SCHATTDORF: Augenzeuge ist wohl dem Täter begegnet

Ein Wirt wurde Samstagnacht getötet. Die Polizei hat einen verdächtigen Urner festgenommen. Ein Taxifahrer, der auf den Wirt wartete, ist diesem mutmasslichen Täter wohl begegnet.

Ars./Mz.
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Einsatzkräfte am Sonntag vor dem Schattdorfer Restaurant Mühle, in dem sich die Tat ereignete. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)

Einsatzkräfte am Sonntag vor dem Schattdorfer Restaurant Mühle, in dem sich die Tat ereignete. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)

Eine Bluttat in der Nacht auf Sonntag erschüttert Schattdorf: Ein 51-jähriger Mann ist im Restaurant zur Mühle tot aufgefunden worden. Der Mann hatte Stichverletzungen. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um den Urner Wirt des Restaurants. Die Polizei hat aufgrund von Befragungen einen Tatverdächtigen festgenommen. Recherchen zu Folge ist der Festgenommene ein Urner.

Taxifahrer am Tatort

Augenzeugen berichten gegenüber unserer Zeitung Einzelheiten zur Tatnacht: Um 1.51 Uhr bestellt der Wirt des Restaurants zur Mühle, der in Altdorf wohnt, ein Taxi bei Felix Gnos – so wie er es immer tut. Gnos schickt einen Kollegen vorbei. Der Taxikollege, der namentlich nicht genannt werden will, wartet vor dem Restaurant. Doch der Wirt kommt nicht.

Der Kollege schaut durchs Fenster in die Beiz. Leer. Er geht zum Hintereingang. «In diesem Moment öffnet sich die Tür einen Spalt weit und geht wieder zu», schildert der Taxifahrer. Als er nun selber die Tür öffnet, sieht er im Treppenhaus einen Mann, der im oberen Stock verschwindet. «Ich habe gesagt, das Taxi sei da, doch der Mann hat nicht reagiert», erzählt der Taxifahrer.

«Viel erkennen konnte ich nicht. Im Treppenhaus war es dunkel. Erst später ist mir bewusst geworden, dass ich wohl dem Täter begegnet bin.» Der Taxifahrer geht zurück zum Auto und informiert Kollege Gnos, dass der Wirt nicht gekommen ist. Gnos seinerseits ruft um 2.01 Uhr im Restaurant an. Niemand geht ran.

Der Taxifahrer schaut nochmals durchs Fenster, diesmal genauer. «Auf dem Boden habe ich eine Blutspur gesehen», erzählt er. Er geht wieder zum Hintereingang und macht das Licht im Treppenhaus an, aber niemand ist dort. Gnos, der nun in ständigem telefonischen Kontakt mit seinem Kollegen steht, alarmiert die Polizei. Derweil wartet der Kollege im Auto und behält das Restaurant bis zum Eintreffen der Polizei im Auge.

Polizei wird heute informieren

Die Sondereinheit Luchs stürmte mitten in der Nacht das Restaurant und machte den grausigen Fund. Die Tatortarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. «Wir müssen uns zuerst ein genaueres Bild darüber verschaffen, was im Detail vorgefallen ist», sagt Polizeisprecher Gusti Planzer. «Dadurch erhoffen wir uns neue Erkenntnisse.» Gestützt darauf will die Polizei am Montagnachmittag mittels Medienbulletin informieren.