SCHATTDORF: Parkplatzbewirtschaftung: Gemeinderat doppelt nach

Parkieren soll bald nicht mehr gratis sein. An der Gemeindeversammlung kommt das Thema erneut aufs Tapet – allerdings abgespeckt.

Markus Zwyssig
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Parkplätze sind eine Nutzfläche, für die vielerorts bezahlt werden muss. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Parkplätze sind eine Nutzfläche, für die vielerorts bezahlt werden muss. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Markus Zwyssig

Wer künftig sein Auto auf der Postmatte an der Dorfstrasse in Schattdorf abstellen will, soll das nicht mehr gratis tun können. Er muss bei einer zentralen Parkuhr ein Ticket lösen. Die 40 Parkplätze werden bewirtschaftet. Alle anderen Parkflächen, die der Gemeinde gehören oder die vom Kanton zur Bewirtschaftung abgetreten werden, sollen ebenfalls nicht mehr unbegrenzt genutzt werden können. Allerdings entstehen dort weisse Zonen. Vier Stunden lang kann man sein Auto dort kostenlos abstellen.

Vereine mit ins Boot geholt

Mit dieser abgespeckten Version einer Parkplatzbewirtschaftung kommt der Gemeinderat insbesondere den Vereinen entgegen. Ein erstes Konzept für eine Parkplatzbewirtschaftung war auf Widerstand gestossen. Vor allem die Vereine konnten nicht verstehen, dass das Parkieren auch abends Geld kosten soll. Davon wäre auch betroffen, wer zu einer Probe oder zum Training fährt und sein Auto auf einem öffentlichen Platz abstellt. An der offenen Dorfgemeinde im November 2014 war es denn auch gar nicht erst zu einer Diskussion gekommen. Das Geschäft war auf Antrag des Gemeinderats abtraktandiert worden. Inzwischen fanden Gespräche statt – insbesondere mit den Vereinen. Gestützt darauf, legt der Gemeinderat nun ein neues Konzept für eine Parkplatzbewirtschaftung vor. Verwalter Fortunat von Planta ist speziell die zentrale Parkuhr auf der Postmatte wichtig. «Bei der Haldi-Seilbahn ist das Parkieren gebührenpflichtig», erklärt von Planta. «Bahnbenützer weichen heute oft auf die Postmatte aus, nur weil es dort gratis ist.» Dadurch entgingen der Haldi-Bahn Einnahmen. «Das ist ein wichtiger Grund, warum das Parkieren in Zukunft auch dort etwas kosten soll.»

Die Gebühren auf der Postmatte werden während 24 Stunden erhoben, und zwar an Werktagen sowie an Sonn- und Feiertagen. Die maximale Gebühr für 24 Stunden beträgt 6 Franken. Das Parkieren ist während der ersten 45 Minuten kostenlos, jede weitere Stunde kostet 1 Franken. Auch beim Feuerwehrlokal auf der Allmend kann bei Bedarf für Langzeitparkierer eine Parkuhr aufgestellt werden. Allerdings gibt es eine weisse Zone. Vier Stunden lang kann gratis parkiert werden. Zahlreiche weitere Parkplätze werden in weisse Flächen umgewandelt: Beim Parkplatz bei der Zivilschutzanlage, in der Langgasse, in der Grundmatte, in der Spielmattstrasse, beim Restaurant Brückli und bei der Zahnarztpraxis Guggenbühl. Wer länger als vier Stunden parkieren will, braucht eine Dauerparkkarte. Diese sind bei der Gemeindeverwaltung erhältlich und kosten im Monat 40 Franken und für ein Jahr 440 Franken. Ebenfalls weisse Flächen entstehen beim Schulhaus Spielmatt, auf der Schulhausstrasse und beim Gemeindehaus. Hier ist aber die Zeit auf 4 Stunden beschränkt und ein Dauerparkieren nicht zulässig. Die Schattdorfer befinden am kommenden Montag, 27. April, über die Parkplatzbewirtschaftung. Gleichzeitig wird ein Verpflichtungskredit von 36 720 Franken beantragt. Stimmt das Volk zu, werden die baulichen Massnahmen sowie die Signalisation Anfang Jahr umgesetzt. Dass es aber erneut zu Diskussionen kommen könnte, zeigte sich bereits an der Versammlung der CVP-Ortspartei (siehe Box und Beitrag oben).

Für die Erneuerung der Schulanlage Gräwimatt ist an der Versammlung eine Baukommission zu wählen. Die Schattdorfer haben im vergangenen November an der Urne einem Kredit von 16,56 Millionen Franken zugestimmt. Die Gemeinden Schattdorf und Bürglen bilden einen regionalen Sozialrat und führen zusammen einen professionellen Sozialdienst. Nun tritt neu die Gemeinde Spi­ringen bei. Daher muss der entsprechende Vertrag geändert werden. An der offenen Dorfgemeinde wird darüber abgestimmt.

Das Konzept wird heiss diskutiert

Auch der neue Vorschlag des Gemeinderats für eine Parkplatzbewirtschaftung gibt in Schattdorf viel zu reden. So fiel an der Versammlung der CVP-Ortspartei der Entscheid mit 10 zu 9 Stimmen (bei mehreren Enthaltungen) für das Konzept des Gemeinderats. «Ich habe noch nie gehört, dass Parkplätze in einer weissen Zone bewirtschaftet werden», sagte alt Gemeindepräsident Stefan Trüb. Zudem stellt sich für ihn die Frage, was passiert, wenn jemand länger als vier Stunden in einer weissen Zone parkiert. Viele Besucher kämen von auswärts zu Theateraufführungen oder Sportveranstaltungen. Insbesondere bei Grossanlässen würden viele länger als die für das Gratisparkieren erlaubte Zeit bleiben, ohne dass sie die Möglichkeit hätten, ein Ticket zu lösen. «Abends oder an Wochenenden kann man nicht kurzfristig bei der Gemeindeverwaltung eine Dauerparkkarte kaufen.» Für Trüb ist daher klar, dass das Konzept noch weiter überdacht werden muss. Er denkt dabei an zusätzliche Parkuhren oder daran, dass die Regelung nachts oder an Wochenenden nicht in Kraft wäre.

Hinweis

Die offene Dorfgemeinde findet am kommenden Montag, 27. April, 19.30 Uhr, in der Aula des Schulhauses Gräwimatt in Schattdorf statt.