SCHATTDORF / ALTDORF: Gnadenfrist für die Katze

Dieser Entscheid dürfte den Schattdorfer Katzenmusikern nicht leicht gefallen sein. Schliesslich aber siegte die Vernunft. Weil der Föhn derart stark blies, mussten die Narren gestern Abend auf das Verbrennen der Stoffkatze verzichten.

Markus Zwyssig
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Bild: Urs Hanhart / Neue UZ

Bild: Urs Hanhart / Neue UZ

Die Gefahr, dass die gewöhnlich bis zu drei Meter hohen Flammen Schaden anrichten könnten, war zu hoch. «Es kommt sehr selten vor, dass wir die Katze nicht verbrennen können», sagte Präsident Simon Geisser kurz vor dem Start der Zeremonie. Geisser jedenfalls kann sich nicht erinnern, dass er dies schon einmal selber erlebt hat. Regen und Schnee hingegen können auch bei einer durchnässten Stoffkatze das Verbrennen nicht verhindern. «Benzin hilft immer», meinte Max Simmen, der schon viele Jahre der Katzenmusikgesellschaft als Posaunist treu zu Diensten steht.

«Auch das Ende gehört dazu, aber nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht.» Didi Aschwanden, Vorstand Kamu Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue  UZ)

«Auch das Ende gehört dazu, aber nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht.» Didi Aschwanden, Vorstand Kamu Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

«Fasnacht macht Spass, es könnte das ganze Jahr so weitergehen.» Aleksej Janic, Junger Fasnächtler. (Bild: Urs Hanhart / Neue  UZ)

«Fasnacht macht Spass, es könnte das ganze Jahr so weitergehen.» Aleksej Janic, Junger Fasnächtler. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Normalerweise lodern die Flammen 15 bis 20 Minuten lang, und die Musikanten spielen dazu im Schein des Feuers auf dem Dorfplatz. «Jetzt wissen wir noch nicht genau, was wir mit der Katze machen», sagte Präsident Geisser.

Auf Pauke mitgetragen

Alles für die Katz also? Auch wenn die Katze eine Gnadenfrist erhielt – vom Strassenbeleuchtungsmasten, von dem sie seit Mitte Januar über dem Dorfplatz gethront hatte, wurde sie gleichwohl geholt. Ein Fasnächtler nahm die Katze auf die Pauke und trug sie beim Umzug durch das Dorf.

Trauerflor in Altdorf

Auch in Altdorf zogen die Fasnächtler gestern noch einmal durch die Strassen. Die farbigen Narrenkostüme mussten aber ebenso zu Hause bleiben wie die Trompeten und Posaunen. Standesgemäss ernst und nur mit Trommeln und Pauken trugen sie die Fasnacht zu Grabe. Ganz in Schwarz gekleidet – viele mit Trauerflor, Frack und Zylinder –, sorgten sie für einen würdevollen Abschluss.
 

Markus Zwyssig