Schattdorf
Gastro Uri versprüht nach Corona wieder Optimismus

Der Verband wirbt für die Entschädigungsinitiative und lässt sich auch vom Fachkräftemangel nicht unterkriegen.

Urs Hanhart
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Verbandspräsident Joe Herger blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Verbandspräsident Joe Herger blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Bild: Urs Hanhart (Schattdorf, 10. Mai 2022)

«Heute wollen wir vor allem die Gemütlichkeit pflegen. Denn diese ist in den vergangenen zwei Jahren wiederholt zu kurz gekommen», mit diesen Worten begrüsste Verbandspräsident Joe Herger die Mitglieder und Gäste zur 111. GV von Gastro Uri, die am Dienstag im Restaurant 54 Hochgenuss in Schattdorf abgehalten wurde. Dann fügte er noch an: «Ich hoffe, dass der am 17. Februar gemachte Schritt mit der Aufhebung der Zertifikatspflicht in die Normalität auch im kommenden Herbst und Winter beibehalten werden kann. Endlich dürfen wir unsere Gäste wieder nach Belieben begrüssen. Darauf haben wir lange gewartet.» Herger wies darauf hin, dass die Gastro-Branche aufgrund der Coronakrise in den vergangenen zwei Jahren unten durch musste. Nun sei zu hoffen, dass die Gästezahlen und auch die Umsätze der Betriebe wieder auf Vor-Corona-Niveau ansteigen würden. «Diesbezüglich bin ich zuversichtlich», betonte der Vorsitzende.

Zwischen 6 und 9 Prozent der Beschäftigten seien im Gastgewerbe tätig

Herger bemängelte, dass Politik und Gesellschaft die Bedeutung der Gastrobranche oftmals unterschätzten. Das sei ein Fehler, denn gemäss einer von Gastro Suisse in Auftrag gegebenen Studie löse diese Branche eine Bruttowertschöpfung von rund 35 Milliarden Franken aus. In den meisten Kantonen seien zwischen 6 und 9 Prozent der Beschäftigten im Gastgewerbe tätig. «Volkswirtschaftlich sind wir eine sehr bedeutende Branche», so der Präsident und weiter: «Wenn es unseren Mitgliedern gut geht, profitieren auch weitere Branchen davon.»

Gastro Suisse hat kürzlich eine Volksinitiative «Für eine generelle Entschädigung im Epidemiefall» (kurz Entschädigungsinitiative) lanciert. Herger ermunterte die Versammelten, bei der Unterschriftensammlung eifrig mitzuhelfen. Man sei bestrebt, die erforderliche 100’000er-Marke so schnell wie möglich zu übertreffen.

Massimo Suter, Vizepräsident von Gastro Suisse, ging in seinem Kurzreferat unter anderem auf den Fachkräftemangel ein, von dem das Gastgewerbe stark betroffen ist. Er betonte: «Wir müssen wohl bei den Arbeitszeiten etwas ändern, um unsere Branche attraktiver zu machen. Ausserdem gilt es, mit den Gewerkschaften bei der Lohnfrage einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ich gehe davon aus, dass wir bei den nächsten Verhandlungen um eine Erhöhung nicht herumkommen.» Zudem mache die Zimmerstunde die Gastrobranche nicht gerade attraktiv.

Gutscheine als Erfolgsgeschichte

Ende 2020 lancierte der Vorstand Gastro-Uri-Gutscheine zur Unterstützung der Urner Gastronomie. Dazu bilanzierte Herger: «Was klein begann, ist zu einer Erfolgsstory geworden. Der Run war enorm gross.» Inzwischen sind gemäss dem Präsidenten Gutscheine im Gesamtwert von über 500'000 Franken verkauft worden. Dieser Betrag kommt allen Mitgliederbetrieben von Gastro Uri zugute. «Wir werden diese Aktion sicher weiterziehen», versprach Herger. Positives gab es auch von der Jahresrechnung 2021 zu berichten. Sie weist einen Gewinn von 2264 Franken aus und schliesst damit deutlich besser ab als budgetiert. Bei den Mitgliederzahlen musste der Verband hingegen einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Der Bestand schrumpfte leicht um neun auf neu 138 Betriebe. Allerdings wurde diese Zahl Ende November 2021 erhoben. Inzwischen sind gemäss Herger wieder einige neue Betriebe hinzugekommen. Im Vorstand bleibt alles beim Alten. Vizepräsidentin Marianne Hess, Unterschächen, die Mitglieder Aaron Bohl und Cornelia Imhof, beide Altdorf, sowie Johan Granvik, Andermatt, wurden einstimmig wiedergewählt.

Für langjähriges Wirten geehrt

Zum Schluss durfte sich das Geschwisterpaar Marianne Hess und Christoph Arnold ehren lassen. Es führte gemeinsam 25 Jahre lang das Hotel Alpina in Unterschächen. Kürzlich haben sie die Leitung in jüngere Hände übergeben. Darüber hinaus gab es noch einige Ehrungen in Abwesenheit. Namentlich handelte es sich um Annemarie Zurfluh, die 50 Jahre im Restaurant Trögli in Altdorf wirtete, Sergio und Manuela de Pinto, die 27 Jahre das Restaurant Moosbad in Altdorf führten, sowie Peter und Sonja Arndt, die lange im Hotel Tourist in Flüelen wirteten. Ebenfalls in Abwesenheit geehrt wurde Greta Sicher, die seit 50 Jahren das Hotel Gotthard in Gurtnellen betreibt und weiterhin unermüdlich kocht und wirtet. Spezielle Erwähnung fand auch Paul Jans aus Erstfeld, der bereits seit 32 Jahren bei Gastro Uri als Rechnungsrevisor amtet und dies auch weiterhin tun wird.

Im Anschluss an die GV hielt Verwaltungsrat Erich Megert ein Kurzreferat über die Sisag AG.

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