Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SCHATTDORF: Staatsanwalt fordert 17 Jahre für Raubmord

Der 55-Jährige IV-Rentner T.* gesteht, den Wirt des Restaurants Mühle 2013 erstochen zu haben. Der Staatsanwalt plädiert auf Raubmord und häusliche Gewalt.
Am 24. März 2013 ereignete sich im Restaurant Mühle in Schattdorf ein Tötungsdelikt. Der Wirt wurde mit 14 Messerstichen tödlich verletzt. (Bild Sven Aregger (Schattdorf, 24. März 2013))

Am 24. März 2013 ereignete sich im Restaurant Mühle in Schattdorf ein Tötungsdelikt. Der Wirt wurde mit 14 Messerstichen tödlich verletzt. (Bild Sven Aregger (Schattdorf, 24. März 2013))

Der gelernte Koch soll am 24. März 2013, kurz vor 2 Uhr, alkoholisiert und unter Medikamenten stehend, mit einem Küchenmesser im Restaurant Mühle in Schattdorf den Wirt attackiert und getötet haben, erklärte Oberstaatsanwalt Thomas Imholz. Bei dieser Gelegenheit habe er mehrere tausend Franken gestohlen.

Daneben wird dem Mann häusliche Gewalt gegen seine Ehefrau, von der er inzwischen geschieden ist, vorgeworfen. Er habe sie verletzt und mehrmals mit dem Tod bedroht.

Der Ankläger sprach in seinem Plädoyer von einem "klassischen Raubmord". Der Angeklagte habe gesundheitliche, alkoholische und finanzielle Probleme gehabt. Er habe skrupellos gehandelt, sein Beweggrund und die brutale Tat seien besonders verwerflich. Bereits zwei Tage vorher habe er die Absicht gehabt, den "Mühle"-Wirt umzubringen und auszurauben. Der Bruder des Angeklagten habe aber die Polizei verständigt. Dadurch sei er von seinem Plan abgekommen.

Finanzielle Probleme

Zeugen wiesen darauf hin, dass die Probleme des Angeklagten zunahmen, seit er 2012 mit einer Schädelfraktur (wahrscheinlich ein alkoholbedingter Sturz) aufgefunden worden und seit sein Vater im gleichen Jahr gestorben sei. Eine russische Tänzerin, mit der er eine kurze Liaison hatte, meinte, etwas in seinem Kopf sei nicht in Ordnung.

In Schulden geriet der Beschuldigte, als er eine Bar in Erstfeld regelmässig aufsuchte. Dort gab er in den ersten drei Monaten 2013 total 13‘000 Franken aus, bei einem monatlichen Einkommen von rund 2700 Franken.

Der Oberstaatsanwalt beantragte, den Angeklagten des Mordes, des Raubes, der einfachen Körperverletzung, der Drohung und der wiederholten Tätlichkeiten schuldig zu besprechen. Dafür sei er mit einer Freiheitsstrafe von 17 Jahren, abzüglich zwei Jahren Untersuchungshaft, zu verurteilen. Zu berücksichtigen sei dabei eine in leichtem Masse verminderte Schulfähigkeit.

"Habe ein totales Black out"

Der Prozess begann am Morgen mit der Befragung des Angeklagten durch den vorsitzenden Landrichter Heinz Gisler. Dabei bestätigte der Mann sein im April 2013 abgelegtes Geständnis. An die Umstände der Tat könne er sich dagegen nicht erinnern. "Ich habe keine Ahnung was abgelaufen ist. Es ist mir nach wie vor ein Rätsel." Er habe viel darüber nachgedacht, doch er habe ein "totales Black out".

Er habe sein Opfer seit über 20 Jahren gekannt, sagte der Angeklagte weiter. Sie seien zwar nicht direkt Kollegen gewesen, aber sie hätte keine grösseren Probleme gehabt. Am Abend vor der Tat sei er bereits im Restaurant gewesen und habe mit dem Wirt diskutiert. Dann habe er das Grab seines Vaters auf dem Friedhof besucht und ihm gesagt, dass er ihn vermisse.

Danach kehrte der Angeklagte ins Restaurant zurück. Dort habe es eine Diskussion oder ein Krach mit dem Wirt gegeben, doch sei ihm die Tat schleierhaft. Auf die Frage des Gerichtspräsidenten, warum er ein grosses Küchenmesser mit sich geführt habe, sagte der Angeklagte, er habe Angst gehabt, dass Leute hinter ihm her seien. Auf die Frage, ob er vom Opfer Geld gestohlen habe, sagte er: "Es muss wohl so sein, da die Sachen bei mir gefunden wurden."

Häusliche Gewalt neben Raubmord nicht vergessen

Zum Vorwurf der häuslichen Gewalt gegenüber seiner damaligen Frau meinte der Mann, es habe immer wieder Meinungsverschiedenheiten gegeben. Es sei möglich, dass dabei seine Frau verletzt worden sei, aber sicher nicht mit Absicht.

Die Anwältin der Ex-Frau des Angeklagten setzte sich dafür ein, dass das was er seiner Frau angetan habe, beim Urteil nicht vergessen werde. Die häusliche Gewalt müsse neben dem Raubmord auch berücksichtigt werden.

Die Mutter des Opfers verzichtete am Mittwoch auf die ursprünglich beantragte Genugtuung von 40‘000 Franken, da eine Rückzahlung durch den Angeklagten kaum möglich sei. Hingegen beantragt ihr Verteidiger einen Schadenersatz von 7‘500 Franken, zu bezahlen aus dem beim Angeklagten gefundenen Geld.

Der Prozess wird am Donnerstag mit dem Plädoyer des Verteidigers fortgesetzt.

zf/bar/sda

Hinweis: *Name der Redaktion bekannt

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.