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SCHATTDORF: Tellpark-Betreiber blicken ungewisser Zukunft entgegen

Der anfängliche Optimismus wich schnell der Ernüchterung. Heute ist im Tellpark in Schattdorf eine ganze Etage ungenutzt. Trotzdem ist man beim verantwortlichen Centermanagement zuversichtlich.
Blick auf einen nur spärlich besetzten Parkplatz beim Tellpark in Schattdorf. Auch zehn Jahre nach dem Spatenstich herrscht im Urner Shopping-center nicht immer Hochbetrieb. (Bild: Corinne Glanzmann (Schattdorf, 14. Februar 2017))

Blick auf einen nur spärlich besetzten Parkplatz beim Tellpark in Schattdorf. Auch zehn Jahre nach dem Spatenstich herrscht im Urner Shopping-center nicht immer Hochbetrieb. (Bild: Corinne Glanzmann (Schattdorf, 14. Februar 2017))

Mit viel Optimismus griffen die Verantwortlichen vor zehn Jahren zur Schaufel. Der Spatenstich war zu Beginn des Jahres 2007 mit grossen Plänen verbunden. Das Projekt war noch unter dem Namen «Markthalle» gestartet. Die damalige Investorin, ein in Holland beheimatetes Unternehmen, hatte den Wunsch, das Einkaufscenter im Gebiet Rynächt/Rossgiessen «Tellpark» zu taufen. Während der Bauphase war man sehr positiv gestimmt. So war damals sogar die Rede davon, südlich des Tellparks einen Erweiterungsbau zu verwirklichen.

Am 17. September 2008 durfte Radprofi Bruno Risi den Startschuss geben. Mit einer Armbrust zielte er auf das Center. Und nach seinem Schuss knallte, brodelte und rauchte es. Vom Dach zischten Raketen in den Himmel, ein Feuerwerk brannte ab. Es ertönte ein lauter Knall. Dann öffneten sich die Türen für die ersten Kunden. So euphorisch wie zu Beginn ging es nicht lange weiter.

Beim Shoppen hört man die Vögel zwitschern

Als der Tellpark 2008 eröffnet wurde, waren 22 Mieter im Shoppingcenter. Die ersten sprangen aber schon relativ schnell ab. Das Einkaufscenter wurde in der Bevölkerung sogar als Haus der Stille bezeichnet. Beim Einkaufen sei man alleine, und man höre sogar die Vögel zwitschern. Zudem wechselte der Besitzer mehrmals. Heute ist es im Besitz eines luxemburgischen Unternehmens.

Viele Mieter, vor allem diejenigen im zweiten Obergeschoss, konnten ihre Ziele und Businesspläne nicht erreichen. Das führte dazu, dass der oberste Stock im Tellpark seit längerem geschlossen ist. «Wir haben Pläne für das zweite Obergeschoss», sagt Centermanager Abdylvehab Sejdini. «Was für Pläne dies sind, können wir noch nicht kommunizieren.» Die Rede war schon von einem Ärztezentrum, einer Bowlingbahn, einer Spielhalle für Kinder oder von Ähnlichem.

Verschiedentlich war in der Vergangenheit zu hören, die Mietpreise im Shoppingcenter Tellpark seien zu hoch. Der Centermanager winkt ab. «Von überteuerten Mietpreisen in der Vergangenheit kann keine Rede sein», so Sejdini. «Wir sind der Meinung, dass die aktuellen Mietzinse den Marktbedürfnissen entsprechen und konkurrenzfähig sind.» Er sieht denn auch eine Trendwende zum Besseren. «Die Frequenzen im Tellpark sind deutlich gestiegen.» Dazu beigetragen habe vor allem auch der Coop Supermarkt im Erdgeschoss. Dieser hat den Euro-Spar abgelöst. «Das Angebot des ­Coops entspricht einem grossen Kundenbedürfnis», so Sejdini. Zudem sei Coop in Uri an mehreren Standorten gut verankert.

Im Tellpark bleiben die Möglichkeiten begrenzt

Den Möglichkeiten zum Wachsen sind beim Tellpark aber Grenzen gesetzt. «Das Einzugsgebiet für potenzielle Kunden ist im Tal beschränkt», sagt Sejdini. Es sei anspruchsvoll, Menschen von ausserhalb des Kantons anzulocken. Auch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass viele Urner in den umliegenden Kantonen einkaufen. «Das gehört zum Einkaufserlebnis, und das machen auch die Luzerner, wenn sie in Zürich einkaufen», sagt Sejdini. «Für den allgemein täglichen und grösstenteils auch periodischen Bedarf zählt aber die Erreichbarkeit», gibt er zu bedenken. Und da sei der Tellpark mit dem Angebot sicherlich gut aufgestellt.

Sejdini: «Geschäfte sind im Talboden gut verteilt»

Neben dem Urnertor hätten Aldi und Lidl sowie auch Landi gute Standbeine aufgebaut. Geografisch sehe es aber nicht so schlecht aus. «Die Geschäfte der verschiedenen Lebensmittelhändler sind im Talboden gut verteilt», sagt Sejdini. «In den nächsten Jahren sind wohl nicht allzu grosse Veränderungen in der Umgebung zu erwarten.» Allenfalls beim Bahnhof in Altdorf und im Eyschachen bestehe aufgrund des geplanten neuen Entwicklungsschwerpunkts noch ein gewisser Spielraum.

Alles in allem ist Sejdini für die Zukunft zuversichtlich. Das Shoppingcenter Tellpark werde für den Kanton auch in den kommenden Jahren ein wichtiger Marktteilnehmer bleiben. «Da helfen uns neben Coop vor allem auch die gut etablierten Geschäfte Jumbo und Manor.»

Zudem könnten verschiedene Grossprojekte dem Tellpark zu rosigeren Zeiten mit verhelfen. «Die geplante neue West-Ost-Verbindung könnte auch unseren Kunden ermöglichen, den Tellpark in kürzerer Zeit zu erreichen.» Positiv auswirken könnte sich auch die geplante Sanierung des Knotens Kastelen. Alles in allem setzt Sejdini nicht auf Konkurrenz. Im Gegenteil: «Wenn es gut läuft, ist das im Interesse aller», gibt er sich überzeugt.

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Bild: Redaktion LZ

Bild: Redaktion LZ

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