SAMSTAGSINTERVIEW: «Schwingen ist auch eine Lebensschule»

Begonnen hat alles mit dem «Biäläbodä-Schwingä»; seit August ist er «Eidgenosse»; am Sonntag tritt Richard Imholz am Kantonalschwingfest an. Mit gemischten Gefühlen.

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Der 29-jährige Schwinger Richard Imholz aus Unterschächen gehört zu den Urner Favoriten. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Der 29-jährige Schwinger Richard Imholz aus Unterschächen gehört zu den Urner Favoriten. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Morgen gehts los: Mit 165 Schwingern kämpfen Sie am Kantonalen um die begehrten Kränze. Freuen Sie sich?

Richard Imholz: Ja und nein. Natürlich spüre ich Vorfreude. Aber ich bin auch angespannt: War meine Vorbereitung gut? Reichte das Training? Werde ich die Erwartungen erfüllen?

Diese Erwartungen dürften hoch sein, kämpfen Sie doch nach Ihrem Kranzgewinn am Eidgenössischen in Aarau erstmals vor einheimischem Publikum ...

Imholz: Richtig. Natürlich war das Eidgenössische eine tolle Bestätigung. Aber als «Eidgenosse» weckt man auch höhere Erwartungen, tritt gegen stärkere Gegner an. Der Druck steigt. Ein Stück meiner früheren Unbeschwertheit ist weg. Man wird genauer beobachtet, kann sich nicht mehr verstecken. Beim Schwingen vor einheimischem Publikum gilt das erst recht.

«Heimspiele» sind also kein Vorteil?

Imholz: Nicht unbedingt. Aber ich bin positiv eingestellt, werde mein Bestes geben. Man sollte immer versuchen, unbelastet an ein Schwingfest zu gehen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Zudem bin ich ein «Stiärägrind» und versuche mich durchzusetzen.

Welche Erwartungen hegen Sie für Sonntag?

Imholz: Das ist schwer einzuschätzen. Vieles hängt von der Tagesform ab. Und mit Leuten wie Martin Grab sind starke Favoriten im Spiel. Aber ein Kranzgewinn würde mich natürlich freuen.

In Uri geniesst der Schwingsport grosse Beliebtheit. Wie würden Sie einer Schwing-Banause wie mir den Reiz dieses Sports erklären?

Imholz: Mich persönlich haben die Kameradschaft im Klub und der Sportgeist immer begeistert. Das Schwingen ist auch eine Lebensschule: Man muss lernen, mit Niederlagen umzugehen, dem Gegner die Hand zu reichen. Dazu habe ich mir von der ersten Teilnahme am «Buäbäschwingä Biäläbodä» bis heute meinen Freundeskreis im Schwingklub Bürglen aufgebaut.

Interview von Manuela Kalbermatten

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Urner Zeitung.