SCHATTDORF: CVP-Landrat fordert «Marschhalt» beim Brückenbau

In der Kastelen soll die Brücke über die Stille Reuss ersetzt werden. Daniel Furrer will aber zuerst wissen, wie das Gebiet mit der WOV künftig erschlossen wird.

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Die Brücke über die Stille Reuss soll neu gebaut werden. (Bild: Urs Hanhart (Schattdorf, 1. Dezember 2016))

Die Brücke über die Stille Reuss soll neu gebaut werden. (Bild: Urs Hanhart (Schattdorf, 1. Dezember 2016))

Im Oktober 2015 hiess das Urner Stimmvolk die West-Ost-Verbindung (WOV) gut. Im Jahr 2021 soll die neue Strasse entlang des Schächens schliesslich in Betrieb genommen werden. Folglich werden sich die Verkehrsströme im Talboden wohl stark verändern. Dabei dürfte auch die Umfahrungsstrasse in Schattdorf eine wichtige Rolle spielen. Diese wird entsprechend neu als schweizerische Hauptstrasse klassifiziert, da sie bald auch als Zubringer für den geplanten Autobahn-Halbanschluss Altdorf dienen soll. Deshalb soll die Umfahrungsstrasse in den nächsten Jahren ausgebaut werden.

Umso mehr irritiert es CVP-Landrat Daniel Furrer aus Erstfeld, dass der Kanton nun plant, den Verkehrsknoten Kastelen zu sanieren. Die Kreuzung soll komplett neu gestaltet werden. Zudem soll auch die Brücke über die Stille Reuss ersetzt werden. Insgesamt soll das Projekt 7,2 Millionen Franken kosten.

Landrat will eine günstigere Lösung

Daniel Furrer reichte gestern zusammen mit den Zweitunterzeichnern Ruedy Zgraggen (CVP, Attinghausen) und Daniela Planzer (CVP, Schattdorf) ein Postulat ein. Darin fordert Furrer, dass die Sanierung des Knotens Kastelen sofort sistiert werde.

Furrer kritisiert, dass im Gegensatz zu den übrigen Teilbereichen rund um die WOV, beim Entwicklungsschwerpunkt Industrie- und Gewerbegebiet Schattdorf bislang auf eine Gesamtverkehrsplanung verzichtet wurde. «Wir halten das für einen grundsätzlichen Fehler», sagte der Erstfelder. Für ein solches Projekt sei es zu früh. Denn es sei noch überhaupt nicht klar, wie die Verkehrsführung im Industrie- und Gewerbegebiet künftig aussehen soll. «Zudem scheint uns die geplante Knotensanierung Kastelen mit 7,2 Millionen Franken eine recht teure Lösung zu sein», sagte Furrer weiter.

Der CVP-Landrat fordert mit seinem Postulat zudem, dass der Regierungsrat einen Bericht ausarbeiten soll. Darin soll er aufzeigen, wie die künftige Feinerschliessung westlich und östlich der Umfahrungstrasse aussehen wird. Der Bericht soll zudem Aufschluss geben, wie die Anbindungen der Riedstrasse und der Militärstrasse an die Umfahrungsstrasse sowie der Knoten im Bereich der Auto AG Uri künftig gestaltet wird. Weiter muss die Regierung prüfen, ob es für die Sanierung des Knotens Kastelen und den Brückenneubau nicht kostengünstigere Lösungen gäbe.

Zudem forderte Furrer in seinem Postulat, bei der Sanierung des Verkehrsknotens die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Die betroffenen Industrie- und Gewerbebetriebe müssten auch während der Bauzeit gut erreichbar sein.

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch