SCHATTDORF: Mordprozess in Uri: Wirt erstochen und beraubt

Vor bald vier Jahren ist ein Wirt in Schattdorf durch Messerstiche getötet worden. Im Berufungsprozess vor dem Urner Obergericht wird am Mittwoch verhandelt, ob der Beschuldigte, der die Tat gestand, in mörderischer und räuberischer Absicht gehandelt habe.

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Die Ermittlungen im Restaurant zur Mühle in Schattdorf sind im Gang. (Bild: Newspictures / Markus Heinzer)

Die Ermittlungen im Restaurant zur Mühle in Schattdorf sind im Gang. (Bild: Newspictures / Markus Heinzer)

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, in einer Nacht im März 2013 den Wirt des Restaurants Mühle mit 14 Messerstichen getötet und eine Tasche mit Geld mitgenommen zu haben, weil er verschuldet gewesen sei. Der gelernte Koch, der das Opfer seit Jahren kannte, gab die Tat zu, erklärte aber, sich nicht an deren Umstände zu erinnern.

Der Beschuldigte war vom Landgericht im September 2015 wegen Mordes und Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren verurteilt worden. Gegen das Urteil legte die Verteidigung Berufung ein, so dass der Fall erneut von der Justiz beurteilt werden muss.

Beim Prozess vor dem Obergericht geht es darum, wie die Tat einzustufen ist. Für die Verteidigung ging der Täter nicht besonders skrupellos oder verwerflich vor. Sie stuft die Tat nicht als Mord, sondern als vorsätzlicher Tötung ein. Ferner fordert sie eine Verurteilung wegen Diebstahls. Sie beantragt eine Halbierung der Strafe auf acht Jahre.

Für die Staatsanwaltschaft handelt es sich bei der Tat dagegen um einen klassischen Raubmord. Sie verlangt die erneute Verurteilung wegen Mord sowie eine wegen Raubes statt nur Diebstahls. Der Strafantrag der Staatsanwaltschaft beläuft sich auf 17 Jahre.

sda