SAMSTAGSINTERVIEW: «Das Theater ist unverständlich»

Kurt Betschart aus Bürglen hat bei der Tour de Suisse eine zentrale Funktion inne. Der ehemalige Radprofi spricht über seine Arbeit, den Klausen und Doping.

Drucken
Teilen
Gut gelaunt trotz grossem Stress: Kurt Betschart. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Gut gelaunt trotz grossem Stress: Kurt Betschart. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Es war sehr schwierig, mit Ihnen einen Interview-Termin zu vereinbaren. Sie scheinen momentan ganz schön gestresst zu sein?

Kurt Betschart: Das kann man wohl sagen. Die letzten zwei Monate waren richtig happig. Es galt, Probleme zu lösen, mit denen sich die lokalen Organisationskomitees der Tour de Suisse (TdS) herumschlugen. Aus unserer Sicht handelt es sich zwar zumeist um Peanuts, trotzdem kamen wir nicht umhin, uns darum zu kümmern.

Wofür sind Sie innerhalb der TdS-Organisation genau zuständig?

Betschart: Ich bin dafür verantwortlich, dass an den Etappenorten alles klappt. Nur schon der Aufbau der gesamten Ziel-Infrastruktur ist eine Riesensache. Es handelt sich um ein halbes Dorf, das jeweils aufgestellt werden muss. Zudem bin ich für den TdS-Fuhrpark, der rund hundert Fahrzeuge umfasst, und für den korrekten Ablauf der Siegerehrungen zuständig.

Wie gross ist eigentlich der Mitarbeiterstab?

Betschart: Von Seiten der Firma IMG, die als Veranstalterin auftritt, sind fünf Mitarbeiter ganzjährig damit beschäftigt, die Landesrundfahrt auf die Beine zu stellen. Für mich persönlich ist es ein Volljob. Ich hätte keine Zeit, nebenbei noch etwas anderes zu machen. Im vergangenen Jahr war das noch anders. Da war ich noch nicht voll eingespannt.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit Beat Zberg, der neu zur TdS-Organisation gestossen ist?

Betschart: Für ihn ist logischerweise alles Neuland. Aber er hat sich mächtig reingehängt und macht seinen Job sehr gut. Wir beide ergänzen uns ausgezeichnet. Beat ist für die Strecke zuständig. Zurzeit hat er vor allem mit Baustellen zu kämpfen. Er klärt ab, ob allenfalls noch kleine Änderungen am Streckenverlauf vorgenommen werden müssen.

Man hat gehört, dass es wegen der gleichzeitig stattfindenden Fussball-EM Probleme gab.

Betschart: Wir waren uns bisher gewohnt, dass mindestens zwanzig Polizisten dazu abgestellt wurden, den Tour-Tross mit Motorrädern zu begleiten und für Sicherheit zu sorgen. Aber wegen der Euro wurde eine Sperre verhängt. Für uns wäre es eine absolute Katastrophe gewesen, ohne Motorradpolizisten auskommen zu müssen. Ich ging bis ins Bundeshaus, um für unser Anliegen zu lobbyieren. Schliesslich ist es mir mit Müh und Not doch noch gelungen, knapp zwanzig Polizisten zusammenzubringen. Das ganze Theater ist für mich völlig unverständlich, zumal die IMG die Kosten selber trägt.

Interview von Urs Hanhart

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Urner Zeitung.