Gotthard-Basislinie: SBB entdecken Fehler 
bei der Zugsicherung

Im April wurde auf der Gotthard-Basislinie bei Flüelen eine falsche Fahrerlaubnis erteilt. Der Vorfall wurde untersucht und nun Massnahmen ergriffen.

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Ein Zug vor der Durchfahrt des Bahnhofs Flüelen. (Bild: Urs Hanhart, Flüelen, 10. April 2014)

Ein Zug vor der Durchfahrt des Bahnhofs Flüelen. (Bild: Urs Hanhart, Flüelen, 10. April 2014)

(sda/RIN) In den vergangenen Monaten haben zwei Züge auf dem Schweizer Schienennetz fälschlicherweise eine Fahrerlaubnis erhalten, obwohl sie keine freie Fahrt hatten – darunter einer auf der Gotthard-Basislinie bei Flüelen. Die SBB haben nach eigenen Angaben die Fehler bei der Zugsicherung selber entdeckt und nun Massnahmen ergriffen.

Im Fokus steht das European Train Control System (ETCS) Level 2. Bei diesem sind herkömmliche Aussensignale auf der Strecke nicht mehr nötig, der Lokführer sieht alle Signale auf einem Bildschirm, wie es in einer Mitteilung heisst. ETCS funktioniere problemlos auf offenen Strecken. Sobald die Topografie aber abwechslungsreicher wird, werde es aufwendiger.

«Es bestand keine 
Gefährdung»

Kürzlich machten die SBB in ihrem Medienblog selber auf zwei Fehler aufmerksam. Demnach erhielt Ende Juni 2019 ein Güterzug mit einer Lokomotive des Typs Re420 auf der Strecke Lausanne–Villeneuve fälschlicherweise eine Fahrerlaubnis, obwohl dieser keine freie Fahrt hatte. Ein ähnlicher Vorfall hatte sich mit einem Lösch- und Rettungszug im April 2019 auf der Gotthard-Basislinie bei Flüelen im Kanton Uri ereignet. In beiden Fällen kam laut den SBB niemand zu Schaden «und es bestand keine Gefährdung». Die betroffenen Fahrzeuge seien sofort ausgereiht worden, schreibt die Medienstelle. Nach dem Vorfall in Flüelen hätten die SBB zudem den Instandhaltungsprozess überprüft und verbessert.

Inzwischen seien die Vorfälle aufgearbeitet worden. Die Fehler seien «auf eine Verknüpfung mehrerer Umstände zurückzuführen», schreiben die SBB. Während der Instandhaltung sei es zu fehlerhaften Einstellungen an den Fahrzeugen gekommen, welche die genaue Positionsbestimmung der Fahrzeuge verhinderten. Weder die «Onboard-Systeme» noch die Sicherungsanlagen entlang der Bahnstrecke hätten auf diesen Fehler reagiert. Die Kombination dieser Tatsachen habe dazu geführt, dass den Fahrzeugen fälschlicherweise freie Fahrt für die gemeldete Position erteilt worden sei.

Ab sofort überprüfen die SBB systematisch, ob die verkehrenden Fahrzeuge eine Auffälligkeit bezüglich der Positionsbestimmung zeigen, wie das Unternehmen verlauten liess.