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SCHATTDORF: Auf Urner Neat-Land soll ein Bike-Park entstehen

Biker und Skater wollen auf einem Landstück, das für den Neat-Bau gebraucht wurde, einen Park bauen. Die Idee stösst in der Gemeinde auf offene Ohren. Es gibt aber Hürden.
Markus Zwyssig
Symbolbild Neue ZZ / Werner Schelbert

Symbolbild Neue ZZ / Werner Schelbert

«Der Bike-Sport ist bei Jugendlichen und Kindern im Trend», sagt Mario Gisler vom Verein Ur-Bikers. Zusammen mit Matheo Zgraggen und Florian Geisseler will er an der Umfahrungsstrasse in Schattdorf einen Bike-Park realisieren. Nur: Das 18 000 Quadratmeter grosse Landstück, das die Biker im Auge haben, liegt in der Landwirtschaftszone. Es darf eigentlich nur von Bauern gekauft werden, die es selber bewirtschaften. Derzeit gehört das Land der Alptransit Gotthard AG, Bauherrin des Gotthard-Basistunnels. Nach dem Ende des Neat-Baus wird sie es der landwirtschaftlichen Nutzung zuführen. Die Gemeinde Schattdorf müsste das Land zuerst umzonen, damit sie es kaufen könnte. Doch so einfach dürfte das nicht sein. Denn der Bauernverband Uri setzt sich mit seiner Arbeitsgruppe Kulturland seit Jahren für einen haushälterischen Umgang mit dem knappen Kulturland ein. Das zeigt sich auch in der Pfaffenmatt in Erstfeld. Die Bauern fordern bei der geplanten Sport- und Freizeitanlage ein kleineres Projekt als geplant.

«Angebot fehlt heute»

Nichtsdestotrotz sind die Jugendlichen von ihrem Projekt überzeugt. «Für bikebegeisterte Jugendliche ab 16 Jahren fehlt heute ein entsprechendes Angebot», sagt Gisler. «Ich habe schon an diversen anderen Plätzen Ausschau gehalten, und überall hiess es: ‹nicht möglich›. Der Flecken Land an der Umfahrungsstrasse würde sich optimal für unsere Zwecke eignen. Da würden wir niemanden stören, denn hier sind wir zwischen Industrie und Eisenbahn, fast ausserhalb der Wohnzone.» Verkehrstechnisch sei das Land sehr gut erschlossen, so Gisler. Auch für Jugendliche, die noch nicht Auto fahren, sei es kein Problem, das Gelände zu erreichen. «Wenn der neue Autobahn-Halbanschluss kommt, wären auch Biker und Skater aus anderen Kantonen schnell vor Ort.»

Auf dem Land befinden sich Erdablagerungen vom Neat-Bau, die man für das Projekt nutzen könnte. «Da müssten wir uns nicht mehr um Erdmaterial und um den Transport kümmern», sagt Gisler. Mit der Erde würden Sprünge und Wellen gebaut, so könnte eine sogenannte Pumptrack-Anlage entstehen. Diese soll eine breite Altersgruppe ansprechen und eignet sich perfekt zum Üben. In Sihlcity bei Zürich gibt es einen solchen Park. Auch in Horw finden die Biker entsprechende Möglichkeiten.

Unterstützung von Sponsoren

Mit dem neuen Park sollen auch Skater, Inlineskater und BMX-Fahrer auf ihre Kosten kommen: Der Verein Freestyle.Uri schaut sich ebenfalls wegen eines Platzes um, in Schattdorf könnten die Biker und Skater gemeinsame Sache machen. Zudem wären Festanlässe möglich. «An der Umfahrungsstrasse würde ein Fest weniger stören, denn es wäre nicht mehr mitten in einer Wohnzone», sagt Mario Gisler.

Die Ur-Bikers haben rund 120 Mitglieder. Sie betreiben und unterhalten die Downhill-Strecke vom Haldi nach Schattdorf, die weit über die Kantonsgrenze hinaus bekannt ist. Der Bike-/Skate-Park soll zu einem Teil mithilfe von Sponsoren verwirklicht werden. Auch mit dem Amt für Kultur und Sport will man in Kontakt treten. Die Jugendlichen machen auch bei einem Wettbewerb der Urner Kantonalbank mit. Sie hoffen auf Unterstützung.

Gemeinde klärt ab

«Ich finde es gut, wenn die Jungen Eigeninitiative entwickeln», sagt Gemeindepräsident Rolf Zgraggen. An der Gemeindeversammlung wurde bei einer Konsultativabstimmung deutlich, dass eine grosse Mehrheit sich dafür ausspricht, das Projekt weiterzuverfolgen. «Wir werden nun entsprechende Abklärungen machen», so Zgraggen. «Die Idee muss weiter verfolgt werden. Allenfalls wäre auch eine temporäre Nutzung möglich, bei der man mit einem Landwirt zusammenarbeiten könnte.»

Markus Zwyssig

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