Schattdorf

WOV-Petitionäre fordern verstärkten Einsatz des Gemeinderats

An der offenen Dorfgemeinde in Schattdorf wurde ein Planungskredit von 255'000 auf 100'000 Franken gekürzt. Der WOV-Kreisel Schächen bleibt ein Dauerbrenner.

Markus Zwyssig
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108 Schattdorfer besuchten die von Gemeindepräsident Bruno Gamma geleitete offene Dorfgemeinde in der Pfarrkirche.

108 Schattdorfer besuchten die von Gemeindepräsident Bruno Gamma geleitete offene Dorfgemeinde in der Pfarrkirche.

Bild: Markus Zwyssig (Schattdorf, 30. November 2020)

Der geplante Kreisel Schächen bei der neuen West-Ost-Verbindung (WOV) sorgte an der offenen Dorfgemeinde am Montagabend in Schattdorf erneut für Diskussionen. An der Versammlung vom 28. September war der Gemeinderat beauftragt worden, mit dem Kanton die flankierenden Massnahmen zur WOV neu zu verhandeln. Die Gotthardstrasse soll direkt über den Kreisel erschlossen werden.

Gemeindepräsident Bruno Gamma versicherte, diesen politischen Auftrag bei der Regierung eingebracht zu haben. Das Projekt liege aber in kantonaler Obhut. Die Regierung halte an den Entlastungszielen und der Rahmenvereinbarung fest. Am kommenden Donnerstag findet eine weitere Sitzung mit der Baudirektion statt, an der auch Landräte dabei sind. Gamma versprach, den Standpunkt der Gemeinde aufzuzeigen und die Anliegen der Schattdorfer zu vertreten. «Die Verkehrssicherheit wird hoch gewichtet und Mehrverkehr auf der Dorf- und Adlergartenstrasse wollen wir mit allen Mitteln unterbinden», so Gamma.

Alt Gemeindepräsident Ruedi Müller setzte sich für die 1750 WOV-Petitionäre ein. Diese wollen, dass die Gemeinde mit dem Kanton nochmals diskutiert und sich für eine direkte Anbindung der Gotthardstrasse an den Kreisel einsetzt. «Ich frage mich, ob die Petitionäre wirklich ernstgenommen werden», so Müller. Iwan Deplazes von der IG WOV pochte darauf, dass der Gemeinderat den klaren Auftrag wahrnehme. Edoardo Frei, ehemaliger Leiter der Abteilung Strassen bei der Baudirektion, sagte, ein Kreisel mit vier Ein- und Ausfahrten sei durchaus machbar, aber es brauche sehr viel Land. Über einen Kreisel spreche man schon seit vielen Jahren. «Bei dem, was man nun plant, das ist der Kompromiss des Kompromisses.»

Christian Tresch, Anwohner der Gotthardstrasse, regte beim Gemeinderat an, die Zeit zu nutzen, das Gesamtverkehrskonzept von Schattdorf öffentlich in die Vernehmlassung zu geben. Es könne nicht sein, dass sich die Dorfsträssler gegen die Gotthardsträssler aufreiben würden. Vielmehr brauche es weniger Verkehr für alle. Bruno Gamma versicherte, dass geplant sei, die Informationen öffentlich zu machen.

Die Teilnehmer der offenen Dorfgemeinde mussten sich an die vorgegebenen Schutzmassnahmen halten.

Die Teilnehmer der offenen Dorfgemeinde mussten sich an die vorgegebenen Schutzmassnahmen halten.

Bild: Markus Zwyssig (Schattdorf, 30. November 2020)

Im Gebiet Acherli sollen mehrere Millionen investiert werden

Zu diskutieren gab an der von 108 Schattdorfern besuchten Versammlung auch ein Planungskredit von 255'000 Franken für die Instandsetzung der Langgasse und Acherlistrasse. Der Betrag wurde von einer Mehrheit als zu hoch empfunden. Mit 66 zu 20 Stimmen wurde der Kredit auf Antrag von Werner Bachmann, Achern, auf 100'000 Franken reduziert. Gemeindevizepräsident Mario Schmidt bezeichnete das Projekt als einmalige Chance für das Gebiet Acherli. Die Sicherheit soll für alle Verkehrsteilnehmer und insbesondere auch für die Schulkinder erhöht werden. Das Projekt dürfte auf mehrere Millionen zu stehen kommen.

Gutgeheissen wurde das von Philipp Muheim vorgestellte Budget 2021. Dieses schliesst bei einem Aufwand von 17,646 Millionen Franken und einem Ertrag von 16,851 Millionen Franken mit einem Defizit von 795'500 Franken. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 1,3 Millionen Franken. Der Steuerfuss bleibt bei 91 Prozent und der Kapitalsteuersatz bei 0,01 Promille.

Ebenfalls Ja sagten die Schattdorfer zum von Präsident Edi Schilter vorgestellten Budget 2021 der Wasserversorgung. Bei einem Aufwand von 787'200 Franken und einem Ertrag von 601'000 Franken wird ein Minus von 186'200 Franken erwartet.

Kilian Schafer präsidiert neu die Baukommission

Werner Aschwanden, Andrea Zurfluh und Jonathan Wenger treten aus der Baukommission zurück. Kilian Schafer wurde zum neuen Präsidenten gewählt. Gerhard Baumann wurde als Mitglied wiedergewählt. Neu gewählt wurden Damian Arnold, Martin Gisler und Thomas Jauch.

In der Rechnungsprüfungskommission (RPK) hat Josef Zopp demissioniert. Der von der SVP vorgeschlagene Beat Arnold stellt sich aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Wahl. Der Sitz bleibt bis zur kommenden Gemeindeversammlung vakant. Präsident Martin Furrer sowie die Mitglieder Kurt Baumann, Flavio Gisler und René Zgraggen wurden im Amt bestätigt. Wieder gewählt wurde die Wasserkommission mit Präsident Edi Schilter und den Mitgliedern Stefan Arnold, Markus Gerig und Urs Gisler. Christa Riedi wurde im regionalen Sozialrat bestätigt.

Gemeinderat Heinz Keller informierte über den Stand der Dinge der möglichen künftigen Nutzung des ehemaligen Militärspitals. Aufgrund der Coronakrise kam es zu Verzögerungen in den Abklärungen. Spielplatz, Pumptrack und die übrigen Anlagen auf dem Dach sind nicht gefährdet. Auch mit dem Beginn des geplanten Neubauprojekts an der Dorfstrasse 6 dürfte es seine Zeit dauern. Noch immer ist eine Einsprache hängig.