SCHÄCHENTAL: Die Felsräumung im Absturzgebiet der Ruosalp läuft auf Hochtouren

Nach wie vor ist unklar, wann die Suche nach den beiden auf der Ruosalp verschütteten Urnern aufgenommen werden kann. Der dritte Arbeiter, der beim Felssturz verletzt wurde, musste sich am Montag operieren lassen.

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Ein Blick von weitem verrät, wo sich die 2000 Kubikmeter Felsen im Gebiet Ruosalp lösten. (Bild: Kantonspolizei Uri)

Ein Blick von weitem verrät, wo sich die 2000 Kubikmeter Felsen im Gebiet Ruosalp lösten. (Bild: Kantonspolizei Uri)

Die Räumungsarbeiten im Gebiet Ruosalp, wo seit dem Felssturz vom vergangenen Dienstag zwei Urner vermisst werden, liefen auch am Wochenende auf Hochtouren. «Acht Mitarbeiter der Firma Gasser Felstechnik waren jeweils von Sonnenauf- bis zum Sonnenuntergang mit der Felssäuberung an der Abbruchstelle oberhalb des sogenannten Felsenwegs beschäftigt. Zudem war laufend mindestens ein Geologe vor Ort», erklärte der Urner Polizeikommandant Reto Pfister auf Anfrage. «Der Fels ist in einem weniger guten Zustand als bisher vermutet. Die massiven Verkarstungen in diesem Gebiet machen das Lösen des lockeren Gesteins nicht einfacher.» Zu den Ursachen des Felssturzes lägen weiterhin keine neuen Erkenntnisse vor.

Gemäss Pfister werden die beiden Vermissten «unter den Felsmassen an der exponiertesten Stelle des Felsenwegs» vermutet. Wann die Suche nach den Vermissten aufgenommen wird, konnte der Urner Polizeikommandant aber noch nicht definitiv sagen. «Wir können es nach wie vor nicht verantworten, Leute mit der Suche nach den Vermissten zu beauftragen, und zwar weder auf dem Weg selber noch unterhalb desselben», erklärte Pfister.

Gegenwärtig seien auch noch Abklärungen zum Vorgehen bei der Suche nach den Vermissten am Laufen. «Ergebnisse dazu erwarten wir erst im Verlaufe des Montagabend», erklärte Pfister weiter.

Dritter Arbeiter wieder im Spital

Der dritte Arbeiter, der am vergangenen Dienstag von den Felsmassen getroffen wurde und sich selber retten konnte, durfte das Spital Ende der vergangenen Woche verlassen. Er musste sich aber am Montag einem weiteren operativen Eingriff unterziehen.

In jüngster Zeit hat es gemäss dem mit den Abklärungen betrauten Geologen Daniel Bieri in diesem Gebiet keine Felsstürze gegeben. Beim betroffenen Weg handelt es sich um einen aus dem Felsen gehauenen Gebirgsweg im Besitz der Korporation Uri. «Da muss man a priori davon ausgehen, dass es eine Felssturzgefahr gibt», hatte Bieri am vergangenen Mittwoch gegenüber der sda verlauten lassen. Die Abbruchstelle befindet sich in extrem steilem Gebiet und ist rund 60 Meter hoch, 20 bis 30 Meter breit und 1,5 Meter tief. Rund 1500 bis 2000 Kubikmeter Kalkgestein waren 80 bis 90 Meter in die Tiefe gestürzt.

Die Ruosalp liegt zuhinterst im Bisistal auf fast 1500 Metern über Meer. Mit Fahrzeugen ist sie nur von der Schwyzer Seite her erreichbar.

An dieser Stelle wurden die drei Personen verschüttet. (Bild: PD/Kantonspolizei Uri)

An dieser Stelle wurden die drei Personen verschüttet. (Bild: PD/Kantonspolizei Uri)

Die Stelle vor dem Unglück. (Bild: Magnus Gwerder)

Die Stelle vor dem Unglück. (Bild: Magnus Gwerder)

Blick auf die Ruosalp. Eingekreist ist die Unglücksstelle. (Bild: Leserbild «Bote der Urschweiz» (10. Oktober 2017))

Blick auf die Ruosalp. Eingekreist ist die Unglücksstelle. (Bild: Leserbild «Bote der Urschweiz» (10. Oktober 2017))