SCHATTDORF: Wird der Urner Nationalrat auch Gemeindepräsident?

Im Gemeinderat zeichnet sich ein wahrer Exodus ab. Nicht weniger als fünf der sieben aktuellen Amtsinhaber sollen den Rücktritt ins Auge fassen.

Bruno Arnold
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Beat Arnold, Nationalrat (SVP/UR): Nein (Bild: PD)

Beat Arnold, Nationalrat (SVP/UR): Nein (Bild: PD)

Bruno Arnold

redaktion@urnerzeitung.ch

In Schattdorf, der einwohnermässig zweitgrössten Urner Gemeinde, könnte es per Ende 2018 zu einem eigentlichen Exodus aus dem Gemeinderat kommen. Nicht weniger als fünf der sieben Gemeinderäte sollen ihre Demission ins Auge fassen: Gemeindepräsident Rolf Zgraggen (CVP), Vizepräsident Roman Walker (CVP), Verwalter Urban Renggli (FDP), Sozialvorsteherin Rebecca Indergand (CVP) und Mitglied Reto Jäger (SP). Somit würden nur noch die beiden SVP-Mitglieder Mario Schmidt und Vinzenz Arnold im Amt verbleiben. Dieses Szenario wird zurzeit nicht nur in Schattdorf selber, sondern auch in andern Urner Gemeinden heftig diskutiert.

Gemeindepräsident Rolf Zgraggen wollte sich gestern auf Anfrage unserer Zeitung zu dieser «Ausgangslage» nicht im Detail äussern. «Dass es per Ende 2018 mehrere Demissionen geben wird, ist zu erwarten», gab er sich betont vorsichtig. «Wir werden aber die Situation im Gemeinderat noch einmal genau anschauen. Selbstverständlich möchten wir einen Aderlass in der Grössenordnung, wie er aktuell diskutiert wird, nach Möglichkeit vermeiden. Wenn gleichzeitig allzu viele Vakanzen entstehen, ist niemandem gedient», sagte Zgraggen, der selber bereits vor einiger Zeit seinen Rücktritt per Ende der Amtsdauer 2017/18 erklärt hat.

SVP hat sich mit Vakanzen befasst

Nicht äussern wollte sich Zgraggen gestern zum kursierenden «Gerücht», wonach sich Beat Arnold (SVP) als neuer Gemeindepräsident zur Verfügung stellen werde. Der amtierende Urner Nationalrat selber hielt auf Anfrage fest, dass die SVP-Ortspartei über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Gemeinderatswahlen 2018 zumindest von offizieller Stelle noch nicht informiert worden sei. «Wir wissen nur, dass mehrere Gemeinderäte das Gremium per Ende Jahr verlassen werden», sagte Arnold gestern. Parteiintern sei man aufgrund der bekannten und noch zu erwartenden Demissionen seit einiger Zeit daran, die Situation zu prüfen. «Ich selber habe immer gesagt, dass ich es mir vorstellen könnte, mich erneut für die Gemeinde zu engagieren», erklärte Arnold, der Schattdorf von 2006 bis 2010 im Landrat vertreten hat. In diesem Zusammenhang sei auch die Variante «Gemeindepräsident Beat Arnold» als Option ins Spiel gebracht worden.

Noch keine konkreten Überlegungen angestellt

«Entschieden hat die SVP Schattdorf aber noch rein gar nichts», betonte der 40-jährige SVP-Politiker gestern. «Das Gemeindepräsidium käme für mich zwar aktuell eher zirka zehn Jahre zu früh. Ich sage aber nicht grundsätzlich Nein zu einer allfälligen Übernahme dieses Amts», hielt Arnold zudem fest. «Konkrete Überlegungen werde ich aber sicher erst dann anstellen, wenn die Vakanz an der Spitze der Gemeinde offiziell ist.»