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SARNEN/ANDERMATT: Ehekrach endet tödlich

Ein 53-jähriger Schweizer erschoss sich dieses Wochenende in seiner Ferienwohnung in Andermatt. Vorausgegangen war eine von der Polizei veranlasste Wegweisung am Hauptwohnsitz in Sarnen.
Thomas Heer
Mitglieder der Spezialeinheit Luchs standen in Andermatt im Einsatz. (Archivbild Philipp Schmidli)

Mitglieder der Spezialeinheit Luchs standen in Andermatt im Einsatz. (Archivbild Philipp Schmidli)

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Das Ganze hatte etwas Surreales. Die Touristen flanierten gestern in Scharen durch das winterliche Andermatt und liessen es sich gut gehen. Das frisch verschneite Skigebiet des Nätschen erstrahlte unter dem gleissenden Licht der Mittagssonne. Eine wunderbare Welt tat sich da auf, so richtig zum Geniessen für Einheimische wie für die Besucher in gleichem Masse.

Trotzdem lag ein Schatten über dieser Szenerie, für kaum jemanden aber richtig einzuordnen. Denn, was um Himmels willen machten all die Polizisten, teils gekleidet in Kampfmontur, mit von Sturmhauben verdeckten Gesichtern, hier droben, wunderte sich manch einer. Auszumachen waren zudem Polizisten, begleitet von ihren treuen Diensthunden. «Ich dachte mir, das sei wohl eine Übung», sagte die Angestellte einer Tourismusorganisation. Damit aber lag sie daneben. Es war ein Ernstfall.

Bei den Sicherheitskräften handelte es um Korpsmitglieder der Urner Kantonspolizei, verstärkt durch die Sondereinheit Luchs. Der Ausgangspunkt dieses Grosseinsatzes lag aber an einem ganz anderen Ort, nämlich in Sarnen. Gemäss der Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin war es nämlich am Freitagabend in einer Wohnung zu einem Vorfall häuslicher Gewalt gekommen.

Der Mann besass zahlreiche Waffen

Die Polizei wurde daraufhin alarmiert, rückte aus und wies einen 53-jährigen Schweizer aus der Wohnung. Dieser verbrachte die Nacht nicht in einem Hotelzimmer, sondern entschloss sich, das Feriendomizil in Andermatt aufzusuchen. Dort kam er im Verlauf der Nacht dann auch an. Er schloss sich in der Wohnung ein und war danach für die Behörden nicht mehr erreichbar.

Daher schwante den Verantwortlichen Böses, und sie entschlossen sich gestern, den Mann in Andermatt aufzusuchen – mit der Spezialeinheit. Denn der Weggewiesene – das ergab eine Überprüfung im entsprechenden Register – verfügte über eine ansehnliche Waffensammlung. Was ging in diesem Menschen vor? Wozu war er bereit?

Immer wieder kommt es bei Polizeieinsätzen zu unerwarteten und dramatischen Entwicklungen. In Erinnerung bleibt der Fall Malters. Am 9. März im letzten Jahr beging eine psychisch kranke Frau Suizid, als Polizisten nach stundenlangen Verhandlungen die Wohnung stürmten. Zuvor hatte die Pensionärin um sich geschossen und die Einsatzkräfte daran gehindert, eine Hausdurchsuchung durchzuführen. In der Wohnung wurde eine Hanfplantage vermutet.

Im Fall Andermatt von gestern mussten die Einsatzkräfte nicht vor Schüssen in Deckung gehen. Denn als die Polizisten in die Wohnung eindrangen, stiessen sie auf einen Toten, den weggewiesenen Mann aus Sarnen. Es steht fest, dass sich der 53-Jährige in der Nacht auf gestern selber erschossen hat.

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