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SCHATTDORF: Kritisch, bissig und kunterbunt: Umzug in Schattdorf

Diverse Gruppen nahmen am Umzug mit zum Teil zynischen Sprüchen internationale, nationale, kantonale und kommunale Ereignisse auf die Schippe. Unter Beschuss gerieten vor allem Politik, Sport, Tourismus und Kultur.
Russische Touristen auf dem Wagen Andersmatte. (Bild Urs Hanhart)

Russische Touristen auf dem Wagen Andersmatte. (Bild Urs Hanhart)

Reiche Ölscheichs, russische Touristen und unfreundliche Urschner haben den Wagen Andersmatte begleitet. Offensichtlich gilt der Spott der ehemaligen Pfadfinder von Schattdorf – bekannt als Roverrotte – dem ägyptischen Investor Samih Sawiris und seiner geplanten Tourismusdestination in Andermatt.

«D Aalagä sind nid grat vo hit, aber bi dä Priisä gends mit dr Zit», stand auf dem Wagen. «Das Angebot in Andermatt ist seit 20 Jahren das gleiche – trotz Sawiris», meint OK-Mitglied Renzo Imhof. Die Preise würden aber kontinuierlich steigen. Doch auch sonst gebe es bei der Sawiris-Vision einige lustige Tatsachen. «Die bauen einen Golfplatz, obwohl der Winter in Andermatt acht Monate dauert», glaubt Imhof. Und in den übrigen vier Monaten sei es kalt. Weiter lasse auch die Gastfreundschaft der Urschner zu wünschen übrig.

Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Umzug Schattdorf)
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. . (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug in Schattdorf. Freistossspray. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug in Schattdorf. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug in Schattdorf. Alles Andersmatte. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug in Schattdorf. Korruptionsgesellschaft Fifa. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug in Schattdorf. Korruptionsgesellschaft Fifa. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug in Schattdorf. Alles Andersmatte. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug in Schattdorf. Alles Andersmatte. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug in Schattdorf. Schiff ahoi Burgseeli. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug in Schattdorf. Parkplatzbewirtschaftung. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug in Schattdorf. Parkplatzbewirtschaftung. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
Umzug in Schattdorf. Parkplatzbewirtschaftung. (Bild: Urs Hanhart (Neue UZ))
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Umzug in Schattdorf

Der «Roverrotte»-Wagen ist hervorgestochen. Die ehemaligen Pfadfinder haben eine veraltete Sesselbahnanlage nachgebaut. Damit waren acht Männer an vier Wochenenden beschäftigt. Der Wagen mass locker über zehn Meter. Am Umzug gehörte er zu den grössten und detailliertesten.

Jodler kopieren moderne Kunst

Kräftige Bauern schleppten im vergangenen Sommer ein 8,4 Meter langes Holzboot den Berg hinauf bis zum Burgseeli oberhalb des Haldi. Diese Aktion sei Performance-Kunst, erklärte damals die Basler Künstlerin Iris Beatrice Ganz-Baumann, die in Bürglen aufgewachsen ist.

Mit ihrer «Performance-Kunst» hinterliess Ganz-Baumann einen bleibenden Eindruck. So dachte sich der Schattdorfer Jodlerklub Bärgblüemli: «Was die kann, das können wir schon lange.» Kurzerhand bauten die Mitglieder das Boot praktisch 1:1 nach. Am Umzug zogen die Jodler ihr Schiff, verkleidet als urchige Bauern, an den Zuschauern vorbei. «Wir hatten die Befürchtung, dass noch andere Gruppen das Schiff thematisch aufgreifen könnten», sagt der Schattdorfer Markus Küttel. Deshalb habe man sich im Vorfeld extra abgesprochen. «Auch unser Schiff schwimmt», versichert Küttel. Denn als Grundobjekt haben die Jodler ein echtes Boot genommen und dieses anschliessend verkleidet. Der Effekt am Umzug war in etwa der gleiche wie beim Original auf dem Haldi: Wer das Schiff sah, konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Angst vor teuren Parkgebühren

«D Gmeind Schattdorf süächt niiwi Inahmequällä und tüät 24-h-Parkührä üfstellä. Birger dent sich wehrä und Buässäzättl verzehrä!»: Dies prangte auf dem Banner der Ringerriege Schattdorf, deren Mitglieder sich an der geplanten Parkraumbewirtschaftung störten.

Nun kann die Ringerriege Schattdorf im neuen Trainingszentrum im Mehrzweckgebäude Grundmatte üben. «Doch künftig will die Gemeinde Parkuhren dort aufstellen», erklärt Aktivringer Pascal Gisler. «Das ist für uns aber ein Problem.» Wenn man mehrmals in der Woche trainiere, gingen solche Parkgebühren schmerzhaft ins Geld. Deshalb verliehen die Ringer ihrem Frust an der Fasnacht mit einer kleinen Show Ausdruck: Einige Mitglieder führten auf einer Matte jeweils einen kurzen Kampf vor. Dieser wurde dann aber jeweils von Polizistinnen unterbrochen, die lauthals Busszettel verteilten.

«Eine Parkkarte wäre verkraftbar», so Gisler. Doch Parkuhren, die immer in Betrieb seien, würden zu weit gehen. Er hofft deshalb, dass die Gemeinde auf die Fasnachtsaktion der Ringerriege aufmerksam wird und keine Parkuhren aufgestellt werden.

Kritik an Sepp Blatters Politik

Die Senioren des FC Schattdorf nahmen Fifa-Präsident Sepp Blatter auf die Schippe. «Der soll einem Jüngeren Platz machen», sagt Vereinsmitglied Reto Planzer. Blatter gelte als korrupt. Ein Beispiel sei die geplante Fifa-WM in Katar. Zudem sei Katar zu heiss zum Fussballspielen.

Als reiche Araber verkleidet warfen die Senioren falsches Papiergeld ins Publikum. Auf manchen Banknoten stand etwa «United States of Joseph». Zudem verteilten sie falsche VIP-Tickets für das Eröffnungsspiel mit König Seppi. Auch die jüngeren Vereinskollegen, die Aktiven des FC Schattdorf, waren mit einem Wagen unterwegs. Sie thematisierten am Umzug die fehlenden Trainingsplätze.

Heute hat der FC Schattdorf rund 500 Mitglieder, aber nur einen Rasenplatz. «Wir brauchen aber mindestens zwei bis drei Rasenplätze», sagt Fussballer Oskar Gisler. Leider sehe es aber so aus, als würde es in naher Zukunft keine neuen Plätze geben. «Uf Silenä, Ättighüsa oder uf Fliälä. Numä nit däheimä cha dr FCS tschüttä. Dr FCS muss umdisponiärä, ohni Platz chasch nit träniärä», stand auf den Transparenten der Fussballer.

Anian Heierli

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