«Durch Sawiris hat Uri an Selbstbewusstsein gewonnen» - so begründet der Landammann die Ehrenbürgerschaft

Die Urner Regierung beantragt dem Landrat, dem Investor das Ehrenbürgerrecht zu verleihen, dies «für ausserordentliche Verdienste».

Florian Arnold
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Investor Samih Sawiris bei einer von zahlreichen Grundsteinlegungen in Andermatt.

Investor Samih Sawiris bei einer von zahlreichen Grundsteinlegungen in Andermatt.

Bild: Urs Flüeler / Keystone (Andermatt, 21. April 2017)

Die Ideen wirkten fantastisch und gleichsam unrealistisch. Was Samih Sawiris vor 15 Jahren dem kleinen Bergvolk im Urserntal versprach, klang in vielen Ohren geradezu absurd. Auf dem ehemaligen Waffenplatzareal ein Ferienresort der Extraklasse zu bauen, kann wohl getrost als «ausserordentliche Leistung» bezeichnet werden. Aus diesem Grund schlägt die Urner Regierung nun dem Landrat vor, dem ägyptischen Investor das Ehrenbürgerrecht des Kantons Uri zu verleihen.

«Ehrung mit bestehender Regierung vornehmen»

Landammann Roger Nager.

Landammann Roger Nager.

Bild: Florian Arnold

«Wir haben diesen Schritt schon länger in Betracht gezogen», sagt Landammann Roger Nager auf Anfrage. Aufgrund der momentan ausserordentlichen Situation durch die Covid-19-Pandemie habe man noch etwas zugewartet. «Uns war aber wichtig, diese Ehrung noch in der bisherigen Zusammensetzung der Regierung und des Landrats vorzunehmen, da diese Personen mit dem Investor zusammengearbeitet hätten. Namentlich zählt dazu auch Heidi Z’graggen als Justizdirektorin, welche schon bei den frühesten Verhandlungen mit dabei war.

«Es soll ein Dankeschön an den Investor sein und unsere Wertschätzung zum Ausdruck bringen», sagt Landammann Roger Nager. Er verschweigt dabei nicht, dass auch der Kanton Uri dem Investor grosszügig entgegengekommen sei. «Wenn man das ins Verhältnis setzt mit dem Investitionsvolumen und der Wirkung auf Wirtschaft und Tourismus, ist das vollkommen gerechtfertigt. Durch Sawiris hat der Kanton Uri an Selbstbewusstsein gewonnen.» Der Ägypter sei zu einer Identifikationsfigur für den Kanton Uri geworden. «Sein Name wird im selben Atemzug mit dem Kanton Uri genannt», sagt Nager, der schon als vollamtlicher Gemeindepräsident von Andermatt eng mit Sawiris in Kontakt kam. Samih Sawiris fand es gestern «verfrüht», ein Statement abzugeben.

Die Behörden von den Visionen überzeugt

Die Urner Regierung lobt in ihrer Mitteilung, Sawiris sei es mehrfach gelungen, «die lokale Bevölkerung, die Behörden aller drei staatlichen Ebenen sowie die Umweltorganisationen von seiner unternehmerischen Vision zu überzeugen». So brachte er kantonalen Behörden, jene der Gemeinden Andermatt und Hospental sowie der Korporation Ursern sowie den Bund dazu, Chancen zu packen. Auf diese Weise seien das «The Chedi», das Viersternehotel Radisson Blu Reussen, ein Hallenbad, eine Konzerthalle und ein 18-Loch-Golfplatz möglich gemacht worden. 2018 wurde zudem die Skiarena Andermatt als Zusammenschluss mehrerer Skigebiete eröffnet worden.

Max Dätwyler, hier zu seinem 90. Geburtstag, wurde als letzter Ehrenbürger von Uri.

Max Dätwyler, hier zu seinem 90. Geburtstag, wurde als letzter Ehrenbürger von Uri.

PD

Das Ehrenbürgerrecht habe nicht die Rechtswirkungen einer ordentlichen Einbürgerung, hält der Urner Regierungsrat fest. Es sei eine Anerkennung der Verdienste einer Person. Samih Sawiris wäre laut Mitteilung der erste Nichtschweizer, dem das Ehrenbürgerrecht des Kantons verliehen würde. Zum letzten Mal wurde das Ehrenbürgerrecht des Kantons Uri 2002 an Max Dätwyler verliehen.