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SCHATTDORF: «Mühle-Prozess»: Verteidiger bestreitet Mord

Im Prozess um die Tötung eines Wirtes in Schattdorf vor dem Landgericht Uri hat der Verteidiger die Darstellung der Staatsanwaltschaft bestritten. Es könne nicht von einem vorsätzlichen Raubmord ausgegangen werden. Er sprach sich für eine Freiheitsstrafe von fünf, respektive acht Jahren aus.
Im Restaurant Mühle in Schattdorf ist im März 2013, ein 51-jähriger Urner erstochen worden. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)

Im Restaurant Mühle in Schattdorf ist im März 2013, ein 51-jähriger Urner erstochen worden. (Bild: Sven Aregger / Neue UZ)

Am 24. März 2013, kurz vor 2 Uhr, wurde im Restaurant Mühle in Schattdorf der Wirt mit 14 Messerstichen getötet. Dabei wurde auch eine Tasche mit mehreren tausend Franken und weiteren Gegenständen gestohlen. Beim geständigen Angeklagten handelt es ich um einen 55-jährigen gelernten Koch, der das Opfer kannte.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem vorsätzlichen Raubmord aus; ausserdem wird dem Mann häusliche Gewalt gegen seine damalige Ehefrau vorgeworfen. Der Ankläger forderte eine Freiheitsstrafe von 17 Jahren.

In seinem Plädoyer kritisierte der Verteidiger die vom Oberstaatsanwalt vorgetragenen Hypothesen und teilweise „absurden Spekulationen“. Obwohl nicht genau geklärt sei, was in den frühen Stunden des 24. März 2013 geschehen sei, konstruiere die Anklage einen Tathergang, der ihren Antrag auf einen vorsätzlichen Raubmord stütze.

Tatsächlich aber liessen die vorliegenden Fakten nicht auf eine vorsätzliche Tat schliessen. Wer eine solche Tat plane, würde kaum mit einem grossen Küchenmesser an den Tatort gehen, wo er von den Gästen des Restaurants, auch zusammen mit dem Opfer, gesehen würde. Auch hätte er die mitgenommene Beute kaum in seiner Garage liegen lassen.

Verteidiger plädierte auf Totschlag

Der Verteidiger wies zudem auf die beeinträchtigte Gesundheit durch Alkohol und Medikamente, aber auch auf die Persönlichkeitsveränderung des Angeklagten hin. Dazu komme auch die seelische Belastung unter anderem durch Arbeitslosigkeit und Scheitern der Ehe hin. Das könne zu einem massiven Affekt geführt habe.

Der Verteidiger plädierte deshalb auf Totschlag. Zur Beute meinte er, man müsse von einem Diebstahl ausgehen; es könne sein, dass der Angeklagte sich erst nach der Tötung des Opfers entschlossen habe, die Tasche mit dem Geld mitgehen zu lassen.

Auch in Sachen häuslicher Gewalt verlangte der Verteidiger einen Freispruch. Die Ex-Frau sei nicht das „Unschuldslamm“, als das sie hingestellt werde. Die Streitereien in der Ehe seinen von beiden Seiten ausgegangen.

Für den Fall einer Verurteilung wegen Totschlag sprach sich der Verteidiger für eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren aus. Sollte das Gericht zum Schluss kommen, dass es sich um eine vorsätzliche Tötung handle, solle sein Mandant zu acht Jahren Gefängnis verurteilt werden. In beiden Fällen sei die Untersuchungshaft von rund zwei Jahren abzuziehen.

sda

Mehr zum Fall Mühle lesen Sie in der Ausgabe der Neuen UZ vom Freitag.

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