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Jus-Studenten nehmen Sawiris-Projekt unter die Lupe

15 Jus-Studenten der Universität Luzern befassen sich während drei Tagen mit dem Grossprojekt des ägyptischen Investors. Aus dem Hörsaal mitten in das Geschehen, lautet die Devise des juristischen Seminars.
Remo Infanger
Im Golf Clubhaus Andermatt hören die Jus-Studenten gespannt zu, was Christoph Langenberg, Leiter Planung und Entwicklung Andermatt Swiss Alps AG, zu sagen hat. (Bild: PD, Andermatt, 26. Oktober 2018)

Im Golf Clubhaus Andermatt hören die Jus-Studenten gespannt zu, was Christoph Langenberg, Leiter Planung und Entwicklung Andermatt Swiss Alps AG, zu sagen hat. (Bild: PD, Andermatt, 26. Oktober 2018)

Dass ein Studium der Rechtswissenschaften nicht nur aus dem Büffeln von Paragrafen und Absätzen besteht, beweist die Universität Luzern in dieser Woche in Andermatt. Im Rahmen des Bachelor-Seminars «Das Sawiris-Projekt in Andermatt – eine rechtliche Fallstudie» befassen sich Jus-Studenten vom Donnerstag bis Samstag mit den juristischen Hintergründen rund um das Grossprojekt.

Warum die Universität Luzern ausgerechnet in Andermatt einen Kurs durchführt, weiss der Rechtsprofessor Roland Norer: «Das Sawiris-Projekt ist mit einer Vielzahl an rechtlichen Verfahren und Entscheiden verknüpft, die in Dichte und Umfang eine neue Dimension erreicht haben», so der Rechtsprofessor. «Aus rechtlicher Sicht ist das Projekt in Andermatt schweizweit einmalig.»

«Juristen sind oft reine ‹Schreibtisch-Täter›»

Norers Schwerpunkte liegen im Verwaltungsrecht – ein Gebiet, dessen Lehrstoff für viele Studenten als eher trocken empfunden werde. «Die Idee des Seminars ist es, die praktische Bedeutung dieses Gebiets vor Augen zu führen», betont der Rechtsprofessor. Dem pflichtet Emanuel Strub, Generalsekretär der Justizdirektion Uri, bei. «Juristen sind oft reine ‹Schreibtisch-Täter›», sagt Strub. «Es ist aber wichtig, das Recht zu visualisieren. Man soll hinausgehen, sich ein Bild vor Ort machen und den Fall nicht nur auf dem Papier anschauen.» Diese Botschaft habe man den Studenten mit dem Aufenthalt in Andermatt mitgeben können.

Alle Akteure müssen am gleichen Strick ziehen

Strub führte die Jus-Studenten mit einem Referat in das Grossprojekt in Andermatt ein. Seit Beginn begleitet der Attinghauser das Geschehen rund um den ägyptischen Investor in juristischer Hinsicht. So konnte er aus seinen eigenen Erfahrungen berichten, was es rechtlich gesehen alles braucht, damit ein solches Projekt inmitten der Alpen von den Behörden bewilligt werden kann. «Vom Gewässer-, Denkmal-, und Landschaftsschutz, über Seilbahnkonzessionen bis hin zur Zweitwohnungsproblematik – all das sind Bereiche, die Hürden darstellten, aber rechtlich abgesichert sein mussten, damit ein Resort dieser Grösse erst aufgebaut werden konnte», erklärt Strub. Funktionieren könne das, wenn alle Akteure am gleichen Strick ziehen.

Die Idee, das Sawiris-Projekt zum Gegenstand eines solchen Seminars zu machen, sei in Zusammenarbeit mit der Urner Justizdirektion entstanden. «Der Kanton hat die Veranstaltung unserer Uni in aussergewöhnlicher Art und Weise unterstützt», so Norer. «Für diese tolle Zusammenarbeit und die Gastfreundschaft in Andermatt möchte ich mich herzlich bedanken.»

Einzigartige Einblicke in das Projekt erhalten

15 Rechtsstudenten haben am Seminar teilgenommen – darunter Marc Schillig aus Altdorf. «Ich habe mich mit dem Heimatschutzrecht auseinandergesetzt und dazu ein Referat gehalten», so der 21-Jährige. Seminare zu besuchen sei ein Pflichtbestandteil des Studiums. Für diesen Kurs entschieden habe er sich deshalb, weil er als Urner ohnehin nahe am Geschehen sei und ihn das Mega-Projekt schon immer interessiert habe. «Durch das Seminar erhielten wir seltene Einblicke in Projektunterlagen, zu denen man gewöhnlich keinen Zugang hat», erklärt Schillig. Ein Rundgang durch das Feriendorf rundete das Seminar ab.

Roland Norer, Rechtsprofesor Uni Luzern (rechts) und Emanuel Strub, Generalsekretär Justizdirektion Uri haben sich im Rahmen eines Seminars der Uni Luzern zusammen mit Jus-Studenten dem Sawiris-Projekt in Andermatt gewidmet. (Bild: Remo Infanger, Andermatt, 25. Oktober 2018)

Roland Norer, Rechtsprofesor Uni Luzern (rechts) und Emanuel Strub, Generalsekretär Justizdirektion Uri haben sich im Rahmen eines Seminars der Uni Luzern zusammen mit Jus-Studenten dem Sawiris-Projekt in Andermatt gewidmet. (Bild: Remo Infanger, Andermatt, 25. Oktober 2018)

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