Quartier in Schattdorf bedeuten würde, wenn der Besuch des Samichlaus einfach ersatzlos ausfallen würde, haben sie sich eine Alternative überlegt. Streng nach Schutzkonzept und unter absoluter Einhaltung der BAG-Vorgaben folgte der Samichlaus der Einladung ins Wohngebiet am Spätnachmittag des vergangenen Samstags via Internetverbindung und bildgebenden Geräten.

Wartezeit ist Lottozeit

Zuvor konnte sich das ganze Quartier die spannende Wartezeit ab 13.30 Uhr mit einem Spiel verkürzen: Wie schon im Lockdown im ersten Drittel des Jahres hatten sich die Furrer-Brüder, die damals ein «Physical-Distance-Balkon-Wunschkonzert» als Ersatz für die jährlichen Quartierfeste veranstaltet haben, erneut eine Möglichkeit überlegt, die Zeit daheim zu versüssen. Wie damals führten sie für alle, die mitmachen wollten, ein Lottospiel durch, für das jede Familie Karten mit Zahlenreihen erhielt. Die Zahlen wurden gezogen, per Mikrofon auf dem Platz sowie im Handy-Chat kommuniziert und wer zuerst Reihen voll hatte, konnte sich melden und erhielt einen Preis. Im Frühjahr wurden Geschenkkörbe aus Lebensmittelspenden aus dem Quartier zusammengestellt, für diesmal hatten die findigen Furrers gesponserte Waren eines grossen Urner Detaillisten ergattert.

Matthias und Peter Furrer in Aktion beim Balkon-Lotto (von links).

Matthias und Peter Furrer in Aktion beim Balkon-Lotto (von links).

Bild: Annika Naujoks (Schattdorf, 6. Dezember 2020)

Trotz unangenehm kalter Aussentemperaturen waren Camping-Stühle und -Tische vor den Häusern aufgestellt und Sommersitzplätze auf Terrassen und Balkonen wieder aktiviert worden. Man konnte zahlreiche Bewohner, warm eingepackt und ausgestattet mit heissen Getränken über die Brüstungen lugend, begeistert dem Treiben vor dem Furrer-Haus folgen sehen. Zahlreiche Geschenke wie zum Beispiel Regenschirme, Kinderspielzeug, Rucksäcke, Federmäppchen und Kosmetikartikel wechselten den Besitzer.

Erst mit dem Samichlaus beginnt die Weihnachtszeit

Schliesslich war es soweit: Samichlaus erschien auf der Hauswand, hinter ihm der verschneite Wald, und die lieb gewonnene Tradition des Zwiegesprächs zwischen Kindern und Samichlaus in bewährter Weise nahm ihren Lauf. Es würde ein Teil des kindlichen Zaubers der Weihnachtszeit wegfallen, wenn der Samichlaus-Besuch nicht stattgefunden hätte, sagt Sabrina Meier, Bewohnerin und Mutter von zwei Kindern. «Wenn der Samichlaus kommt, beginnt für die Kinder die Weihnachtszeit.»

Und auch wenn es diesmal räumlich distanzierter war, die Wärme und die Nähe unter den Menschen auf der Gotthardmatte waren spürbar. Deshalb bedanken sich die Bewohner für das Engagement der Familien Furrer, die sich so für die Quartiergemeinschaft einsetzen